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20. September 2010

Krimipreise: Freiburg klinkt sich auch ein

Erstmals wird in diesem Jahr der Freiburger Krimipreis vergeben. Im Fokus stehen Krimi-Kurzgeschichten mit regionalem Bezug, doch auch das Dreiländereck als Tatort war erlaubt.

  1. Appetit am Münsterplatz: lange Rote Foto: Thomas kunz

Der Wettbewerb fand bereits von Januar bis April statt. An die 100 Einsendungen folgten dem Aufruf – im Angebot waren Krimis aller Art.

Der erste Preis ging dann ausgerechnet an einen Mann, der vor den Toren Berlins lebt, Thomas Nommensen. Doch der Krimiautor hat einige Zeit in Freiburg verbracht, ist ortskundig. Er hat bereits mehrere Kurzkrimis veröffentlicht und wurde 2010 für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert. In seiner Kurzgeschichte "Luisas Traum" geht es um einen Banküberfall am Münsterplatz – letztlich Anstoß zum Titel der Krimi-Anthologie, die anlässlich des Krimipreises erscheint: "Die lange Tote vom Münsterplatz", herausgegeben von Anne Grießer. 24 Kurzgeschichten enthält das Buch. Unter ihnen sind nicht nur die Siegergeschichten des Krimipreises, sondern auch solche von bekannten Autoren aus der Region, etwa von Wolfgang Burger, Renate Klöppel, Anne Grießer oder Sibylle Zimmermann.

Der zweite Platz geht an Thomas Erle aus Emmendingen, der die Jury mit "Der Mann auf der Brücke" überzeugte. Den dritten Platz belegt Anne Andresen aus Freiburg mit "Stellvertretend". Auch einen Sonderpreis in puncto Originalität gibt es: "Mord zum 50. Geburtstag" heißt die Geschichte von Helmut Ehls, die ebenfalls im Buch zu finden ist.

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Überreicht wird der Krimipreis am 25. September, 20 Uhr, beim "Tödlichen Finale" im Gasthaus Zähringer Burg. Umrahmt von Live-Musik lesen die Autoren ihre Siegergeschichten. Der Preisverleihung voran geht ein dreitägiges Lesefest, das vom 23. bis 25. September stattfindet. Bekannte Krimiautoren aus der Regio präsentieren an ungewöhnlichen Orten ihre neuesten kriminellen Erzeugnisse. Schaurig könnte es bei einer Fackellesung auf dem Alten Friedhof werden, skurril im Straßenbahn-Partywagen der VAG und gemütlich bei einer Familienlesung auf dem Mundenhof oder in einem privaten Wohnzimmer im Quartier Vauban. Die kulinarischen Genießer können sich an einer Honig- oder Weinverkostung mit Lesung gütlich tun. "Es war uns wichtig, dass die Lesungen am Tatort stattfinden", sagt Birgit Dinse, Mitglied der "Mordsdamen" und Veranstalterin. Neben Anne Grießer und Birgit Dinse von den "Mordsdamen" werden Lesefest und Freiburger Krimipreis vom Kulturamt Freiburg und zahlreichen anderen Förderern wie der Buchhandlung im Schwarzen Kloster unterstützt.

Das Syndikat, Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, sei beim Aufruf zum Freiburger Krimipreis federführend gewesen, nicht finanziell, sondern ideell, wollten sie doch schon vor 25 Jahren den Krimi unters Volk bringen, erzählt Birgit Dinse. Auch spontane Besucher seien am Lesefest jederzeit willkommen. Nur, wer die Lesung "Nicht sesshaft" mit Renate Klöppel und Barbara Saladin erleben will, sollte rechtzeitig planen, denn der Partywagen der VAG hält nur zweimal.
Buch: "Die lange Tote vom Münsterplatz". Wellhöfer Verlag, 252 S., 11,90 Euro. Lesefest: "Freiburger Krimipreis", 23. bis 25. September. Abschluss: "Tödliches Finale" – Verleihung des Freiburger Krimipreises: 25. September, 20 Uhr, Gasthaus Zähringer Burg.

Weitere Infos unter      www. freiburger-krimipreis.de

Autor: Lara Höfchen