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30. September 2013 18:46 Uhr

Neue Doline

Bauer fährt mit Traktor über Acker – 40 Meter tiefes Loch tut sich auf

Ein Landwirt fährt mit dem Traktor über den Acker – als die Erde hinter ihm 40 Meter tief absackt. In Göschweiler hat sich erneut eine Doline aufgetan. Das Areal wurde abgesperrt und soll jetzt untersucht werden.

  1. In unmittelbarer Nähe der 1954 entstandenen Doline (hinten ist die Infotafel zu sehen) hat sich am Freitagabend wieder ein etwa 40 Meter tiefes Loch aufgetan. Foto: Christa Maier

Beim Anblick des rund 40 Meter tiefen Lochs dürfte es dem Landwirt aus Döggingen sicher etwas mulmig geworden sein. Bereits am Freitag hat er auf einer gepachteten Ackerfläche im Rosshag in Göschweiler mit dem Grupper die Erde aufgelockert und mit dem Säen begonnen – als er ein komisches Geräusch vernahm. War er über einen großen Stein gefahren? Der Landwirt schaute zurück – und erblickte ein großes und vor allem tiefes Loch.

"Ich hielt eine 26 Meter lange Lotschnur hinein und es war immer noch kein Ende in Sicht", sagte Ortsvorsteher Manfred Furtwängler. Also probierte er es mit einem Stein, der erst nach sechs bis acht Sekunden aufschlug. "Vermutlich ist das Loch 40 Meter tief oder vielleicht sogar noch tiefer", so seine Einschätzung. Auf die will man sich jedoch nicht verlassen und hat jetzt das Geologische Landesamt informiert, das die Doline näher in Augenschein nehmen wird.

Mann stürzte in Doline

Furtwängler hat die Gefahrenstelle noch am Freitagabend selbst provisorisch abgesichert. Das sei auch notwendig gewesen, denn schon am Sonntag pilgerten die ersten Neugierigen zur Doline, die mittlerweile von den Bauhofmitarbeitern mit robusten Metallgittern umzäunt wurde.

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Die neu entstandene Doline im Rosshag liegt unweit der Einsturzstelle, die sich 1954 mit einem tiefen Grollen auftat. Anfangs betrug ihre Tiefe 38 Meter, durch das nachfallende Gestein hat sie sich heute auf eine Tiefe von 22 Metern verfüllt. Erst im Mai diesen Jahres geriet diese Doline in die Schlagzeilen, als ein Mann in die Tiefe stürzte und nach mehrstündiger Suche schließlich per Hubschrauber gerettet wurde. Nach Informationen von Furtwängler haben Forscher im Zusammenhang mit der Einbruchstelle von 1954 festgestellt, dass sich in dem Bereich der Doline ein unterirdisches Höhlensystem befindet, das bis zum Seppenhofer Setztännlegarten reicht.

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Autor: Christa Maier