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19. Mai 2017 13:35 Uhr

Nadelöhr

Bundesstraße 31: Zweite Brücke über das Gauchachtal wird gebaut

Autofahrer, die von Freiburg in Richtung Donaueschingen fahren, kennen die Rechts-Links-Schikane am Ende der Gauchachtalbrücke. Damit soll bald Schluss sein. Nach mehr als 25 Jahren wird nun endlich die zweite Brücke gebaut. Einige Details müssen allerdings noch geklärt werden.

  1. Noch verläuft der Verkehr auf der B 31 aus Richtung Freiburg über die Nordbrücke in die Südröhre über einen Schlenker, wie das Luftbild zeigt. Jetzt soll die Südbrücke gebaut werden. Foto: Christa Maier

  2. Die Gauchachtalbrücke soll eine Zwillingsschwester bekommen. Foto: Christa Maier

  3. Nach dem Willen der Stadt sollte die alte B31 auf dem Damm unter der Gauchachtalbrücke für notwendige Umleitungen wieder in Betrieb genommen werden. Foto: Martin Wunderle

Die Bundesstraße 31 zwischen der Gauchachtalbrücke und der Abfahrt Unadingen soll vierspurig ausgebaut werden. Grund ist der Bau der zweiten Brücke über das Gauchachtal, den das Regierungspräsidium im Jahr 2019 beginnen will. Mit diesem Thema und möglichen Umleitungsstrecken hat sich der Löffinger Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschäftigt.

Mit dem Ausbau bei Unadingen soll dann die Lücke zwischen dem Tunnel, den beiden Brücken und dem dreispurigen Ausbau der Bundesstraße 31 von der Abfahrt Unadingen in Richtung Löffingen geschlossen werden, erläuterte Bürgermeister Tobias Link. "Damit bekommt Unadingen dann einen Autobahnanschluss", sagte Link. Baubeginn soll voraussichtlich 2020 oder 2021 sein. Bauträger ist in diesem Fall der Bund, zuständig das Regierungspräsidium Freiburg.

Vierspuriger Ausbau

Mit dem Bau der zweiten Brücke soll bereits 2019 begonnen werden. Dafür gebe es bereits einen Planfeststellungsbeschluss, der 1991 für den Bau beider Brücken gefasst worden sei, erläuterte Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel. Gebaut wurde dann aus Geldmangel allerdings nur eine.

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Jetzt allerdings hat der Bund die Zuschüsse für Straßenbauprojekte erhöht, das aber nur nur für befristete Zeit. Und weil ein Planfeststellungsverfahren lang wierig ist, so die Vermutung von Link, habe man sich jetzt der bereits planfestgestellten zweiten Brücke erinnert.

Zwei Varianten im Gespräch

Das Regierungspräsidium Freiburg, das für den Ausbau zuständig ist, muss jetzt für die Strecke zwischen Brücke und Ausfahrt Unadingen die Planfeststellung vorantreiben. Dabei sind zwei Varianten im Gespräch: Die Verbreiterung auf der nördlichen Seite um zwei Fahrspuren oder als Alternative auf der nördlichen und der südlichen Seite um jeweils eine Fahrspur.

Das Regierungspräsidium bevorzuge die Verbreiterung der Straße in Richtung Norden, die dort allerdings an ein Schutzgebiet grenzt, erläuterte Thomas Rosenstiel. Der Vorteil dieser Variante sei, dass die Brücke bei der Ausfahrt Unadingen dann nur in nördlicher Richtung verbreitert werden müsse, was die Verkehrsführung während der Bauzeit vereinfacht. Auch die Entwässerung sei bei dieser Variante wesentlich einfacher. Allerdings müsste der Wirtschaftsweg, der derzeit nördlich an der Straße entlang führt, um einige Meter verlegt werden.

Weil aber nördlich das Schutzgebiet liegt, ist das Regierungspräsidium gezwungen, einen zweiten Entwurf vorzulegen, der eine Verbreiterung auf der nördlichen und der südlichen Straßenseite vorsieht. Dies allerdings bringe Probleme bei Brückenbau, weil auf beiden Seiten angebaut werden müsste, bei der Entwässerung und vor allem beim Lärmschutzdamm Richtung Unadingen, der dann verlegt werden müsste, erklärte Rosenstiel. Auch die Verkehrsregelung während der Bauzeit gestalte sich dann deutlich schwieriger, als wenn man nur auf der Nordseite verbreitere.

Umleitungsstrecke

Ein weiteres Thema, das Verwaltung und Gemeinderäten auf den Nägeln brennt, ist die Umleitungsstrecke über das Posthaus, wenn die nördliche Tunnelröhre gesperrt werden muss, oder sich gar ein Unfall auf der Strecke ereignet. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Brücke über die Gauchach direkt unterhalb des Posthauses marode ist und keinen Begegnungsverkehr von 40-Tonnern mehr zulässt.

Die Brücke ist deshalb nur noch in der Mitte befahrbar, die Seiten sind durch Warnbaken abgetrennt. Nach dem Bau von Brücke und Tunnel ist diese Straße zur Gemeindeverbindungsstraße herabgestuft worden, was bedeutet, dass die beiden Gemeinden Löffingen und Bräunlingen für deren Unterhalt zuständig sind.

Bei einem Gespräch mit dem Bund und den Landkreisen sei jetzt vereinbart worden, dass der Bund die Straße von Döggingen bis Unadingen ertüchtigt und auch die Sanierung oder den Neubau der Brücke bezuschusst. Dadurch hätte jede der beiden Gemeinden im Falle eines Neubaus, der nach Ansicht von Bürgermeister Link nötig sei, dann noch rund 100.000 Euro beizusteuern. "Der Reiz der Geschichte ist, dass wir eine neue Ortsverbindungsstraße bekommen und wenn jede Gemeinde nur noch 100.000 Euro für die Brückensanierung beisteuern muss, ist das voll in Ordnung", sagte Tobias Link.

Alte Bundesstrasse

Weil der Verkehr im Falle von beidseitigen Umleitungen die Leistungsfähigkeit der zur Verfügung stehenden Straßenqualität überschreitet und auch die Bevölkerung in unzumutbarer Weise überschreitet, macht man sich in Löffingen auch Gedanken über Alternativen. Eine davon wäre, die alte, noch halbwegs intakte Bundesstraße 31, die unter der Gauchachtalbrücke verläuft, zumindest in eine Richtung als Umleitungsstrecke auszuweisen.

An der jetzigen Bushaltestelle in der Gauchachschlucht ließe sich ohne große Probleme an die noch bestehende Straße andocken und auch der anderen Seite könnte man mit einer Strecke von rund 100 Metern die Straße auf Höhe der jetzigen Behelfsausfahrt wieder an die Bundesstraße anzuschließen. Damit wäre zumindest Unadingen vom Umleitungsverkehr entlastet.

Dagegen wehrt sich allerdings noch das Regierungspräsidium, weil seinerzeit im Baufestellungsbeschluss für den Brückenbau festgelegt worden war, dass der Damm, auf dem die ehemalige B 31 verläuft, wieder zurückgebaut werden soll. Wie schon damals will das Regierungspräsidium die Straße aber noch als Provisorium für den Bau der zweiten Brücke nutzen. Und Provisorien, so die Hoffnung von Tobias Link, haben manchmal eine lange Haltbarkeit.

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Autor: wun