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04. Juli 2013

Der Kran ist weg

Zwangsabbau durch die Stadt aus Sorge um Sicherheit.

  1. Nach vier Jahren wird der Kran abgebaut. Die allermeiste Zeit stand der Lastheber ungenutzt in Löffingens Skyline. Foto: Philippe Thines

LÖFFINGEN (cm). Man mag es kaum glauben: Der Kran ist weg. Gestern wurde eine Ära zumindest vorläufig beendet, die vor vier Jahren begann und die Stadt Löffingen und die Anwohner der Demetriusstraße beschäftigte. Die Rede ist vom Baukran am ehemaligen Haus Nickel, das 2009 durch einen Brand arg in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Das Haus sollte ursprünglich nach dem Feuer saniert werden, die Baustelle wurde dann aber von der Aufsichtsbehörde stillgelegt. Der Kran blieb stehen. Er wurde mit der Zeit immer mehr zum Ärgernis der Stadt und der Anwohner. Zum einen störte der Anblick, mehr aber noch gab es Sorgen um die Sicherheit. Denn die Wackel- und Drehbewegungen des gelben Lastenhebers bei starkem Wind wurden nicht nur von entsprechenden Geräuschen begleitet, sondern bargen auch eine Gefahr, dass sich etwas lösen könnte. Eine Kontrolle fand nicht statt, die angefangene Baustelle war ohne Aufsicht. Ein zu hohes Risiko befand jetzt die Stadtverwaltung und ließ den Kran abbauen, samt dem dürren und abgenadelten Christbaum, der dort seit Weihnachten von vor ein paar Jahren noch steckte.

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Der Weihnachtsbaum steckt noch

Die Mitarbeiter des Bauhofs haben am Mittwoch den Lastenheber, der es bis ins Narreblättle brachte ("Der Gilly-Kran beim Haus Nickel wird am Alten Fasnetsunntig anstelle des Narrenbaums versteigert"), vorläufig im Bauhofgelände sichergestellt. Gleichzeitig werden die fehlenden Firstziegel des auf der Rückseite mit Folie geschlossenen Dachs neu gesteckt. Auch hier bestehe nach Aussage des Stadtbaumeisters Thomas Rosenstiel Gefahr für die Bevölkerung.

Alle Bemühungen der Gemeinde, mit dem Bauherrn – einem bekannten Hüfinger Architekten ins Gespräch zu kommen – scheiterten. "Wir warten seit Monaten auf einen Bauantrag", sagte Thomas Rosenstiel. Trotz mehrfacher Aufforderung und Versprechungen seitens des Bauherrn seien die Unterlagen für einen Bauantrag nicht eingereicht worden. Wie ein "zahnlose Tiger" habe sich die Gemeinde verhalten müssen, doch jetzt sei damit Schluss.

Autor: cm