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21. Januar 2011
Die Feuerwehr ist gut aufgestellt
Gemeinderat beschließt den Feuerwehrbedarfsplan / Kommandant Ernst Fechti sieht aber für die Zukunft Veränderungsbedarf.
LÖFFINGEN. Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre soll der Feuerwehrbedarfsplan, den Stadtkommandant Ernst Fechti in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorstellte, sowohl den Feuerwehren als auch der Gemeinde bescheren. Der Gemeinderat hat dem 20-seitigen Planwerk, das zuvor bereits in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert worden war, einhellig zugestimmt.
368 Mitglieder hat die Feuerwehr – davon 128 in der Altersmannschaft, 36 in der Jugendfeuerwehr und 240 bei den Aktiven, die sowohl bei Bränden als auch zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen zum Einsatz gerufen werden. An der Spitze stehen dabei in den vergangenen fünf Jahren mit durchschnittlich 43 Prozent die technischen Hilfeleistungen vor den sonstigen Einsätzen (31,6 Prozent), wie Parkdienst oder Absperrungen, gefolgt von Bandeinsätzen mit 18,5 Prozent, Fehlalarmen mit 4,8 und Einsätze wegen Tieren oder Insekten zwei Prozent.Von den 240 aktiven Feuerwehrleuten sind tagsüber in der Regel 40 im Ort anwesend. Die durchschnittliche Antrittsstärke bei einer Alarmierung liegt unter der Woche tagsüber bei 28 Feuerwehrleuten, abends und in der Nacht bei 50 und an Wochenenden und Feiertagen bei 45. Auch die Zeitvorgaben bis zum Eintreffen an der Brand- oder Unfallstelle wurden in den vergangenen fünf Jahren in mehr als 70 Prozent der Fälle eingehalten. Einziger Ausreißer dabei ist bei Brandeinsätzen tagsüber unter der Woche die erste Gruppe mit der geringeren Mannschaftsstärke, die lediglich in 52 Prozent der Fälle in der vorgegebenen Zeit am Brandort ist.
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Aufgeführt sind im Feuerwehrbedarfsplan aber auch Gebäude und Einrichtungen mit besonderer Nutzung oder Gefährdung wie beispielsweise eine Autoverwertung, Tankstellen, das Altenpflegeheim oder das Haus Lebensheimat, Schulen, Aussiedlerhöfe, Gebäude mit einer Rettungshöhe über zwölf Meter, bei denen die Rettung von Menschen über Steckleitern nicht mehr möglich ist, Aussiedlerhöfe und abgelegene Gebäude, Versammlungsstätten (Hallen), historische Gebäude wie Kirchen oder der historische Stadtkern sowie besondere Gebäude wie die Sporthallen, das Landschulheim Linsimühle (45 Betten), die Burgmühle (40 Betten) und der Schwarzwaldpark. Aber auch die Straßen im Einsatzbereich der Feuerwehr, die Bahnstrecke oder der Segelflugplatz Reiselfingen sind im Plan enthalten.
Wichtig sind dabei aber auch die Fahrzeuge, auf die die Feuerwehr im Notfall zurückgreifen kann. Dabei handelt es sich um acht Löschfahrzeuge, von denen ein Großteil in den Ortsteilen stationiert ist, um die Drehleiter, einen Gerätewagen mit Technikausstattung und um einen Mannschaftstransportwagen. All dies ist laut Bedarfsplan notwendig, um die Sicherheit zu garantieren. Eine zweite Drehleiter kann im Notfall aus Neustadt oder Donaueschingen angefordert werden, eine zweite Drehleiter in Löffingen selbst sei aus wirtschaftlichen Gründen unverhältnismäßig. Ebenso verhält es sich mit Gefahrstoff- oder Strahlenschutzeinsätzen, bei denen der Gefahrgutzug aus Donaueschingen oder der Strahlenschutzzug des Schwarzwald-Baar-Kreises angefordert werden kann.
Der Bedarfsplan gibt aber auch Auskunft darüber, wann die Neubeschaffung von Fahrzeugen oder Geräten notwendig ist. So ist beispielsweise in diesem Jahr die Anschaffung einiger neuer Sprechfunkgeräte, eines Notstromaggregats, acht Atemschutzgeräten, einem Flaschenzug und einer Absturzsicherung vorgesehen. Das einzige neue Fahrzeug, das in den kommenden fünf Jahren ersetzt werden muss, ist ein Tanklöschfahrzeug. Zwischen 2016 und 2019 sollten dann allerdings gleich fünf Tanklöschfahrzeuge in den Ortsteilen ersetzt werden.
Stadtkommandant Ernst Fechti zieht aus dieser Aufstellung das Fazit, dass die vorhandene Personalstruktur noch ausreichend sei, dass jedoch aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung der Förderung der Jugendfeuerwehr hohe Bedeutung zuzumessen ist, um weiterhin über genügend Einsatzkräfte zu verfügen. Auch im gewerblichen Bereich sei damit zu rechnen, dass eine Steigerung der Leistungsfähigkeit bei der Wehr erforderlich wird. Derzeit können die Strukturen beibehalten werden, weil über Jugendfeuerwehr und Quereinsteiger die Mannschaftsstärke noch ausreichend sei. Ziel für die Zukunft müsse es jedoch sein, Mitarbeiter der städtischen Einrichtungen für den Feuerwehrdienst zu gewinnen, um so die Tagesbereitschaft zu stärken. Möglicherweise müsse in naher Zukunft aber auch darüber nachgedacht werden, wie die Einsatzbereitschaft, anders als bisher, nur die Freizeit der Feuerwehrangehörigen gesichert werden kann. Der Arbeitsaufwand übersteige inzwischen bei weitem die Grenzen, die man einem Ehrenamt zumuten könne.
Bürgermeister Norbert Brugger erklärte, dass Löffingen in Bezug auf die Feuerwehr selbstbewusst dastehen könne. "Mit 120 Aktiven und 36 Jugendlichen ist dies mittelfristig eine sichere Geschichte", erläuterte Brugger.
Autor: Martin Wunderle
