Die Tagesordnung auf dem Tablet

Christa Maier

Von Christa Maier

Fr, 13. Oktober 2017

Löffingen

Welche Erfahrungen machen Löffingens Stadträte mit der Umstellung von Papier auf digitale Sitzungsunterlagen?.

LÖFFINGEN. Seit den Sommerferien erhalten die Stadträte ihre Unterlagen nicht mehr in Papierform, sondern elektronisch auf einen Tablet-PC. Welche Erfahrungen machen die Ratsmitglieder nach den ersten Wochen mit den Geräten und den papierlosen Sitzungen?

Für Adelheid Bürkle (CDU) ist es das erste Tablet und daher eine neue Herausforderung. Dass sie mit Joachim Streit einen Experten unter den Ratskollegen hat, erleichtere ihr die Anwendung. "Er hat mir alles eingestellt und jetzt mach’ ich mich mit dem Tablet vertraut", sagt sie. In den Sitzungen liegen zwar noch für den Notfall Sitzungsunterlagen in Papierform bereit, doch darauf greife sie nicht mehr zurück. Die Entscheidung des Gemeinderats für die Verwendung von Tablets findet sie in Hinblick auf die Eindämmung der Papierflut super.

Ähnlich sieht es auch Paul Wolber (FDP/FW). "Da kann doch jetzt tonnenweise Papier eingespart werden", sagt er. Und auch das Aufbewahren der Unterlagen in Ordnern zuhause erübrige sich jetzt. Die anfänglichen Startschwierigkeiten beim Einloggen seien inzwischen behoben. Bis alles rund laufe, werde es vielleicht noch etwas dauern. Doch insgesamt funktioniere das Ganze und mit der Entscheidung würden die Anschaffungskosten bald kompensiert werden.

Auch wenn die Software noch nicht ganz optimal funktioniere, so arbeitet sein Fraktionskollege Elmar Fehrenbach gerne mit dem handlichen Gerät. Vor allem die Kalenderfunktion sei eine Erleichterung. Nicht nur die Einsparung von Papier, sondern auch von Zeit nennt er als Vorteile des Tablets: "Die Damen in Rathaus mussten manchmal 30 bis 40 Blätter sortieren und zusammenheften, bei Bebauungsplanänderungen noch viel mehr. Das brauchte Stunden." Beruflich hat der Polizist schon länger mit den neuen Medien zu tun, daher fällt ihm die Anwendung nicht schwer. "Nur wenn etwas nicht funktioniert, dann brauch ich Unterstützung vom Fachmann", sagt er.

Für Inge Sibold (SPD) ist das Tablet noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber sinnvoll, um die Papierstapel zu reduzieren. "Das Einrichten des iPads war für mich als Apple-Anfängerin nicht gerade einfach", sagt sie. Beim Zeitaufwand für die Sitzungsvorbereitung ändere sich allerdings nichts: "Schließlich muss alles gelesen werden." Auch bei den Recherchen helfe ihr das iPad momentan aufgrund der fehlenden älteren Vorlagen nur bedingt. Insgesamt jedoch sei die Anschaffung der Tablets eine gute Entscheidung gewesen.

"Aller Anfang ist schwer", weist Willi Frey (CDU) auf einige Stolperer bei der Systemeinrichtung hin. Mit dem Tablet müsse man sich wie mit jeder neuen Technik erst mal vertraut machen. Bis das Ganze gelaufen sei, habe es einige Anläufe gebraucht, bei denen er auf seine Ehefrau Marika und auch auf Kämmerer Artur Klausmann zählen konnte. Nicht nur hinsichtlich der Papiereinsparung sei das Gerät top: "Mittels Suchfunktion können wir jetzt alle Unterlagen mit dem eingegebenen Schlagwort bis 2015 zu finden." Dass die Aktenschränke daheim jetzt nicht mehr mit den Sitzungsunterlagen überquellen, sei ebenfalls ein großer Vorteil, findet Frey. Und wenn man mal Hilfe brauche, könne man einfach auf kompetente Leute zurückgreifen.

Joachim Streit (SDP) ist Computerexperte, der schon von Berufs wegen seit einigen Jahren fast papierlos arbeitet. Seit drei Jahren ist er im Gemeinderat und hat seither alle Papierdokumente eingescannt und in gesichertem Bereich gespeichert, so dass er schon immer von PC und privatem Tablet Zugriff hatte.

Nachdem die Anwendung nun richtig eingerichtet sei und die entsprechenden Passwörter auch überall funktionieren, könne er durchweg von positiven Erfahrungen mit dem iPad sprechen. Die Software sei einfach zu bedienen, übersichtlich und mit allen nötigen Funktionen ausgestattet. Termine müssten nicht mehr im Smartphone manuell eingetragen werden, das gehe jetzt per Knopfdruck. Die Dokumente mit Notizen, Bildern oder Plänen seien alle offline in einem sicheren Bereich verfügbar. Die Recherche und Suchbarkeit bringe ihm den größten Vorteil, da er per Stichworte eine Trefferliste erhalte. Dass man jetzt alle Dokumente zwei Tage früher erhalte, findet ebenfalls gut. Lediglich in Sachen WLAN-Infrastruktur im Sitzungssaal müsse noch etwas aufgerüstet werden.