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15. September 2012

Ein Dorfladen soll her

Der Farrenstall in Bachheim soll umgebaut werden / Gemeinde favorisiert Genossenschaftsmodell.

  1. Der ehemalige Farrenstall in Bachheim soll zu einem Dorfladen mit Kiosk werden. Foto: Martin Wunderle

LÖFFINGEN-BACHHEIM. In den ehemaligen Farrenstall in Bachheim soll neues Leben einziehen. Geplant ist dort ein Dorfladen mit Kiosk und Kommunikationsmöglichkeiten für die Bewohner des Ortsteils und für Wutachschluchtwanderer. Bürgermeister Norbert Brugger und Ortsvorsteher Berthold Meister schwebt dafür ein Genossenschaftsmodell vor, wie beide bei einem Pressegespräch erläuterten. Dazu soll am 24. September im Bürgersaal des Rathauses eine Bürgerversammlung stattfinden.

Den Anstoß gab Christof Vögelin aus Bachheim, der mit der Idee, den alten Farrenstall in der Neuenburgstraße zu einem Kiosk für Schluchtwanderer umzubauen, den Ortschaftsrat kontaktierte. Nachdem der Ortschaftsrat das Vorhaben positiv beurteilt hatte, beschäftigte sich auch der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Thema.

Weil damit aber auch Investitionen verbunden sind, hat der Gemeinderat dem Bürgermeister den Auftrag erteilt, Gespräche zu führen, um nicht nur einen Kiosk, sondern auch einen Dorfladen und einen Treffpunkt zur Kommunikation dort einzurichten.

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In Bachheim gib es seit vielen Jahren keinen Dorfladen mehr. Auch der Versuch, den Laden mit einem Mietzuschuss von Seiten der Stadt zu erhalten, habe damals, noch in der Amtszeit von Bürgermeister Dieter Mellert, nur kurze Zeit funktioniert.

Eine Genossenschaft als günstigste Lösung

Nach einer Besichtigung mit je einem Vertreter von Landratsamt und Regierungspräsidium, an dem auch Christof Vögelin und von Seiten der Stadt Bürgermeister Brugger, Ortsvorsteher Meister und Roland Stefan vom Stadtbauamt teilnahmen, sei man zum Ergebnis gekommen, dass die Gründung einer Genossenschaft die günstigste Lösung sei, erläuterte Norbert Brugger. Denn auf diese Weise könne man Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent über das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum beantragen.

Zuvor hatte Roland Stefan bereits Pläne für einen Umbau ausgearbeitet, dessen Kosten sich voraussichtlich auf rund 140 000 Euro belaufen. Dafür könnte die Genossenschaft einen Zuschuss von 28 000 Euro erhalten.

Um die Erfolgsaussichten für einen genossenschaftlich betriebenen Dorfladen auszuloten, hatten Brugger und Meister auch einen Vortrag der Industrie- und Handelskammer in Villingen-Schwenningen besucht, wo Dieter Wies aus dem Kleinen Wiesental über einen Dorfladen berichtete, der seit vier Jahren erfolgreich geführt wird. An dem Vortrag zeigten nach Angaben von Norbert Brugger auch drei Rötenbacher Interesse. Auch dort, so Brugger, werde man irgendwann vor einem ähnlichen Problem stehen, wenn die Inhaber des Kaufhauses Manock aus Altersgründen aufhören.

Der weitere Zeitplan für das Projekt sieht so aus: Zunächst einmal wird Dieter Wies auch bei der Bürgerversammlung am 24. September in Bachheim sein Projekt vorstellen und über seine bisherigen Erfahrungen berichten. Dort könnten dann auch Anteile für die Mitgliedschaft in der Genossenschaft gezeichnet werden, wobei die Kosten pro Anteil bei 50 Euro liegen. Und je nachdem, wie groß das Interesse der Bachheimer Einwohner sei, werde der Gemeinderat dann entscheiden, ob die Stadt eventuell das Gebäude als städtischen Anteil in die Genossenschaft mit einbringen werde. Dann könne man auch umgehend bis zum 30. September den entsprechenden Förderantrag stellen, mit dessen Bewilligung im Frühjahr 2013 zu rechnen sei, erläuterte Bürgermeister Norbert Brugger. Bis dahin werde die Gemeinde einen Bauantrag auf den Weg bringen, damit die Genehmigung möglichst schnell vorliegt und man mit dem Umbau beginnen kann.

Autor: Martin Wunderle


7 Kommentare

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helmut kienzler

Registriert seit: 18.03.2010

Kommentare: 91

17. September 2012 - 09:00 Uhr

Die Betreiber eines solchen Projekts sollten sich vorab schon einmal für Hartz IV vormerken lassen, den einen wirtschaftlichen Ertrag wird es hier nicht geben.Derjenige der dieses Vorhaben forciert, sollte lieber bei seinen Hühnereiern bleiben oder er soll den ganzen Umbau selber bezahlen.

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

17. September 2012 - 16:18 Uhr

http://www.badische-zeitung.de/lenzkirch/kaufhaus-wangler-schliesst-nach-mehr-als-100-jahren--63592058.html

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Verena Müller

Registriert seit: 22.06.2011

Kommentare: 55

19. September 2012 - 00:35 Uhr

Ich bin dafür, das uns Menschen mehr bewusst werden sollte, wohin uns der Fortschritt geführt hat.. gerade was die Lebensmittel angeht, zu Massentierhaltung, Gammelfleisch (je billiger desto besser), durch Medikamente verseuchtes Essen, etc. Da ist es doch schön, wenn man wieder back to basic gehen möchte.. Eier udn Fleisch vom Bauernhof ausm Dorf/der Umgebung, etc.
Da kann man auch mal vorbeischauen und sich selbst davon überzeugen, woher die Lebensmittel kommen und das damit kein Schabernack getrieben wurde!
und wo, wenn nicht in solchen kleinen Ortschaften könnte dies gelingen?
das Genossenschaftsmodel ist sicher eine praktische Lösung.... und hat nichts mit einem Tante-Emma-Laden ("Kaufhaus") zu tun, wie es in dem Artikel des Saiger Lädchens geht...
Wen nicht wir selbst unsere Region unterstützen und die guten Produkte nutzen, warum sollten es dann andere tun?
lieber ausgewähltes Essen und vor Ort ein paar cent mehr bezahlen, als Leute wie "Wiesenhof" z.b. zu unterstützen, damit man ein paar cent sparen kann.. das was wir an geld sparen, sparen die da dort an anderen Dingen. mich gruselts nur schon, wenn ich an diesen Bericht denke *igitt*

ich würd mich freuen, wenns bei allen anderen Sachen auch wieder etwa smehr back to basic gehen würde und Handarbeit , selbstgemachtes, Lebensmittel aus eigener Produktion, etc. wieder mehr von den Leuten geschätzt werden würde...

ach, ich schweife ab....

was ich sagen will.. einen Versuch ist es allemal Wert..

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Gelöschter Nutzer #914291

Registriert seit: 30.03.2012

Kommentare: 629

19. September 2012 - 02:41 Uhr

@ Frau Müller

Gibt's eigentlich den kleinen Dorfladen in Unadingen noch, oder hat der mangels Kundschaft auch schon dichtgemacht ?

Falls es Ihn noch gibt, wieso gehen Sie nicht dort einkaufen, damit es Ihn noch weiterhin gibt, anstatt Ihm noch Konkurrenz ins Nachbardorf zu setzen ?

Und: Im Hochschwarzwald heißen viele kleine Läden 'Kaufhaus', weil es früher und bis heute einfach Häuser waren und sind, in denen man kaufen kann...den täglichen Bedarf.
Auf Anhieb fällt mir außer dem in Saig noch eins in Rötenbach, in Höchenschwand und in Grafenhausen ein. Die Bezeichnung der Kaufstätte ist in diesen Fällen nicht mit der höchstmöglichen Umsatzrendite verbunden, sondern mit Einsatz für die Kunden, Regionalität und sehr viel Flexibilität.
Erkennen Sie diese Eigenschaften auch bei den Mitarbeitern in einem Kaufhaus nach heutigem Standard ?

Ich persönlich betrachte die Befürworter und besonders die (zumeist ehrenamtlichen, freiwilligen, im sonsigen Leben unausgelasteten) Mitarbeiter dieser Genossenschafts-Lädele als Menschen, die eine Betätigung suchen, von der Sie denken, Sie machen etwas Sinnvolles, um ausgelastet zu sein.
Wie gesagt, im Nachbarort gibt (oder gab) es Menschen, die davon leben (oder lebten), daß Sie die Menschen der engeren Umgebung mit guten Lebensmitteln versorgen bzw. versorgten.

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Verena Müller

Registriert seit: 22.06.2011

Kommentare: 55

19. September 2012 - 12:53 Uhr

Es geht doch um die Grundversorgung im Ort. Wenn sie auswärts fahren müssen ( egal ob nach Unadingem oder nach Löffingen), um einzukaufen, dann wurde das Thema ja grad schon wieder verfehlt.. ;-)

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helmut kienzler

Registriert seit: 18.03.2010

Kommentare: 91

20. September 2012 - 09:03 Uhr

Eier und Fleisch vom Bauernhof.? Den meisten Verbrauchern mit denen ich über dieses Thema rede, meinen daß die Selbstvermarkter zu teuer sind. Und dazu kommt noch, daß ich Personen die angeblich (back to basic ) gehen möchten in sämtlichen Supermärkten der Umgebung antreffe. In einem Ort wie in Bachheim ist das auch nicht durchsetzbar. Diesen Schuppen umzubauen nur für Zucker, Salz und Suppenwürfel ist schlichtweg einfach zu teuer.

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Verena Müller

Registriert seit: 22.06.2011

Kommentare: 55

20. September 2012 - 23:46 Uhr

klar trifft man mich auch in Supermärkten an! Das streite ich sicher nicht ab, Herr Kienzler. Wir sind ne 5-Köpfige Familie, die auch aufs Geld schauen muss.. ABER.. und ja das kommt jetzt auch noch.. ABER, ich bin durchaus auch in der Lage bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. und dazu gehört durchaus, das ich nicht täglich mein Steak oder Schnitzel oder anderes Fleisch für 2€ das Kilo aufm Teller liegen haben muss. ... und da fängt das umdenken schon an.. bei kleinen Schritten im Rahmen der eigenen Möglichkeiten..

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