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21. April 2015

Ermüdungserscheinungen im Tierheim

Die Vorsitzende Carola Hannes sucht Nachfolger / Einen festangestellten Tierpfleger wird es aber nicht geben.

LÖFFINGEN. Carola Hannes will ihren Abgang langsam in die Wege leiten, das bestellte Haus in gute Hände übergeben. Mit 1000 D-Mark habe die engagierte Tierschützerin vor vielen Jahren den Verein aufgebaut. Fällt der Name Carola Hannes in Löffingen, denkt jeder gleich ans Tierschutzheim an der Jungviehweide. Doch der Vorstand ist in die Jahre gekommen, Ermüdungserscheinungen machen sich breit. Wie geht es weiter, wenn verdiente Mitarbeiter nicht mehr zur Verfügung stehen? Bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus Sonne war dies ein ausgiebig diskutierter Punkt auf der Tagesordnung.

Über ihre eigene Ideallösung hatte Carola Hannes sich bereits ausreichend Gedanken gemacht und die Lösung auch schon der Gemeinde vorgestellt: Ein festangestellter Tierpfleger könnte es sein. Bürgermeister Tobias Link, der sich bei der Versammlung die Wünsche und Vorschläge der Mitglieder anhörte, gab aber ein ganz eindeutiges Signal. So einen Posten mit einem Kostenfaktor von jährlich 28 000 Euro wird es von Seiten der Gemeinde nicht geben. Vielmehr müssten Arbeitspakete geschnürt werden, die dann auf mehrere Schultern verteilt werden könnten.

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Ist es Aufgabe der Kommune, für den Tierschutz aufzukommen? Muss die Stadt die Kosten übernehmen? Sollte der Tierschutzverein die Einnahmen der Hundesteuer erhalten? Oder kann die Stadt bei den Kosten von Wasser, Strom und Gas ein Entgegenkommen signalisieren? Die Finanzierungslücke von 28 000 Euro ist nicht so einfach zu schließen. Tiere hätten allgemein keinen hohen Stellenwert, fänden keine Würdigung in der Bevölkerung. "Das ist ein Spiegel der Gesellschaft", erklärte Hubert Katla, der sich im Verein um die Finanzen kümmert. Mehr Engagement gehe nicht, alle Mitarbeiter seien am Limit. Er sieht als einzigen Ausweg eine Erhöhung des Zuschusses. Denn, "der Tierschutzverein ist ein wunderbares Unternehmen, das bisher nur mit viel Ehrenamt zu bewältigen ist und mit seinen Aktivitäten für die Stadt Löffingen gute Werbung macht."

Fehlen aber ehrenamtliche Helfer durch Krankheit oder Urlaub, sind die Schwachstellen schnell sichtbar. "Ich will nicht aufhören, aber ich habe letztes Jahr gemerkt, dass ich mich selber auf der Strecke lass", erklärte Hannes, die mit ihrem Team und der Gemeinde weiter nach einer Lösung sucht.

Autor: Heidrun Simoneit