Frischer Wind fürs Altenheim

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Mi, 07. Februar 2018

Löffingen

Die Nachfrage ist deutlich größer als die Bettenzahl / Viele junge Menschen zeigen Interesse an einer Ausbildung.

LÖFFINGEN. Das Altenpflegeheim sollte in den kommenden Jahren wachsen. Dies erläuterte Heimleiter Martin Satler bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans für das laufende Jahr in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Für das laufende Jahr ist das Altenpflegeheim gut aufgestellt. Einnahmen aus 2,34 Millionen Euro stehen Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber, so dass zwar keine Gewinne, aber auch keine Verluste zu erwarten sind. Bei Pflegesatzverhandlungen Ende des vergangenen Jahres konnte eine Erhöhung um 4,2 Prozent vereinbart werden, was einer Summe von rund 73000 Euro entspricht, erläuterte Rechnungsamtsleiter Artur Klausmann. Dies vor allem wegen absehbarer Kostensteigerungen durch die Tarifverhandlungen im Personalbereich. Diesen Pflegesatzgebühren von insgesamt 1,38 Millionen Euro stehen Personalausgaben von 1,74 Millionen Euro gegenüber.

Durch die Veränderungen im Pflegestärkungsgesetz sind die drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade umgewandelt worden. 11 Bewohner des Altenheims gehören dem Pflegegrad zwei an, 18 Bewohner dem Pflegegrad drei, 14 Bewohner dem Pflegegrad vier und 7 Bewohner dem Pflegegrad fünf. Der Eigenanteil, den die Bewohner aufbringen müssen, liegt für die Pflegegrade zwei bis fünf bei jeweils 2002 Euro. Bisher waren es 1878 Euro.

Investiert werden sollen in diesem Jahr 65 000 Euro in Bauleistungen und Planungsleistungen. Die Neuanschaffungen für Pflegebereich, Wirtschaftsbereich und Sonstiges belaufen sich auf rund 55 000 Euro.

Einen Pflegenotstand, wie in vielen anderen Altenpflegeheimen gibt es in Löffingen nach Angaben von Heimleiter Martin Satler nicht. Allerdings sei es unmöglich, Pflegekräfte von außen zu bekommen. Aber alle jungen Menschen, die in der Löffinger Einrichtung ein freiwilliges soziales Jahr ableisten, blieben auch danach da. Im Moment sind dort drei junge Frauen zu einem freiwilligen sozialen Jahr sowie fünf Auszubildende, wovon einer parallel ein Studium für Pflegewissenschaften in Freiburg absolviert. Beides sei sensationell, sagt Martin Satler, der großen Wert auf eine gute Ausbildung legt, was auch die Schüler zu schätzen wissen.

Der Altersdurchschnitt liegt bei 48 Jahren. Allerdings fehlen die Pflegekräfte zwischen 35 und 45 Jahren komplett, sagt Martin Satler. Im Gegensatz zum Beginn des vergangenen Jahres, als viele Ausfälle im Pflegebereich zu verkraften waren, sei die Stimmung inzwischen wieder positiv, ebenso wie die Rückmeldungen der Heimbewohner, sagt Satler. Großes Lob zollte er auch der Belegschaft, die eine gute Mischung aus Jung und Alt darstelle, wobei die Älteren viel Berufserfahrung und Umsicht aufzuweisen haben, die Jüngeren können dagegen bei schweren körperlichen Arbeiten unterstützen, wovon letztlich alle Seiten profitieren.

Inzwischen kann das Altenheim die Nachfrage nach Pflegeplätzen bei weitem nicht mehr decken, der Bedarf habe in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Mit ein Grund dafür ist, dass sich der Einzugsbereich für Anfragen inzwischen deutlich über das Ösch hinaus erweitert hat. Deshalb hält es Satler für sinnvoll, das Angebot auszuweiten, nachdem man in den vergangenen Jahren viel in die Qualität des Hauses investiert hat und zwischenzeitlich in allen Bereichen auf dem neuesten Stand sei. Denn nicht jeder wolle ins Pflegeheim, deshalb sei es für die Zukunft wichtig, Angebote im Zwischenraum zwischen ambulanter und stationärer Pflege zu finden.

Außerdem führt auch der gesetzlich vorgeschriebene Umbau von Doppel- in Einzelzimmer zu einem Rückgang bei der Belegung. Bisher habe man noch andere Räume für die Einrichtung von Einzelzimmern nutzen können, doch wenn man dies abgeschlossen habe, liege die Kapazität unter den jetzigen 50 Betten, was betriebswirtschaftlich schwierig sei.