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07. Dezember 2013

Funk bringt schnelles Internet

Der Gemeinderat spricht sich mit großer Mehrheit für eine bessere Datenversorgung für drei Ortsteile aus.

  1. Die Ortsteile Unadingen, Dittishausen und Reiselfingen erhalten schnelles Internet per Funk, auch wenn sich viele Bürger für einen Kabelanschluss ausgesprochen haben. Foto: Boris Roessler/dpa

LÖFFINGEN. Mit großer Mehrheit hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend für eine bessere Internetversorgung der drei Ortsteile Dittishausen, Unadingen und Reiselfingen durch eine Funklösung ausgesprochen – allerdings mit der Maßgabe, dass sich die Gemeinde weiter um einen Anschluss an ein Glasfaserkabel bemüht. Vorausgegangen war eine hitzige Diskussion, in der einige Bürger befürchteten, mit einer Übergangslösung abgespeist zu werden.

Zum Beginn der Debatte hatte Bürgermeister Norbert Brugger daran erinnert, dass es Ziel dieser Sitzung, an der auch die Ortschaftsräte aus den drei betroffenen Ortsteilen teilnahmen, sei, alle Beteiligten auf denselben Informationsstand zu bringen. Die Stadt beschäftigt sich seit drei Jahren mit dem Thema schnelles Internet. Zwar liegt entlang der Bundesstraße 31 ein schnelles Datenkabel der Firma Kabel BW, doch die Firmenphilosophie durch einen neuen Eigentümer macht einen Anschluss von Unadingen durch die Firma unmöglich.

Im Gewerbegebiet B31 liegt der Anschluss schon

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Im Gewerbegebiet B31 liegt der schnelle Anschluss schon auf etlichen Firmengeländen, angeschlossen hat jedoch noch keine, wie Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel erläuterte. Inzwischen hat sich aber die Fördermöglichkeit durch das Land verbessert, sodass auch die Internetverbindung in die drei Ortsteile bezuschusst wird. Die Förderung ist zugesagt, der Auftrag wurde ausgeschrieben und inzwischen liegen die Ergebnisse vor.

Günstigster Bieter ist die Firma Overturn Technology, die über eine Funkverbindung die drei Ortsteile für 90 000 Euro versorgen würde, wie Marcus Müller von der Stuttgarter Firma Fiberstrategy, die im Auftrag der Stadt die Ausschreibung vorgenommen hat. Der Zuschuss des Landes liegt bei 45 000 Euro. Die Firma will mit strahlenarmer Richtfunktechnik von Löffingen aus zu einem Spiegel in Dittishausen senden, von dort die Funkwellen zu einem Mast bei Reiselfingen und Unadingen leiten und dort durch einen Rundstrahler alle drei Ortsteile versorgen. Die Übertragungsraten liegen wahlweise bei sechs, zwölf oder 25 Megabit pro Sekunde – und das zu marktüblichen Preisen. Der Anbieter sei bekannt und habe für technische Probleme ein schlüssiges Konzept ausgearbeitet, erläuterte Müller. Der Preis werde eingehalten, auch wenn bei den Arbeiten Probleme auftreten und auch die Preise für den Anschluss seien auf zwei Jahre festgeschrieben. Was nötig ist, sei allerdings eine Antenne außen am Haus.

Zweifel an der Funktechnik sowohl in Bezug auf die Leistungsfähigkeit als auch in die Zuverlässigkeit kam vor allem von Bürgern aus Unadingen. Und auch aus Dittishausen kamen Zweifel, ob man den Bürgern, die sich wegen der zusätzlichen Strahlung schon gegen einen Sendemast für den Mobilfunk stark gemacht hatten, eine solche Funktechnik mit Sendemast vermitteln könne.

Reiselfingen ist für die Funktechnik

Für den Ortschaftsrat Reiselfingen erläuterte Ortsvorsteher Martin Lauble, dass sich der Ortschaftsrat einstimmig für die vorgeschlagene Lösung ausgesprochen habe, auch wenn man die Ausschreibungsmodalitäten sehr unglücklich gefunden habe. Natürlich sei diese Investition kein Wunschkonzert, doch die gefundene Lösung sei kostengünstig und schnell. Und jeder Bürger könne schließlich selbst wählen, ob er diese Technik für sich will oder nicht. Ziel müsse es allerdings sein, die Glasfasertechnik weiter zu verfolgen.

Dittishausen Ortsvorsteher Helmut Wölfle vertrat die Meinung, der Richtfunk könne unter den bekannten Gründen in Dittishausen zu einem Problem werden. Eine Abstimmung des Ortschaftsrats liegt nicht vor. Er selbst vertrete aber die Meinung, dass sich mit dieser Lösung in den nächsten Jahren gut leben lasse, mahnte aber ebenfalls dazu, in Sachen Glasfaser weiter am Ball zu bleiben.

Auch der Ortschaftsrat Unadingen hält die Funktechnik nur für eine Übergangslösung, erklärte Ortsvorsteher Elmar Fehrenbach. Für Unadingen sei es das Ziel, an das vorbeilaufende Datenkabel anzuschließen.

Am Ende entschied sich der Gemeinderat mit 20 gegen zwei Stimmen und einer Enthaltung, die Angebote der Firma Overturn Technology für alle drei Ortsteile anzunehmen.

Autor: Martin Wunderle