"Gott ist der Motor des Lebens"

Christa Maier

Von Christa Maier

Mo, 12. März 2018

Löffingen

Zusammen mit Erzbischof Stephan Burger feiern die Reiselfinger im Jubiläumsjahr das Patrozinium zu Ehren des Heiligen Fridolin.

LÖFFINGEN-REISELFINGEN. Das Fest des Kirchenpatrons St. Fridolin war in diesem Jahr nicht ohne Grund etwas ganz Besonderes. Schon, weil das Patrozinium in die Feier zum 800-jährigen Bestehen des Orts eingebunden ist, aber auch, weil man mit dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger den Hauptzelebranten für den Gottesdienst gewinnen konnte. Für den 54-jährigen Theologen, seit 2014 Erzbischof von Freiburg, war das ein Heimspiel, schließlich stammt er aus Löffingen.

Entsprechend viele Familienmitglieder des Bischofs, Bekannte und Freunde feierten zusammen mit den Reiselfingern das Kirchenfest. Der Kirchenchor aus Bachheim unter Leitung von Marina Dorsch und Franz Gromann an der Orgel sowie der Musikverein Reiselfingen mit seinem Dirigenten Markus Bölle gestalteten die Eucharistiefeier zum Fridolinsfest musikalisch. Der Gottesdienst wurde parallel dazu auch in die Dietfurthalle übertragen, in der etwa 40 Gläubige Platz genommen hatten. Der Heilige Fridolin ist nach Aussage von Dekan Eugen Dannenberger mit Reiselfingen stark verwurzelt, folgerichtig sei es da nur, dass das Patrozinium in die 800-Jahr-Feier eingebunden werde. "Das Fest ist auch Grund, innezuhalten und nachzudenken und mit Gotteskraft und neuen Impulsen weiterzugehen", sagte Dannenberger, der zusammen mit Vikar Jan Lipinski und Diakon Thilo Knöller mitzelebrierten.

In seiner kritischen, aber auch aufmunternden Predigt ging Erzbischof Burger auf den Vertrauensverlust zur Institution Kirche durch die aktuellen Ereignisse ein, die man nicht vom Tisch kehren könne. Doch auch der Tod Jesu am Kreuz sei ein Scheitern gewesen, das nicht in das Bild der Menschen von Gott und seiner Siegesgeschichte passte. Doch die Auferstehung und der Glaube seien einzigartig und brächten Rettung und Heil. Die Glaubensgeschichte und die Beziehung zu Gott seien nicht der Beliebigkeit unterworfen. "Ich wünschte mir, dass die Kirche das ganze Jahr so voll wäre wie heute. Gott ist nicht das fünfte Rad am Wagen, sondern Motor des Lebens", appellierte der Erzbischof, das Vertrauen in Gott nicht zu verlieren. Die Gewissheit, von Gott getragen zu werden, erleichtere den Umgang mit Problemen im Leben, ist sich Burger sicher. Vor 800 Jahren habe Fridolin, der sich unter anderem für die Befreiung der Pflichtabgaben einsetzte, den Reiselfingern Hoffnung gegeben, wenigstens das Notwendigste zu behalten.

Dem Erzbischof war es dann vorbehalten, die von Goldschmied Markus Probst ehrenamtlich restaurierte Monstranz bei der Prozession zu tragen. Begleitet vom Musikverein Harmonie und der Feuerwehr, der Figur des Heiligen Fridolin und den Kindergartenkindern führte die Prozession entlang der mit Fahnen und Reisig geschmückten Häuser.

Anschließend traf man sich zum Essen in der Dietfurthalle. Viele nutzten die Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung im Pfarrhaus, wo Gegenstände über das christliche Leben in den vergangenen Jahrhunderten ausgestellt wurden.