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07. April 2010

Hunde schützen vor Übergriffen

Der Löffinger Hundecoach Uwe Friedrich stellt im Fernsehen ein Konzept zur Gewaltprävention vor.

  1. Was macht der Hund bei einem Angriff auf sein Herrchen? Das Kamerateam hält seine Reaktion in Bild und Ton fest. Foto: Heidrun Simoneit

  2. Was macht der Hund bei einem Angriff auf sein Herrchen? Das Kamerateam hält seine Reaktion in Bild und Ton fest. Foto: Heidrun Simoneit

LÖFFINGEN. "Ich greife dich jetzt an und will dich vergewaltigen", tönt Diana Eichhorn, die zierliche Reporterin vom Fernsehsender Vox unter dem Gelächter aller Beteiligten. Dreht sie nicht in Löffingen, berichtet Eichhorn jeden Samstag in der Sendung "Hund Katze Maus" über elende Hundeschicksale oder zeigt stolz glückliche Wildschwein-Damen mit reichlich Nachwuchs. Aus aktuellem Anlass besuchte Eichhorn mit ihrem Kamerateam den Hundetrainer Uwe Friedrich im Tanneneck und drehte einen Film für den Privatsender.

Wer kennt sie nicht, die Horrormeldungen, die mit steigender Tendenz durch die Medien ins traute Wohnzimmer fluten und Angst und Entsetzen verbreiten. Wehrlose Kinder, die allein zu Hause ahnungslos die Haustüre öffnen und Opfer brutaler Gewalt werden und ihr Leben lang schwer traumatisiert sind. Dabei könnte die Lösung so nahe liegen. Angeboten wird sie von Hundecoach Uwe Friedrich, der im ehemaligen Reitsportzentrum in Dittishausen seine Firma Teamcanin erfolgreich etabliert hat und nun Vierbeiner zum Familienbeschützer ausbildet: "Der Hund wird trainiert, auf ein bestimmtes Signal seines Besitzers einen potenziellen Angreifer so lange lautstark zu verbellen, bis er abgerufen wird."

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Trotz eisiger Temperaturen und ernstem Thema herrscht eine entspannte Stimmung auf dem Gelände der Hundeschule. Kenny und Bine, die zwei vierbeinigen Darsteller, erkennen schnell, was von ihnen erwartet wird. Im ersten Schritt sollen sie durch ein forderndes Bellen zeigen, dass sie von ihrem Besitzer etwas haben wollen, was für sie interessant ist. Bellt der Hund, erfolgt sofort ein Zauberwort (zum Beispiel "pass auf") und wird belohnt. "Wenn das Tier diese Zusammenhänge begriffen hat, geht es auf die zweite Lernebene", erklärt Friedrich. Der Stuttgarter Jürgen Leistikow, Geschäftsführer einer Detektei, hat mit seinem zweijährigen Kenny bisher alle Kurse bei Teamcanin durchlaufen: "Wir arbeiten jeden Tag weiter an der Ausbildung." Wie man feststellen kann, hat sich die permanente Arbeit bereits gelohnt. Bei einem simulierten Angriff von Friedrich auf Leistikow reagiert Kenny sofort auf das Zauberwort, springt zwischen die beiden und trennt die Männer dadurch.

Auch bei der Polizei interessiert man sich für die neuen Ausbildungsmethoden als Mittel der Gewaltprävention. "Ein Täter sucht sich bei Gewalttaten oder Sexualdelikten immer ein schwächeres Opfer. Der Hund zeigt ihm, dass er nicht mehr der Stärkere ist und das Opfer besser in Ruhe lässt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hört der Täter mit der Ausführung auf", erklärte Polizeikommissar Rolf Gebhart, der in Titisee-Neustadt als Jugendsachbearbeiter Selbstbehauptungskurse leitet. "Ein Hund ist allerdings kein Allheilmittel. Er bietet aber guten Schutz. " Wer einen ausgebildeten Hund an seiner Seite hat, der geht auch selbstsicherer. Allein das schrecke schon einen potenziellen Angreifer ab.



Autor: Heidrun Simoneit