Mit sicherer Hand durch unterschiedlichste Stilrichtungen dirigiert

Christa Maier

Von Christa Maier

Mo, 09. Januar 2017

Löffingen

Igor Guitbout und seine 46 Musikerinnen und Musiker gestalten abwechslungsreiches Dreikönigskonzert in der Bürgerhalle Unadingen / Kirchenchor wirkt auch mit.

UNADINGEN. "Es war ein ausgezeichnetes Konzert" bekamen Dirigent Igor Guitbout und seine 46 Musikerinnen und Musikern mehrfach von den Besuchern nach dem Dreikönigskonzert in der Bürgerhalle bestätigt. Schade nur, dass etliche Stühle frei blieben. Die gekommenen Musikfreunde wurden mit einem tollen Klangerlebnis und dem Beweis belohnt, dass der Musikverein mit allen Stilrichtungen gut umgehen kann. Von Filmmusik, Pop- und Rocksongs bis hin zu Polka und Jazz reichte das musikalische Spektrum, das durch den Kirchenchor zusätzlich bereichert wurde.

Aus Rücksicht auf die vielen jungen Musiker habe er nicht ganz so schwere Stücke ausgewählt, sagte Guitbout, der mit sicherer Hand durch alle musikalischen Anforderungen leitete. Doch die Stücke, die zu Gehör gebracht wurden, intonierte das Orchester hervorragend: "Das haben sie super gemacht". Auch der Jugendkapelle unter Leitung von Tobias Kraut bestätigte er eine tolle Leistung. Diese bestritt auch den Auftakt des Konzerts mit Friedrich Händels "Music for the Royal Fireworks". Kein leichtes Stück wählte Kraut auch mit "The Phantom of the Opera", deren viele Übergänge gut gemeistert wurden. Sonderapplaus gab es dabei für Noah Fromm, der mit einem Trompetensolo glänzte. Weiter konnte Ansager Michael Kästner "Let it go", den berühmten Themensong aus dem Disneystreifen "Disneys Frozen" ankündigen, bevor der hoffnungsvolle Nachwuchs nach einer Zugabe mit einem erleichterten Lächeln und unter Applaus die Bühne verließen. Für einige Jungmusiker galt es jedoch, gleich im Hauptorchester Platz zu nehmen. Fast den Pulverdampf riechen konnte man bei der Auftaktmelodie " Moment for Morricone" aus dem Filmklassiker der Italowestern "Spiel mir das Lied vom Tod", bei dem das Publikum die Spannung fast schon fühlen konnte.

Die Klangsensibilität, die Dirigent Guitbout aus seiner Kapelle herauskitzelt, wurde auch bei "Heal the World" von Michael Jackson deutlich. "Grönemeyer", ein fast acht Minuten langes Medley in einem Arrangement von Wolfgang Wössner, forderte nach der Ehrung Dirigent und Kapelle. Die bekannten Hits wie Männer, Mensch, Flugzeug im Bauch und Mambo wurden dabei mit vielen Taktwechseln und einem inspirativen Schlagzeugsolo hervorragend wiedergegeben, so dass es nach dieser großen Anspannung in die wohl verdiente Pause gehen und der Run auf Tombolalose beginnen konnte.

"Vive la France” hieß es nach der Pause. Hier konnte Veronika Wilhelm die bekanntesten französischen Chansons von "Champs-Élysées" bis "Je ne regrette rien" ansagen, und die, die da waren, bereuten nichts. Auch böhmisch-mährische Blasmusik wurde den Besuchern nicht vorenthalten, die sich über die Polka "Musikantenstolz" freuen durften. Ein ganz anderer Musikgeschmack wurde mit dem Gospel "Oh happy day" bedient, bei dem das Publikum gerne mitklatschte und der eine gute Überleitung zum Auftritt des Kirchenchores bot.

Unter Leitung von Manuel Draxler garantierte dieser mit dem gefühlvoll vorgetragenen "Hallelujah", dem wohl berühmtesten Popsong des kürzlich verstorbenen Songschreibers Leonard Cohen, Gänsehautfeeling pur. Es bleibt zu hoffen, dass der Chor dem Wunsch einiger Konzertbesucher, das Lied in sein Repertoire aufzunehmen und an hohen Festtagen zu singen, nachkommen wird.

Der Union Jack flatterte auf der Bühne, als Chor und Musikverein mit der gemeinsamen Darbietung des populären Marschs "Pomp and Circumstance No.1" einen glanzvollen Schlusspunkt setzten. Den Florentiner Marsch gab es dann noch vom Musikverein als Zugabe. Bei seinem Dank an den Dirigenten zum Ende des Konzerts betonte Vorsitzender Heinrich Oschwald, dass es anstrengende Wochen gewesen seien, die sich aber doch gelohnt haben. Der lang anhaltende Beifall des Publikums bestätigte, dass dieses Konzert beim Publikum wieder sehr gut angekommen war. Einige Stücke wird man beim geplanten Doppelkonzert zusammen mit dem Musikverein Aulfingen Anfang April noch einmal zu hören bekommen.