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04. Juli 2016

Nahwärme wird zur Erfolgsgeschichte

In diesem Jahr sollen die Leitungen bis zum neuen Baugebiet Reichberg V verlegt werden / Gemeinderat stimmt Arbeitsvergabe zu.

  1. Die Nahwärmeversorgung der Stadt Löffingen hat jetzt auch das Baugebiet Reichberg erreicht, Bis zu den Sommerferien sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Martin Wunderle

LÖFFINGEN. Die Nahwärmeversorgung in Löffingen entwickelt sich zur Erfolgsgeschichte. Das Netz soll in diesem Jahr noch einmal in drei Bauabschnitten um 1,5 Kilometer bis zum Baugebiet Reichberg V verlängert werden. Für den dritten Bauabschnitt, der bereits im März vergeben worden war, hat der Gemeinderat jetzt auch förmlich den Auftrag Firma Klumpp aus Offenburg vergeben.

Die Preise für die Lose zwei und drei lagen bei insgesamt 460 000 Euro, wovon 263 000 Euro für das Los zwei veranschlagt sind. Somit bleiben jetzt noch 197 000 Euro für das Los drei. Zur ursprünglichen Planung dazu kommen jetzt noch einmal rund 170 Meter in der Gallusstraße und in der Martinstraße.

Bisher hat das Nahwärmenetz in Löffingen eine Länge von zweieinhalb Kilometern, bis zum Ende des Jahres sollen es dann rund vier Kilometer sein, wie Rechnungsamtsleiter Artur Klausmann erläuterte. Angeschlossen sind bisher 15 städtische und 95 private Gebäude, wobei die großen städtischen Gebäude den Großteil der Wärme abnehmen.

Gespeist wird das Nahwärmenetz hauptsächlich aus der Biogasanlage der Familie Wiggert auf dem Haslachhof, die 3,2 Millionen Kilowatt pro Stunde (Kw/h) beisteuert. Dort steht auch die Hackschnitzelanlage der Stadt, die einen Anteil von 600 000 Kw/h beisteuert. Weitere drei Millionen Kw/h kommen aus dem neuen Blockheizkraftwerk, das auf dem Bauhofgelände untergebracht ist. Der Gasspitzenlastkessel im Keller des Schulgebäudes, der nur zu Abdeckung von Spitzenlasten dienen soll, trägt nochmals 20 000 Kw/h bei.

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Seit die Nahwärme im Jahr 2008 in Betrieb gegangen ist, erwartet Artur Klausmann für 2015 erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis. Seither ist das Netz jedes Jahr kontinuierlich ausgebaut worden. Inzwischen ist ein großer Teil der Innenstadt angeschlossen. Die Investitionen lagen bis zum vergangenen Jahr bei 4, 7 Millionen Euro, die über drei Millionen Euro an Darlehen, Baukostenzuschläge von 1,1 Millionen Euro und 600 000 Euro an Zuschüssen finanziert worden sind. Die Planung für 2016 sieht nochmals eine Erweiterung für 1,5 Millionen Euro vor, wovon rund eine Million über Darlehen finanziert werden muss, 120 000 Euro kommen über Zuschüsse, erläuterte Klausmann. Für die Länge des Netzes sei die Auslastung gut, durch Nachverdichtung erhofft man sich eine weitere Effizienzsteigerung und weniger Energieverluste.

Klaus-Dieter Müller von der Firma Enersys, die für die Planung der Nahwärmeversorgung zuständig ist, dass man bereits zwischen 60 und 70 Hausanschlüsse verlegt habe, die noch nicht am Netz sind. Die werden, so Müllers Überzeugung, in den kommenden Jahren noch dazukommen. Und je dichter das Netz sei, desto geringer seien die Wärmeverluste und desto besser die Quote.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Erweiterung in Richtung Reichberg V bis zum Herbst abgeschlossen ist. Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel ist allerdings optimistisch, dass bis zum Beginn der Sommerferien in einem Monat der Anschlusspunkt im Baugebiet Reichberg V erreicht ist, wenn nicht die Bauferien einen Strich durch die Rechnung machen.

Autor: Martin Wunderle