Reiselfingen stellt was auf die Füße

Christa Maier

Von Christa Maier

Mo, 03. April 2017

Löffingen

Zum 800-jährigen Bestehen sollen 800 dekorative Stelen den Ort zieren / Weiteres Ziel ist ein Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde.

REISELFINGEN. Ab sofort kann im ehemaligen Schlachthaus in Reiselfingen probiert, experimentiert und natürlich auch umgesetzt werden. Am Freitagnachmittag gab Ortsvorsteher Martin Lauble den Startschuss für die "Stelenwerkstatt", in der in den kommenden Monaten aus unterschiedlichen Materialien und mit vielen kreativen Ideen "hohe, freistehende Pfeiler oder Säulen", wie Stelen im Online-Lexikon Wikipedia bezeichnet werden, entstehen.

In den Regalen stapeln sich die Farbdosen, auf dem Boden liegen frisch gehauene Äste, auf einem kleinen Tisch liegen gelochte Tassen und Teller eines ausgedienten Kaffeeservices, an einem großen Tisch entwerfen Teammitglieder Plakate. Im kommenden Jahr feiert Reiselfingen das 800-jährige Bestehen mit vielen Veranstaltungen und Projekten. Eines davon ist die Stelenwerkstatt. Mit den angefertigte Selen sollen die Ortseingänge, markante Plätze und Vorgärten der Häuser geschmückt werden. Auch eine Installation mit den Jubiläumsstelen im Kurpark ist geplant. Mit 800 gefertigten Säulen will man sich zudem einen Eintrag im Guinness-Buch sichern.

"Das wäre das i-Tüpfelchen der Stelenwerkstatt", sagt Ortsvorsteher Lauble, der fest davon überzeugt ist, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Die Richtlinien für die Rekordanmeldung klärt Steffi Ruf derzeit ab. Von Seiten des Kindergartens wurde bereits signalisiert, 35 Stelen anzufertigen. Und auch das Team Kunst und Kulturelles hat schon einige Stelen angefertigt, die im Schaufenster des ehemaligen Ladengeschäfts Werne ausgestellt sind. "Es kommen immer wieder neue hinzu", sagt Christel Vogt, während sie Teller und Tassen gewollt ungeordnet auf einen Metallstab aufspießt.

Zusammen mit Jaqueline Dietrich, Susanne Fokuhl, Caroline Happle, Regina Klappan, Andrea Lauble, Anita Meister und Steffi Ruf bildet sie das Kunst- und Kulturteam. Dass sich aus Blechdosen, Holzbengeln, Geschirr, Töpfen, Pfannen und sogar verrosteten Schaufeln und Hacken interessante Säulen herstellen lassen, zeigen die Musterstelen in der Werkstatt. Ihr gutes Standvermögen verdanken sie den von Karl Vogt betonierten "Füßen". Jeder könne kommen und sich Ideen holen oder vor Ort umsetzen. Dabei könne eigenes oder vorhandenes Material verwendet werden.

"Die Stelenwerkstatt soll ein Projekt für die ganze Dorfbevölkerung sein, mit dem ein besonderes Jahr demonstriert werden soll", sagt Lauble. Das Jubiläums-Logo, das künftig Briefköpfe der Ortsverwaltung, Vereine und auch die Homepage ziert, ist ebenfalls schon entworfen. Regina Klappan und ihre Teamkolleginnen Rita Bernhard-Männlin, Jessica Lauble, Corinna Langenbacher und Nadine Götz haben sich für eine dunkle Tanne, eine rote Zahl 800 und eine blaue Welle mit der Jahreszahl 2018 entschieden. Das Logo soll Wald und Schlucht sowie die Farben des Reiselfinger Wappens reflektieren. Karl Vogt ist derzeit der Originalurkunde von 1218 auf der Spur. Eine Kopie liegt ihm bereits vor. Auch das Team, das sich um die Kirchen- und Hofgeschichte kümmert, ist schon gut vorangekommen. Es gibt Überlegungen, einen Förderverein Dorfgemeinschaft zu gründen, der den Heimatgedanken, die Dorfkultur und Jugendaktivitäten fördern soll. "Etwas Beständiges, damit das Leben im Dorf weiterhin lebenswert bleibt", wie Martin Lauble betont.

Die Werkstatt im Gässle ist ab sofort regelmäßig am Freitagnachmittag ab 16 Uhr geöffnet. Die weiteren Öffnungszeiten – auch außerhalb ist nach Absprache ebenfalls ein Arbeiten möglich – sind am Tor des Schlachthauses ersichtlich.