Rock und Alphorn in der Kirche

Christa Maier

Von Christa Maier

Mi, 16. November 2016

Löffingen

Eine mitreißende und rhythmische Konzert-Rockmesse erlebten die Besucher bei "A Groovy Celebration" in Unadingen.

UNADINGEN. "A Groovy Celebration", eine mitreißende und rhythmische Konzert-Rockmesse auf hohem Niveau, erlebten die Besucher am Samstagabend in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Georg in Unadingen. Alpenländische Klänge und Blasmusik mischten sich mit rockigen Tönen. Doch auch neue Wege können zum Ziel führen, wie Kirchenchorvorsitzende Claudia Ketterer die groovige Feier als "Fest der Musik und des Glaubens" ankündigte.

Alphornwälder, Musikverein mit seinem Dirigenten Igor Guitbout, Kirchenchor unter Leitung von Manuel Draxler und eine mit Vollblutmusikern zusammengestellte Band boten gemeinsam gottesdienstliche und populäre Musik. Mit ihrem Rhythmus und ihrer Spiel- und Sangesfreude zogen sie die Mitfeiernden in ihren Bann. Die spezielle Akustik und die beeindruckende Atmosphäre im sakralen Raum der Kirche unterstrichen das Klangerlebnis der Alphörner, die von Helmut Egy, Hubert Faller und Thomas Ketterer zum Erklingen gebracht wurden. Ergreifende Stücke, wie "Betruf" oder der "Alphorn-Choral", und das heitere Wechselspiel mit der Orgel beim "Erntedanksonntag" wurden durch den warmen Klang der Naturblasinstrumente bis in den hintersten Winkel der Kirche getragen.

"Die bunte Mischung aus ruhigen, traditionellen und lebendigen Stücken braucht es, damit sich alle darin wiederfinden", erklärte Claudia Ketterer. Sie forderte die Besucher auf, nicht nur mit dem Gehör, sondern auch mit dem Herzen zuzuhören. Eine Steilvorlage dazu lieferte der Musikverein mit "Heal the world" von Michael Jackson und auch mit der Dudelsackmelodie von "Highland Cathedral" eroberten die 45 Musiker die Herzen der Zuhörer. "Machen sie sich locker", forderte Musikvereinsvorsitzender Heinrich Oschwald vor dem Gospel "Oh happy day" auf und rhythmisches Klatschen ließ nicht lange auf sich warten. Mit vollem Klang ließ der Musikverein zum Schluss das "Amen" von Pavel Stanék erklingen, ehe es in einem feierlichen Schlussakkord stimmungsvoll endete.

Chordirigent Manuel Draxler hat sich der Herausforderung der Rockmesse "A groovy Celebration" für Chor, Band und Solisten des zeitgenössischen Komponisten Wolfgang Klockwitz gestellt. Rhythmisch und sangesfreudig gaben sich die 35 Sängerinnen und Sänger, darunter einige Gastsänger. Stimmgewaltige Unterstützung erhielten sie von den Solisten Sinika Kimmich und Hannes Hasenmaier von der Musikhochschule Trossingen, mit denen sie zusammen die fünf Teile des Messordinariums Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei sowie das Vaterunser in einer Mischung aus Rockpop, Soul und Jazz ertönen ließen. Begleitet wurden sie von Jacob Fauser am Piano, Sebastian Spies (Gitarre), Martin Weber (Bass), Daniel Heer (Drums), Guido Fromm (Trompete), Siegfried Engesser und Klaus Baader (Posaune), Jürgen Engesser (Saxophon), Kathrin Zimmermann (Flöte) und Stefan Wolf (Percussion).

Begeisterter Applaus für die Akteure

Begeisterter Applaus war den Akteuren zum Schluss sicher. Seinem strahlenden Gesicht nach war auch der Dirigent Manuel Draxler mit den Leistungen sehr zufrieden. Viel Vorbereitung und Probearbeit bedurfte es nach seiner Aussage, um das anspruchsvolle Projekt durchzuziehen. Damit besonders schwierige Passagen besser gemeistert werden konnten, hatte er eigens für die einzelnen Stimmen CDs mit Klavierbegleitung erstellt. Daher konnten die Chormitglieder auch zuhause allein proben. Draxler zollte auch den älteren Herrschaften im Chor großen Respekt, die sich vor lateinischen und englischen Texten nicht zurückschrecken ließen. Die besondere Herausforderung des Konzerts bestand sowohl im Wechsel der verschiedenen Musikstile, der super gemeistert wurde, als auch darin, Musiker und Chor zusammenzubringen. "Da heißt es einmal zurücknehmen und dann wieder hochfahren", erklärt Jürgen Engesser, der auch für die Technik zuständig war. Die Balance zwischen Musik und Gesang lobte auch Manuel Draxler.

Einen krönenden Abschluss bildete der Auftritt aller Akteure mit dem Marsch "Pomp and Circumstange Nr. 1", der zu Beginn temperamentvoll über ruhig bis hin zum spannungsgeladenen Ende facettenreich interpretiert wurde. Da der Eintritt frei war, wurde um eine Spende gebeten. Die alten Orgelpfeifen füllten sich dann auch kräftig, der Überschuss kommt der Turmrenovierung zugute.

Wer Spaß am Singen hat, kann zur Probe am Donnerstag um 20.15 Uhr ins Pfarrhaus nach Unadingen kommen. Eine Mitgliedschaft im Kirchenchor ist nicht erforderlich. Nähere Info bei Claudia Ketterer, Tel. 07707/989535.