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11. März 2010 11:18 Uhr

Tödlicher Unfall

Schneeverwehungen sind tödliche Gefahr

Einer jungen Frau sind Schneeverwehungen auf der B 31 im Hochschwarzwald zum Verhängnis geworden: Ihr Auto geriet ins Schleudern, sie starb noch an der Unfallstelle. Wie gefährlich sind die aktuellen Witterungsbedingungen?

  1. Warnung: Autos, die in Richtung Freiburg unterwegs sind, werden auf der B31 kurz vor dem Dögginger Tunnel vor Glättegefahr gewarnt. Die Unfallstelle in Löffingen ist nicht als ein besonders gefährdeter Abschnitt der Bundesstraße bekannt – deshalb gibt es dort keine Warnung. Foto:  Sebastian Barthmes

  2. Bei den schweren Verkehrsunfall am späten Dienstagabend wurde die Fahrerin des silbernen Fords getötet. Foto: Kamera24

LÖFFINGEN. Der Unfall ereignete sich am Dienstag gegen 23 Uhr auf der B31 bei Löffingen. Die Beifahrerin wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Das teilte Walter Veeser von der Verkehrspolizei Freiburg der Badischen Zeitung mit. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Die drei Insassen des Mazda, der in den Ford Fiesta des Unfallopfers krachte, wurden ebenfalls mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht – Lebensgefahr bestand bei ihnen ebenfalls nicht. Drei Stunden lang war die B 31 gesperrt, um die Verletzten zu retten, den Unfall aufzunehmen und um aufzuräumen.

BZ-Leser berichtet von Verwehungen

Bereits eineinhalb Stunden vor diesem Unfall war eine Frau an selber Stelle wegen Schneeverwehungen von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Sie wurde glücklicherweise nur leicht verletzt, sagte Veeser. Zu der Zeit seien die Verhältnisse aber noch lange nicht so extrem gewesen – der Räumdienst sei von der Polizei nicht alarmiert worden. Nach dem tödlichen Unfall habe der Räumdienst die Straße frei gemacht.

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Nachdem die Badische Zeitung am frühen Morgen online über den Unfall berichtet hatte, meldete sich Edgar Geiger telefonisch in der Redaktion. Der Kraftfahrer aus Rümmingen bei Lörrach fährt die Strecke Lörrach-Villingen und zurück täglich. Schon seit Tagen fällt ihm der verwehte Abschnitt auf, und am Dienstagabend passierte er sie gegen 21.30 Uhr just zu dem Zeitpunkt des ersten Unfalls. Als er nur wenig später, wieder auf dem Heimweg, sich erneut näherte, aber dann umgeleitet wurde, ahnte er schon, dass diesmal Schlimmeres passiert sein musste. "Das ist das Chaos dort, der Schnee ist so fest und spiegelblank", beschreibt er seine Eindrücke. Die Autofahrer fänden auf dem Rest der Strecke eine trockene Fahrbahn und drückten auf die Tube, und dann tauche aus dem Nichts diese Gefahrenstelle auf. Er versteht nicht, weshalb Polizei oder Straßenmeisterei nicht vorbeugen und verweist auf eine ähnliche Situation zwischen Hüfingen und dem Dögginger Tunnel; dort sei die Gefahrenstelle mit Schild, Blinklicht und Baken abgesichert, und "man sieht es, alle Fahrer bremsen".

Die Stelle bei Döggingen sei wohl als Gefahrenstelle bekannt, sagte der Pressesprecher des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald, Matthias Fetterer. Der Abschnitt bei Löffingen gilt dagegen nicht als besonderes gefährdet. Bei gefährlichen Wetterbedingungen kontrolliere die Straßenmeisterei Titisee-Neustadt die bekannten Risikostellen im Hochschwarzwald sofort und schicke bei Bedarf ein Streufahrzeug losschicken. Bei starkem Wind allerdings werde das Salz oft von der Straße geblasen, bevor es wirken könne.

In Löffingen sei außerdem noch der Schnee dazu gekommen, der auf die Straße geweht worden war. Ob die Frau in Schnee oder auf Eis geraten sei , wisse die Polizei noch nicht, sagte Veeser. Sie versuche die Umstände so gut es geht aufzuklären und suche noch Zeugen.

Nach den Erkundigungen von Helmut Höfele, Leiter des Polizeireviers Titisee-Neustadt, war die Straßenmeisterei bis 22 Uhr turnusgemäß "mit Mann und Maus unterwegs" zum Räumdienst. Nach seiner Einschätzung lag kein Versäumnis vor. Der Unfall um 21.30 Uhr an der selben Stelle sei durch eine starke Windböe verursacht worden, es habe zwar Verwehungen gegeben, aber bei weitem nicht in dem Maß wie knapp zwei Stunden später. Die Polizei achte bei Streifenfahrten auf den Straßenzustand und gebe bei Glätte oder auch Verwehungen die Information weiter an die Straßenmeisterei oder bringe Verkehrsfunkwarnungen für Autofahrer auf den Weg. So sei auch am Dienstagabend im Radio vor Schneeverwehungen gewarnt worden. Höfele wies darauf hin, dass man als Fahrer bei der derzeitigen Witterung auf schwierige Verhältnisse gefasst sein müsse.

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Autor: Peter Stellmach und Sebastian Barthmes