Schultyp kommt auf den Prüfstand

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Do, 12. November 2015

Löffingen

Für eine Gemeinschaftsschule gibt es vom Land wesentlich höhere Zuschüsse als für den derzeitigen Schulverbund.

LÖFFINGEN. Seit dem Schuljahr 2013/2014 besteht der Schulverbund Löffingen, in dem die Realschule und die Werkrealschule zusammenfasst sind und durch den einige Synergieeffekte entstanden sind. Das allerdings könnte sich in absehbarer Zeit ändern.

Bürgermeister Tobias Link trägt sich inzwischen mit dem Gedanken, den Schulverbund durch eine Gemeinschaftsschule zu ersetzen. Grund dafür ist die aktuelle Schulpolitik der Landesregierung, nach der es für die Gemeinde als Schulträger bei einer Gemeinschaftsschule 200 000 Euro jährlich mehr an Zuschüssen gibt. Dies teilte Link in einem Gespräch auch dem Landtagskandidaten der FDP, Jens Buttkereit mit, der im Rahmen seines Wahlkampfs den Löffinger Bürgermeister besuchte. Dabei kam auch das Thema Schulen zur Sprache.

Gegenüber der Badischen Zeitung bestätigte Tobias Link, dass es für eine Gemeinschaftsschule 200 000 Euro mehr an Zuschüssen gebe als für Real- und Werkrealschule. Das habe nichts mit einer besseren Lehrerversorgung zu tun, sondern seien ausschließlich Sachmittel, die dem Schulträger, also der Stadt Löffingen, zur Verfügung gestellt würden. Die Bandbreite, für die das zusätzliche Geld verwendet werden dürfe, reiche von neuen Büchern über die Pausenhofgestaltung bis hin zur technischen Ausstattung der Schule.

Unter diesen Umständen sieht es Tobias Link als seine Pflicht an, das Thema Gemeinschaftsschule anzustoßen, auch wenn sich der Schulverbund seiner Einschätzung nach aus pädagogischer Sicht bewährt hat. Eine Diskussion mit Eltern, Lehrern und dem Gemeinderat zum weiteren Vorgehen, werde auf die Gemeinde zukommen, wenn die Landesregierung den Schultyp Gemeinschaftsschule weiterhin so unterstützt.

Der Bürgermeister dieses Thema aber erst nach der nächsten Landtagswahl angehen, wenn absehbar ist, wie sich die Schulpolitik weiter entwickelt. Wenn sich allerdings weiterhin nichts ändere, müsse man dieses Thema angehen und dazu auch eine Entscheidung treffen.