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07. Juni 2011

Sozialarbeiter auf vier Pfoten

Besuchshundegruppe des DRK bewirbt sich um Innovationspreis

Mit der Gründung einer Besuchshundegruppe hat das DRK Löffingen seine Sozialarbeit nicht nur erweitert, sondern auf ganz „neue“ Beine gestellt. Senioren- und Kinderheime, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und sogar Gefängnisse dürfen sich künftig auf den Besuch der „Sozialarbeiter auf vier Pfoten“ freuen.

  1. Sozialarbeit auf vier Beinen: Die Besuchshundegruppe des DRK Löffingen (im Bild Initiatorin Anke Fuchs) ist mittlerweile regelmäßig im Altenpflegeheim St. Martin zu Gast. Foto: Christa Maier

LÖFFINGEN. Mit seiner Idee hat sich der DRK-Ortsverein jetzt um den Innovationspreis 2011 des Roten Kreuzes beworben.

Seit dem Start zur Bildung der Besuchshundegruppe im Februar 2010 sind neun Besuchshundeteams durch eine Hundeausbilderin und eine Hundepsychologin für diese ehrenamtliche Tätigkeit geschult worden. Erste Besuche haben bereits stattgefunden.

Wer als alter Mensch ins Seniorenheim ziehe, müsse oft auch sein geliebtes Haustier zurücklassen. Dabei sei bekannt, dass Tiere einen ausgesprochen positiven Effekt auf Menschen haben, sagen die Mitglieder. Hunde sprechen dabei in besonderem Maße viele Menschen an.

"Sie wollen spontan mit dem Hund reden, ihn streicheln und füttern. Gerade bei Demenzerkrankten, die in ihrem Leben positive Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, weckt der Besuch mit einem Hund liebe Erinnerungen und man kommt über das Thema Hund miteinander ins Gespräch und verbringt eine anregende gemeinsame Zeit", weiß Anke Fuchs aus Rötenbach von den jüngsten Besuchen im Altenheim St. Martin, in der Seniorenresidenz Friedenweiler oder in der Lebensheimat in Reiselfingen. Die stellvertretende DRK-Bereitschaftsleiterin hatte die Idee, das Engagement in der Sozialarbeit mit dem Know-how in der Hundearbeit zu verbinden.

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Die Erfahrung zeige, dass während des etwa 45-minütigen Besuchs die Konzentrationsfähigkeit der Besuchten und der Hunde am größten sei. "Die Besuchshunde sind vorurteilsfrei, sie nehmen jeden so an, wie er ist", sagt die Hundebesitzerin im Hinblick auf das freundliche Zugehen der Vierbeiner auf die Menschen.

Auf das Kommunizieren mit ihrer Körpersprache wie anschauen, vorsichtig anstupsen, Schwanzwedeln, folge oft streicheln, schmusen, füttern, gemeinsame Spiele oder kleine Kunststücke. Manches ergebe sich in der Interaktion mit den Besuchten von selbst.

Auf jeden Fall würden die Besuchshunde Gesprächsstoff bieten und so Menschen wieder zum Reden bringen. "Sie muntern auf, geben ein Gefühl von Wärme und holen Menschen aus ihrer Isolation", weiß Fuchs.

So sind die tiergestützten Aktivitäten des DRK-Ortsvereins Löffingen nicht nur bei Senioren, bei Kranken und Dementen, sondern auch bei seelisch, körperlich, geistig oder sozial benachteiligten Menschen gefragt. Kinderheime und Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und sogar Gefängnisse sind mögliche Einsatzorte der Besuchshundegruppe.

"Oft helfen die Hunde bei der Beziehungsgestaltung und Kontaktaufnahme mit der Umwelt oder geben einfach nur das Gefühl, noch gebraucht zu werden", sagt Fuchs, die neben der Abwechslung im Alltag die positiven Auswirkungen im Hinblick auf die motorischen Funktionen, Koordination und Kraft in der Fein- und Grobmotorik, Gleichgewichtsförderung und Bewegungsmotivation hervorhebt.

Ein Besuchshund sei bestens sozialisiert und verfüge gegenüber Menschen über eine hohe Toleranzschwelle. "Die Besuchshunde werden zusammen mit ihren Hundeführern speziell für den gezielten Einsatz im sozialen Bereich ausgebildet und laufend weiter trainiert", sagt der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Manfred Lauble.

So konzentriere sich die Ausbildung auf einen guten Grundgehorsam des Hundes, die Grundlagen der Mensch-Hund-Beziehung, Verhaltensforschung des Hundes und die Methodik des Einsatzes als Besuchshund. Regelmäßige Fortbildungen, beispielsweise zur Hundeausbildung und zum Umgang mit Demenzerkrankten finden statt oder seien geplant.

Profitiert hat von dem neuen Aufgabenfeld auch der Ortsverein selbst, der sechs neue Mitglieder gewinnen konnte, die den Verein in der Sozialarbeit mit Besuchshunden, im Bereich der Blutspende, San-Dienste, Breitenausbildung, Verpflegungseinsätzen oder als neue vereinseigene Referenten für die Dienstabendgestaltung unterstützen.

Autor: Christa Maier