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11. Februar 2015 08:57 Uhr

Löffingen / Rötenbach

Verwahrloste Ponys: Tierdrama weckt Hilfsbereitschaft

"Ich bin zu Tränen gerührt", sagt die Chefin des Löffinger Tierschutzvereins: Zahlreiche Menschen haben sich gemeldet, um im Fall der verwahrlosten Ponys und Schafe zu helfen.

  1. Ponyhengst Willy in seinem Bretterverschlag Foto: Tierschutzverein

  2. Der Hengst hat in seinem Stall kaum Platz sich umzudrehen. Er steht tief in seinem Dung. Foto: Tierschutzverein Löffingen

Die Hilfe für die verwahrlosten Ponys und Schafe kommt ins Laufen. Nach der Berichterstattung über die schlechten Bedingungen, unter denen Tiere bei einem Haus bei Löffingen leben, haben sich viele Tierfreunde gemeldet und gespendet und ihre Hilfe angeboten. Bald sollen koordinierte Aktionen des Tierschutzvereins Löffingen mit Freiwilligen starten. Auch das Veterinäramt hat sich in dem Fall zu Wort gemeldet. Das Wohl der Tiere sei nach jetziger Einschätzung nicht gefährdet – dank des Einsatzes der Tierschützer.

Mammutprojekt für den Tierschutzverein

Heu, Karotten, Äpfel – beim Tierschutzverein Löffingen wird seit Dienstag alles vorbeigebracht, was ein Pferdeherz höher schlagen lässt. Und die Ponys, für die die Spenden bestimmt sind, können es gebrauchen. Bei einem Haus zwischen Löffingen und Rötenbach leben neun Ponys und neun Schafe unter verwahrlosten Umständen, fünf Schafe sind bereits verendet. Der Tierschutzverein will das Gelände aufräumen, die Tiere versorgen und ein gesundes Umfeld für die sie schaffen. Ein Mammutprojekt, für das es Hilfe braucht.

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"Ich bin von der Hilfsbereitschaft zu Tränen gerührt." Carola Hannes
Und die läuft jetzt an. "Ich bin von der Hilfsbereitschaft zu Tränen gerührt", sagt Carola Hannes, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Durch die Berichterstattung sind Menschen in ganz Südbaden und darüber hinaus auf den Fall aufmerksam geworden und wollen helfen. "Ein Landwirt aus Urach will Heu vorbeibringen, ein Mann aus Titisee hat seine Bekannten aktiviert, sie wollen alle mit anpacken, Menschen bringen Geld vorbei und Spezialfutter. Es ist überwältigend", sagt Hannes. Eine Frau aus der Region will zwei Hengste aufnehmen, ein Unternehmen beim Abtransport von Schrott helfen, damit die Ställe gesäubert werden können. Eine Anruferin sagte, dass sie den Gnadenhof Aiderbichl kontaktiert habe, der sich bei den Löffinger Tierschützern melden werde.

Hannes hat die Solidarität Zuversicht gegeben. "Wir werden es schaffen", sagt sie. Damit die freiwilligen Helfer, die sich bei ihr gemeldet haben, auch anpacken können, steht jetzt viel Vorbereitungsarbeit an. Material und Abfallcontainer müssen besorgt werden, der Einsatz der Freiwilligen muss koordiniert werden. Es soll so bald wie möglich losgehen.

Veterinäramt: Wohl der Tiere nicht gefährdet – dank der Helfer

Bei aller Freude über den enormen Zuspruch der Menschen weiß Hannes aber auch, dass es mehr braucht, als eine erste Hilfswelle. Das Gelände auf dem die Tiere leben, ist in einem wirklich schlechten Zustand, die Tiere müssen dringend ärztlich untersucht und behandelt werden. Der Tierschutzverein ist für jede Idee offen, die den Tieren hilft.

"Wir werden es schaffen."Carola Hannes
Auch das Veterinäramt hat sich zu dem Fall der verwahrlosten Tiere geäußert. Das Wohl der Tiere sei nicht gefährdet. Allerdings kommt das Amt nur zu dieser Einschätzung, da es sieht, dass der Tierschutzverein sich bereits um die Tiere kümmert. Das Amt war von dem Verein vor Wochen verständigt worden. Es waren zwei Mitarbeiter für einen Kontrollbesuch bei dem Haus, einer von ihnen ist Amtstierarzt Christian Bretzinger. "Es hat bei unserer Kontrolle nicht so ausgesehen, wie auf den Bildern, die veröffentlicht wurden", sagt er. Tatsächlich wurden die Fotos etwa eine Woche vor dem Besuch des Veterinäramtes gemacht. Dazwischen lagen also noch Tage, in denen Aufräumarbeiten der Tierschützer stattfanden.

"Was wir vorfanden, lag innerhalb des gesetzlichen Rahmens", sagt Bretzinger. Für das Amt stellt sich die Sache etwas verzwickt dar. Denn mit dem Tierschutzverein und Christoph Niederstadt, dem Pächter des Geländes, auf dem die Tiere untergebracht sind, sind kompetente Menschen vor Ort, die sich um das Wohl der Tiere kümmerten, so Bretzinger. Insofern sei es fraglich, ob in dieser Situation ein Eingreifen der Behörde eine Verbesserung herbeiführen würde. Zumal das Amt entweder befugt wäre, dem Tierhalter Auflagen zu machen, oder die Tiere anderswo unterzubringen.
Kontakt

Tierschutzverein Löffingen
Telefon: 07654/314
E-Mail: info@tierheim-loeffingen.de

Spenden:
- Sparkasse Hochschwarzwald
IBAN: DE38 6805 1004 0004 1360 08
BIC: SOLADES1HSW
- Volksbank Villingen-Schwenningen
IBAN: DE07 6949 0000 0000 0725 08
BIC: GENODE61VS1

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Autor: Sebastian Wolfrum