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10. März 2015 18:17 Uhr

Hilfsbereitschaft

Verwahrloste Tiere: Ponys und Schafe sind gerettet

Abgemagert, von Parasiten befallen, krank: 22 Ponys und Schafe vegetierten auf einem Anwesen bei Rötenbach vor sich her. Doch Dank einer Welle der Hilfsbereitschaft wurden die meisten gerettet.

  1. Heike Zanon, Karola Hannes vom Tierschutzverein, Tochter Lena und Kai Weißenberger (von links) kümmern sich um die Ponys, die vorläufig in Unadingen untergebracht sind. Foto: Martin Wunderle

Carola Hannes ist überglücklich über die große Welle der Hilfsbereitschaft, die dem Tierschutzverein Löffingen seit Wochen entgegenschlägt. Es geht um die neun Ponys und 13 Schafe, die die Tierschützer kurz vor Fasnet in verwahrlostem Zustand aus einem Anwesen bei Rötenbach gerettet haben.

Für alle Ponys ist eine vorläufige Unterkunft gefunden, acht Schafe hat ein Mann aus St. Märgen zu sich genommen, wo sie als Rasenmäher eingesetzt werden. Für sie ist eine gute Zukunft gesichert, sie werden nicht geschlachtet und haben einen Platz bis an ihr Lebensende, freut sich Carola Hannes, dass sie sich zumindest um diese keine Sorgen mehr machen muss. Fünf Schafe allerdings waren bereits so krank, dass sie inzwischen gestorben sind.

Fünf der neun Ponys sind derzeit bei Kai Weißenberger und Heike Zanon in Unadingen untergebracht. Allerdings nur in Pflege, auch wenn sich die beiden bereits entschieden haben, das kleinste der Ponys selbst zu behalten. Für mehr reicht der Platz auf Dauer nicht aus, immerhin haben sie selbst schon drei Pferde für sich und ihre beiden Kinder Lena und Fabi. Vier weitere Ponys, je zwei, haben in Lenzkirch und Grafenhausen eine vorläufige Unterkunft gefunden.

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Zum Waschen bisher zu kalt

Inzwischen sind die Ponys alle wieder gesund. Die Hufe sind neu geschnitten und auch eine Entwurmungskur haben sie hinter sich. Das Fell, das nach ihrer Rettung völlig mit Dreck bedeckt, und der kaum aus den Haaren heraus zu bekommen war, erholt sich langsam wieder und auch kahle Stellen verschwinden. Allerdings sind noch einige hartnäckige Lehmreste im Bauchbereich übrig, wie Kai Weißenberger erläutert. Die müssen noch mit Wasser ausgewaschen werden, doch dazu war es in den vergangenen Wochen einfach noch zu kalt.

Weißenberger hat, zusammen mit fünf anderen Helfern, wie Carola Hannes dankend erwähnt, auch in der Nacht vom Schmutzige Dunschdig auf Freitag einen neuen, geräumigen Unterstand aus Holz gebaut, wo die beiden älteren Ponys Carola und Susi jetzt Schutz suchen können. Sie sind 25 und 23 Jahre alt, die anderen beiden etwa zweieinhalb.

Die Kosten für die Pflege, die allerdings nur eine Überganglösung sein kann, übernimmt der Tierschutzverein über das Spendengeld, das dem Verein von hilfsbereiten Menschen zur Verfügung gestellt wurde – nicht nur aus der Region, sondern auch von einer ehemaligen Löffingerin, die schon vor vielen Jahren nach Karlsruhe ausgewandert ist, und mit der sie die ganze Zeit über keinen Kontakt mehr hatte, erzählt Hannes. Doch auch aus dem Allgäu und der Schweiz sind Spenden beim Tierschutzverein eingegangen. "Bei allem Elend, das die Tiere zu durchleiden hatten, ist es toll, wie hilfsbereit die Menschen reagiert haben", sagt Carola Hannes.

Pflege nur Zwischenstation

Doch nicht nur Geldspenden sind nach Angaben von Karola Hannes eingegangen, Menschen haben auch Pferdedecken, Halfter, Hufcreme, Äpfel oder Karotten vorbeigebracht. Ein Landwirt aus dem Stettholz hat schon zweimal Heu gespendet, das Angebot eines weiteren Landwirts aus Reiselfingen liegt vor.

Dennoch kann die Unterbringung in Pflege nur eine Zwischenstation sein. Und nachdem die Ponys jetzt wieder gesund sind, sucht der Tierschutzverein für die sechs Stuten neue, tierliebende Besitzer, die sich mit Pferden auskennen, sagt Carola Hannes. Der Tierschutzverein kontrolliert dann auch, wie sie untergebracht werden.

Zum Reiten eignen sich die Tiere allerdings nicht, vor allem nicht die beiden älteren. Sie seien aber sehr umgänglich und freundlich auch Kindern gegenüber und eignen sich hervorragend zum Spazieren gehen. Die drei Hengste müssen erst noch kastriert werden, bevor sie in neue Hände kommen.

Heike Zanon, Kai Weißenberger und den beiden Kindern Lena und Fabi wird der Abschied von den Ponys allerdings schwerfallen. "Da werden schon noch Tränen verdrückt, bei jedem Einzelnen, das weggeht", sagt Kai Weißenberger.

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Autor: Martin Wunderle