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17. August 2016 17:46 Uhr

Erdrutsch

Wutachschlucht: Gefahr für Wanderer bleibt bestehen

Wanderer in der Wutach müssen seit Ende Mai eine Umleitung in Kauf nehmen. Ein Erdrutsch hatte Teile des Weges unpassierbar gemacht. Die Lage vor Ort bleibt weiterhin hoch gefährlich.

  1. Der Erdrutsch beim Wanderweg oberhalb des Kanadiersteges. Foto: Martin Schwenninger

  2. Immer der Raute nach: Die Umleitungsstrecke führt aus der Schlucht heraus über Bachheim, die Dreischluchtenhalle und den Inselwirtskeller. Foto: Martin Schwenninger

Seit Ende Mai müssen Wanderer, die die Wutachschlucht erkunden möchten, eine halbstündige Umleitung in Kauf nehmen. Ein Erdrutsch hatte den Wanderweg oberhalb des Kanadiersteges unpassierbar gemacht und auch gut zwei Monate später bleibt die Lage vor Ort weiterhin hoch gefährlich."Mit jedem Regen können weitere Teile des Hanges nach unten abrutschen", erklärt Wutach-Ranger Martin Schwenninger.

Der Hang ließe sich nicht aktiv nach unten befördern, stattdessen müsse man abwarten, bis das Geröll "von alleine runter kommt", so Schwenninger. Wann dies der Fall sein wird, lasse sich schlecht einschätzen, sicher ist nur, "mit jedem Regen wird die Masse etwas schwerer". Der Hang bestehe zudem nicht nur aus Erde, sondern auch aus Steinen und Baumteilen, außerdem sorgt hineinfließendes Quellwasser für zusätzliches Gewicht.

Wegabschnitt ist abgesperrt

Genau deshalb sei das Passieren des Wegs für Wanderer lebensgefährlich, "wenn da etwas runter kommt, braucht man niemanden mehr retten." Die Wanderer werden mit Schildern auf die Umleitung aufmerksam gemacht, der betreffende Wegabschnitt ist abgesperrt.

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Trotzdem gebe es Wanderer, die sich nicht an die Absperrung halten würden. "Eine Absperrung in der Natur ist immer leicht zu umgehen, da müssten wir dann schon einen Polizisten hinstellen, wenn wir sicher sein wollen, dass niemand durchläuft", sagt Schwenninger. Manche Menschen würden auch lediglich bis kurz vor den Hangrutsch laufen, um sich die Lage anzusehen.

Appell an Wanderer

Auch Ranger Martin Schwenninger schaut sich den Rutsch immer wieder an, den Weg passiert habe er selbst aber auch schon lange nicht mehr, nachdem er beim letzten Mal selbst erlebt hatte, wie sich ein Wurzelteller gelöst hatte und nach unten rutschte. "Da war dann eigentlich alles gesprochen und klar, dass dieser Abschnitt gesperrt bleibt." Wanderer, die den Weg trotz Absperrung laufen, sollten sich bewusst sein, in welche Situation sie damit auch die Helferinnen und Helfer, wie die Bergwacht, bringen können. "Auch die Bergwacht muss an der Stelle extrem vorsichtig sein."

Die Umleitungsschilder wurden mit Wegzeichen nachgerüstet. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass manche Leute mit einem Navigationsgerät laufen und die Schilder teilweise nicht wahrnehmen, deshalb weisen auch Trassierbänder auf die Umleitung hin." Abgerissen werden die Schilder nicht mehr, allerdings kam es zu Verwirrungen, weil ein Schild umgedreht wurde. "Das wurde uns aber auch sehr schnell gemeldet."

Enttäuschung spürbar

Die Umleitungsstrecke über Bachheim, die Dreischluchtenhalle und den Inselwirtskeller führt aus der Schlucht heraus, was mit einem steilen Anstieg, der noch dazu an der Sonnenseite der Schlucht verläuft, verbunden ist. "Für erfahrene Fernwanderer ist das kein Problem, aber für manche Schluchtenbesucher sind die zusätzlich zu überwindenden 100 Höhenmeter natürlich schon nochmal anstrengend", so Schwenninger. Er selbst läuft den Weg mit Gruppen zusammen und merkt natürlich die Enttäuschung bei manchen darüber, dass zwei Kilometer der Schlucht fehlen und sie stattdessen auf der Hochebene wandern müssen.

Allerdings, so merkt Schwenninger an, habe auch die Umleitungsstrecke ihren Reiz. "Für Führungen ist die Umleitung eigentlich eine sehr interessante Strecke. Denn man sieht das alte Flussbett der Donau und hat den Blick bis nach Titisee-Neustadt. So kann ich die Entstehungsgeschichte der Wutachschlucht sehr schön erklären."

Wann der Wegabschnitt wieder frei zugänglich ist, kann Wutach-Ranger weder sagen noch beeinflussen. Mit jedem Regen steigt bei ihm und seinem Kollegen Michael Eisele die Spannung. "Wir hoffen natürlich, dass bald alles runter kommt."

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Autor: vfdw