Zeitreise durch das christliche Leben

Christa Maier

Von Christa Maier

Mi, 07. März 2018

Löffingen

Eine Ausstellung im Pfarrhaus in Reiselfingen wird am Sonntag zum Patrozinium eröffnet / Teil der 800-Jahr-Feier.

LÖFFINGEN-REISELFINGEN. Viele Zeugnisse des christlichen Lebens werden den Besuchern der Ausstellung im Pfarrhaus in Reiselfingen präsentiert, die am kommenden Sonntag, 11. März, aus Anlass des Patroziniums zur 800-Jahr-Feier eröffnet wird. Das "Museumsteam" um Clemens Knöbel, Andrea Lauble, Gabi Müller und Christel Vogt lädt dabei zu einer Zeitreise durch das christliche Leben in der Gemeinde mit vielen Exponaten ein.

Dabei haben die Räume des 1747 erbauten Pfarrhauses schon an sich Museumsreife erlangt, was dem Flair der Ausstellung eine zusätzliche Note gibt. Zahlreiche Leihgaben der Familien Dietrich, Linsin, Mayer, Müller, Oschwald und Vogt geben einen Einblick in das christliche Leben der vergangenen Jahrhunderte. Aber auch aus dem Pfarrhaus und der Witterschneekapelle stammen einige Exponate. Viele Fotos, die an Hochzeiten oder zur Erstkommunion gemacht wurden, gibt es neben Trau-Urkunden, Rosenkränzen und Kreuzen in allen Ausführungen zu sehen. Auch eine Sammlung alter Erstkommunion- und Sterbebildchen trug das Museumsteam zusammen. Kunstvoll genähte Kommunion- und Taufkleidchen, Haar- und Kerzenschmuck der Erstkommunikanten, historische Betstühle und auch antike Perlenkränze, die vor weit über 100 Jahren meist in Klosterarbeit von Hand gefertigt und auf die Gräber gelegt oder am Grabstein aufgehängt wurden, ergänzen die Sammlung in einem der beiden Räume.

Zahlreiche Exponate stammen von der früheren Organistin Irma Linsin (1915 – 2000). Beispielsweise das Harmonium, das früher bei den Chorproben wertvolle Dienste leistete, oder ein Notenbuch aus dem Jahre 1847 mit von Hand geschriebenen und gebundenen Noten, das die Organistin in ihrer 50-jährigen Amtszeit verwendete. Auch ein Poesiealbum, in dem sich unter anderem der "böse Lehrer", E.J. Katzenmayer, am 11. April 1926 verewigte. Die Großzügigkeit der Organistin schätzten darin auch Petr Boldjzen und Nikolaj Makow. Die beiden offenbar russischen Gefangenen schrieben "ihrer" Irma am 30. September 1944, die ergreifenden Sätze ins Album: "Du darfst nicht weinen. Wir vergessen Dich nicht, tausendmal Sie zu küssen - Danke für Ihre Tisch. Auf Wiedersehn".

Der zweite Raum ist sakralen und Andachtsgegenständen, kirchlichen Gewändern und kunstvoll gefertigten Figuren und Bildern gewidmet. Was man unter einem "Stecklevogt" versteht, zeigt eine lebensgroße Figur im roten Gewand, die einen Stab in der Hand hält. Der Stecklevogt öffnete früher die Türen und sorgte für Ruhe und Ordnung während der Messe. Ein historischer Betstuhl und der alte Altar sind neben Bildern über den Kirchenchor und einer Urkunde von Karl Egon III., Fürst zu Fürstenberg (1820 – 1892) ausgestellt. Auch ein Bild der beiden früh gestorbenen Feuerwehrmänner, Emil Frei (Ortsvorsteher) und Roland Vogt (Dirigent), die musikalisch die Hochfeste anbliesen, gibt es einschließlich ihrer Instrumente zu sehen.

Rechtzeitig vor dem Hochfest wurde die Tafel mit der Zusammenfassung der Kirchengeschichte an der Außenfassade neben dem Kircheneingang angebracht. Auch eine Marienerscheinung von 1848 in Lourdes, die auf dem Pfarrhausspeicher ein trauriges Dasein fristete, kommt jetzt wieder im Eingangsbereich der Kirche zu neuen Ehren.