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01. Juni 2010 15:48 Uhr

Familientragödie

Lörrach: Mann erschießt Lebensgefährtin und sich selbst

In Lörrachs Nordstadt hat sich ein Familiendrama abgespielt: Ein Mann tötete seine Lebensgefährtin und sich selbst. Die Tochter der Frau wurde durch Schüsse lebensgefährlich verletzt.

Eine Familientragödie ereignete sich am frühen Dienstagmorgen gegen 3 Uhr. Nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei erschoss der 45 Jahre alter Mann zunächst seine 33-jährige Lebensgefährtin und danach sich selbst. Durch einen Schuss durch die Brust schwer verletzt wurde auch die 13-jährige Tochter der Frau – ob durch einen gezielten Schuss oder durch einen Querschläger, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Unverletzt blieb der gemeinsame zweijährige Sohn des Paares.

Die 13-Jährige konnte trotz der schweren Verletzung bei ihrer Tante und deren Freund anrufen, die verständigten die Polizei. Als die Beamten Minuten später im Haus Blücherstraße 20 eintrafen, fanden sie die beiden durch Kopfschüsse Getöteten im Eingangsbereich der Wohnung. Die 13-Jährige wurde in eine Basler Klinik eingeliefert. Sie war am Dienstagnachmittag nach einer dreistündigen Notoperation außer Lebensgefahr. Ihr zweijähriger Halbbruder wird vom Jugendamt und Verwandten betreut.

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Das Paar lebte nach bisherigem Kenntnisstand von Polizei und Staatsanwaltschaft seit 2007 zusammen. Die Frau war Brasilianerin, der mutmaßliche Täter, der als KFZ-Techniker arbeitete, Deutscher. Er ist in der Vergangenheit wegen Eigentumsdelikten bereits polizeilich in Erscheinung getreten, hieß es am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft und der Polizeidirektion Lörrach. Die letzte Vorstrafe liegt knapp zehn Jahre zurück.

Befragungen im Umfeld des Paares hätten ergeben, dass es seit einiger Zeit Schwierigkeiten in der Beziehung gegeben habe, sagte Dieter Inhofer, Leiter der Staatsanwaltschaft Lörrach. Erst vor einer Woche war die Polizei wegen Streitigkeiten in die Wohnung gerufen worden, auch da hatten die Kinder über Verwandte um Hilfe gerufen. Am Tag vor der Tat hatte das 33-jährige Opfer Geburtstag, die Wohnung sei für eine Feier geschmückt gewesen, so Polizeisprecher Dietmar Ernst. Ob tatsächlich eine Party stattfand, müssten die weiteren Ermittlungen ergeben. Die Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus waren zum Teil nicht da. Nur einer habe bei der Befragung durch die Polizei angegeben, dass er zwei dumpfe Knallgeräusche gehört habe.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Behörden

Die Waffe ist sichergestellt, eine waffenrechtliche Erlaubnis hatte der mutmaßliche Schütze nach Angaben der Polizei nicht. Die Polizei fand drei Hülsen, ob jeweils nur ein Schuss abgegeben wurde, werde die weitere Ermittlung zeigen. In die Ermittlungen sind auch die Schweizer Behörden eingeschaltet, unter anderem wegen der Herkunft der Waffe, aber auch im Zusammenhang mit der Art der Verletzungen, die die Tochter erlitt, und wegen der Vernehmung des Mädchens. Die Zusammenarbeit, so Dieter Inhofer beim Pressegespräch, sei wie gewohnt sehr gut.

Für die weiteren Ermittlungen, die sich vor allem auf den Tathergang und die Vorgeschichte beziehen, wurde eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Uwe Wenk gebildet. Die Getöteten werden in Freiburg obduziert. Routinemäßig in Kenntnis gesetzt wird auch das brasilianische Konsulat.

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Autor: Sabine Ehrentreich