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12. Januar 2012

AKM bereitet Ausbildung von "Stadtteilmüttern" vor

Arbeitskreis Miteinander fragte in Kindergärten und Schulen nach Bedarf an beratender Unterstützung für Zuwandererfamilien.

LÖRRACH (BZ). So viel Zustimmung ist selten. Eine Umfrage des Arbeitskreises "Miteinander" (AKM) in den Lörracher Kindergärten und Grund- und Hauptschulen, ob sie eine beratende Unterstützung für Schüler und deren Familien mit Migrationshintergrund für wünschenswert und sinnvoll hielten, wurde fast durchweg bejaht, berichtete der Vorsitzende Vitus Lempfert bei der Plenumssitzung den Mitgliedern.

Der AKM plant die Ausbildung von sogenannten "Stadtteilmüttern" aus dem Kreis der Zuwanderinnen, wie sie sich schon in mehreren Städten bewährt haben. Bevor hier aber erste Aktivitäten erfolgen und Verbündete gesucht werden, sollte der Bedarf genauer erkundet und die Bereitschaft von Schulen und Kindergärten zur Zusammenarbeit geklärt werden. Fast alle Fragebogen des Arbeitskreises Miteinander kamen ausgefüllt zurück. Danach kommen im Durchschnitt 30 Prozent der Schülerinnen und Schülern aus Migrantenfamilien. Nahezu übereinstimmend erhoffen sich die Bildungseinrichtungen, dass durch Stadtteilmütter die Informationen der Schule zuverlässiger bei den Migranteneltern ankommen und dass diese dann regelmäßiger an Elternabenden teilnehmen. Von den Schulleitungen wurden wie gewünscht zusätzlich auch detaillierte Anregungen angefügt, welchen Themen sich die Stadtteilmütter besonders widmen sollten, sagte Vitus Lempfert.

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Deutsche Beraterinnen fänden kaum Zugang zu den Migrantenfamilien, erläutert Lempfert. Doch es sei wichtig, über Anforderungen und Strukturen in unserem Bildungs- und Ausbildungssystem informiert zu sein, um gute Schulabschlüsse anzustreben. Stadtteilmütter sprechen die Sprache der Zuwanderer, kennen die Denkstrukturen und Traditionen der Herkunftsländer in Bezug auf Kindererziehung und den Stellenwert von Bildung und Berufsausbildung. Das schaffe Vertrauen. Ihr Rat werde deshalb gerne angenommen beziehungsweise eingeholt.

In Weil am Rhein hat das Diakonische Werk in einem Pilotprojekt zwei Stadtteilmütter ausgebildet. Sie sind seit zwei Jahren im Einsatz, und die Erfahrungen sind durchweg positiv. Stadtteilmutter Nilufar Hamidi kommt aus Afghanistan. Sie hat in Russland Pädagogik studiert und arbeitet jetzt auch an der Rheinschule in Weil als pädagogische Assistentin. "Wenn ich wegen eines Schulkindes eine Familie besuche, tun sich meistens noch viele andere Fragen auf, die ich beantworten muss", erzählte sie kürzlich bei einem Treffen von Frauen.

Am 17. Januar wird der AKM den Vertretern von Behörden, die mit Zuwanderern zu tun haben, von Wohlfahrtsverbänden und Internationaler Kommission die Unterlagen unterbreiten. Gemeinsam sollen dann Möglichkeiten zur Umsetzung und Finanzierung eines Stadtteilmütter- Projektes ausgelotet werden.

Autor: bz