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05. April 2017

Anderen helfen und sich orientieren

DRK-Regionalbüro Lörrach verzeichnet wachsende Nachfrage für das Freiwillige Soziale Jahr / Koordinationsstelle ist umgezogen.

  1. Nach dem Krankenhaus sind Freiwillige, die das DRK vermittelt, hauptsächlich in Krankentransport und Rettungsdienst im Einsatz. Foto: Christoph Düpper/Daniel Gramespacher

  2. Karin Eberle Foto: Daniel Gramespacher

LÖRRACH. Das Interesse jungen Menschen, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren, ist ungebrochen. Allein beim DRK-Regionalbüro Lörrach-Hochrhein haben sich seit dessen Eröffnung vor fünf Jahren die Zahlen vervierfacht. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, bezog die Koordinationsstelle für die Landkreise Lörrach und Waldshut in Lörrach größere Räume.

Aktuell betreut das Regiobüro Lörrach-Hochrhein, das vom Kreisverband in der Weiler Straße zum Ortsverein in die Spitalstraße umgezogen ist, 174 Freiwillige. Der Bundesfreiwilligendienst spielt für das DRK in Baden bei 50 Stellen gegenüber 1250 FSJ-Stellen kaum eine Rolle. War das FSJ jahrzehntelang reine Frauensache, ist in der DRK-Region inzwischen rund ein Drittel männlich. Abiturienten sind mit 43 Prozent noch in der Mehrheit, aber längst nicht mehr unter sich. Jugendliche mit Mittlerer Reife machen 40 Prozent aus. Dass nur jeder Zehnte von der Hauptschule kommt, ist vor allem dem Alter geschuldet, erklärt Thomas Schaaf, Leiter der Freiwilligendienste beim Badischen Roten Kreuz. Diese Schulabgänger sind zu jung für viele Einsatzbereiche.

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Das Gros der FSJler vermittelt das DRK in den Landkreisen Lörrach und Waldshut in Krankenhäuser (34 Prozent) sowie in Krankentransport und Rettungsdienst (22 Prozent). Im Vergleich zu anderen Regionen unterrepräsentiert seien Kindertagesstätten (16 Prozent) und Jugendarbeit/Altenhilfe (7 Prozent), weiß Karin Eberle. Als Koordinatorin betreut sie vom Regionalbüro aus Freiwillige an 54 Einsatzstellen in elf Orten im Gebiet zwischen Weil am Rhein und Jestetten, Rheinfelden und Todtnau – von der Bewerbung über Seminare gemäß Bildungsauftrag bis zur Abschlussfahrt.

Im Schnitt kommen auf eine Einsatzstelle zwei Bewerber. Mit Abstrichen bei Arbeitsfeld oder Wohnortnähe fänden aber die meisten einen Platz, versichert Schaaf. Drei Aspekte sind für ihn zentral beim FSJ: Junge Leute engagieren sich fürs Gemeinwohl, indem sie gutes Tun und Menschen in Not helfen; zugleich dürfen sie zwischen Schule und möglicherweise Studium etwas Praktisches tun, sich orientieren und mit den Erfahrungen weiterentwickeln; und in die Einrichtungen kommen frischer Wind und neue Ideen, helfende Hände, die Fachkräfte entlasten und in vielen Fälle jene von morgen sind. "Ohne den seit 2010 ausgesetzten Zivildienst und das FSJ wäre die soziale Landschaft in Deutschland eine andere geworden", ist denn auch Birgit Wilroth-Sacherer, Geschäftsführerin des DRK-Landesverbandes Baden, überzeugt.

"Das FSJ bietet eine gute Orientierung", bestätigt Lisa Metzler aus Lauchringen, die als Freiwillige im Rettungsdienst des Kreisverbandes Waldshut tätig ist. Sie erwägt, sich im Anschluss zur Notfallsanitäterin ausbilden zu lassen. Auch für Lucas Huber ist es "extrem wichtig, Lebenserfahrungen zu sammeln". Zudem ermögliche das FSJ einen Blick hinter die Fassade, sagt der 19-Jährige aus Grenzach-Wyhlen, der, ebenfalls im Rettungsdienst, beim Ortsverein Rheinfelden tätig ist. Auch er kann sich gut vorstellen, künftig in diesem Bereich zu arbeiten.

DRK-Regionalbüro Lörrach: Spitalstraße 72 a, Lörrach, Tel.  07621/6861216, E-Mail: regiobuero-loerrach@drk-baden.de

Autor: Daniel Gramespacher