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07. Februar 2012

Anlieger wollen für Umbau zahlen

In der Basler Straße werden die Weichen für eine Wiederholung des Modells Grabenstraße gestellt.

  1. In der Basler Straße zeichnet sich ein Ende des Chaos ab. Anlieger und Stadt möchten weniger Verkehr und mehr Stadtqualität. Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Die Basler Straße zwischen Fußgängerzone und Stadtbibliothek soll mit Anliegerbeteiligung aufgewertet werden. Die Grundstückseigentümer haben grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, sich an den Kosten zu beteiligen. Die Verwaltung steht dem Wunsch offen gegenüber und will für 2013 Haushaltsmittel beantragen. Wunsch der Anlieger ist es, den Straßenraum aufzuwerten und den Verkehr an dieser Stelle deutlich zu reduzieren.

Die obere Basler Straße knüpft zwar unmittelbar an die Fußgängerzone an, doch die Attraktivität dieses Abschnitts fällt gegenüber dem eigentlichen Stadtzentrum deutlich ab. Hinzu kommt eine starke Verkehrsbelastung, weil sich unzulässigerweise viel Durchgangsverkehr in diesem Straßenzug bewegt, der eigentlich nur für Anlieger, also für Lieferanten und Inhaber von Stellplätzen frei ist. Verschärft wird das Problem noch dadurch, dass viele Autofahrer sich zusätzlich noch über die Tempo-20-Regelung hinwegsetzen. Allein in diesem Winter wurden bei punktuellen Kontrollen etwa 1000 Verstöße aktenkundig. Doch nicht nur die Geschäfte verlieren unter diesen Voraussetzungen an Standortqualität, auch den kirchlichen und kulturellen Einrichtungen (Museum, Stadtbibliothek) fehlt es am passenden Auftritt.

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Ulrich Rainer Troendle, dessen Familie früher ein Bekleidungsgeschäft geführt hatte, und Horst Krämer, der schräg gegenüber wohnt, dort früher sein Schuhgeschäft hatte und ansonsten als Pro-Lörrach-Vorsitzender mit Innenstadtaufwertung vertraut ist, haben die Sache für die Eigentümerseite in die Hand genommen. Die Anlieger berufen sich dabei auf das Modell Grabenstraße. Diese Straße wurde 2008/09 neu gestaltet, wobei die Hauseigentümer bei der Planung mitentscheiden konnten und sich an den Kosten beteiligten. Die Bereitschaft zum finanziellen Engagement hatte seinerzeit überhaupt erst den Anstoß gegeben, den Ausbau der Grabenstraße vorzuziehen. In den Beschluss hatte der Gemeinderat damals ausdrücklich den Passus aufgenommen, dass in anderen Straßen das gleiche Modell angewendet werden kann. Würde es aber in der Basler Straße, in der Unteren Wallbrunnstraße, in der Tumringer Straße zwischen Senigallia-Platz und Luisenstraße oder in der Palmstraße ähnliche Verbesserungen ohne Bürgerbeteiligung geben, dann würde die Stadt die Beiträge der Grabensträßler zurückzahlen.

Dies steht freilich nicht zur Debatte, denn die Bürgerbeteiligung ist bei den Eigentümern der Basler Straße laut Horst Krämer Konsens. Es seien auch alle Anlieger aus dem Bereich zwischen Herrenstraße und Kirchstraße beim Vorgespräch mit der Stadt anwesend gewesen. "Uns liegt am Herzen, dass die Straße zeitnah aufgewertet wird", betont Horst Krämer. Möglichst vor dem Bau des Dienstleistungszentrums will Krämer am anderen Ende der Innenstadt Zeichen setzen. So wie vor dem Schuhhaus Werdich, wo auf Kosten der Immobilienbesitzer der Gehweg bereits umgestaltet wurde, soll es künftig im ganzen Straßenabschnitt aussehen. Auch auf der anderen Straßenseite wünscht sich Krämer abgesenkte Bordsteine, so dass ein offener und einheitlicher Straßenraum entsteht. Dabei könne man sich auch an der neuen Fußgängerzone in der Tumringer Straße orientieren.

Stadt möchte wieder eine Planungswerkstatt

Die Anwohner der Basler Straße sind sich einig, dass auch künftig der Stadtbus dort verkehren soll, wobei Krämer allenfalls zur Diskussion stellt, ob auf der Strecke zwischen Aichele-Park und Burghof nicht zwei statt drei Haltestellen ausreichen. Klar ist auch, dass die Dialysestation weiterhin Verkehr verursacht. Darüber hinaus wünschen sich die Anwohner eine deutliche Reduzierung des Autoaufkommens.

Bei der Stadt steht man dem Wunsch aus der Basler Straße offen gegenüber, wie Walther Schwenzer, der Fachbereichsleiter Stadtplanung gestern im Gespräch mit der BZ sagte. Wenn der Stadt verbindliche Zusagen zur finanziellen Beteiligung vorliegen, werden Haushaltsmittel beantragt. Dann könnte laut Schwenzer im kommenden Jahr geplant und anschließend gebaut werden. Für die Gestaltung schlägt Schwenzer eine Planungswerkstatt vor. Fraglich sei, ob man den anschließenden Abschnitt bis zum Aichele-Park in die Überlegungen einbezieht, wobei dort Einrichtungen betroffen seien, "die nicht gerade mit Geld um sich werfen können". Die Anwohner hätten gerne zumindest die Kirche dabei.

Die Umgestaltung der Grabenstraße hatte etwa 600 000 Euro gekostet, von den Anliegern kamen etwa 150 000. Die Aufwertung der Basler Straße dürfte etwa für ein Drittel zu haben sein.

Autor: Willi Adam