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08. Februar 2010
Bauflächen sind begehrt
Lücken schnell geschlossen / FDP-Stadtrat sieht Lörrach als Wohnstadt für Besserverdienende.
LÖRRACH. Freie Flächen in neuen Baugebieten werden in Lörrach meist schnell bebaut. Vor allem gute Wohnlagen mit günstiger Anbindung nach Basel sind begehrt. Während neue Gebiete meist schnell bebaut sind, werden ältere Baulücken selten geschlossen. Diese Zahlen liefert das Flächenmanagement, mit dem seit 2006 die Entwicklung dokumentiert wird. Im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) wurde die Statistik unterschiedlich bewertet. Conrad Bauer (FDP) sagte, Lörrach werde zur Wohnstadt für Menschen aus gehobenen Verhältnissen.
Nach der Definition des Lörracher Flächenmanagements gelten alle ausgewiesenen und erschlossenen aber noch nicht bebauten Grundstücke als Baulücken. 400 000 Quadratmeter waren Ende 2009 nach dieser Einteilung an Baulücken vorhanden. 240 000 Quadratmeter freier Flächen liegen in der Kernstadt, in Brombach sind es 67 000 Quadratmeter, in Haagen 60 000 Quadratmeter und in Hauingen 30 000 Quadratmeter. Die meisten freien Grundstücke sind Wohnbauflächen (250 000 Quadratmeter). Etwa 100 000 Quadratmeter sind an freien Gewerbeflächen vorhanden, der Rest verteilt sich auf Gemeinbedarfsflächen und auf Entwicklungsflächen. Das sind zum Beispiel Gewerbebrachen, die derzeit für eine neue Nutzung umgewandelt werden. Der Anteil freier Flächen an der gesamten bebauten Fläche in der Stadt ist gering. Er beträgt 5,2 Prozent.Werbung
Während bei den Gewerbeflächen nur Anbauten und Erweiterungen genehmigt wurden und kaum eine Veränderung bei ganz freien Flächen stattfand – lediglich im Gebiet Wölblin wurde ein Grundstück für das Fernwärmekraftwerk verwertet – gab es bei den Wohnbauflächen einen spürbaren Umsatz. Insgesamt 24 000 Quadratmeter freier Flächen wurden 2009 bebaut. Während in Brombach und Hauingen weitgehend alles beim Alten blieb, wurden im vergangenen Jahr in Haagen 9,6 und in Lörrach 11,2 Prozent der freuen Flächen verwertet. Seit Beginn des Flächenmanagements nahm die gesamte freie Fläche trotz der Ausweisung neuer Baugebiete um rund 100 000 Quadratmeter ab. Das entspricht etwa 13 Fußballfeldern.
Mit dieser Entwicklung bestätigte sich auch 2009 der Trend, dass Baulücken in älteren Wohngebieten kaum genutzt und von den Eigentümern offenbar eher als Wertanlage gesehen werden, dass aber vor allem Flächen in neuen Baugebieten stark nachgefragt werden. Das zeigt sich zum Beispiel "Auf Eggen" in Stetten. Dort wurde 2008 der zweite Abschnitt begonnen und Ende 2009 waren schon mehr als die Hälfte aller Flächen bebaut. "Auf Eggen I" ist mittlerweile zu 80 Prozent bebaut. Prozentual die meisten freien Flächen gibt es noch im Haagener Baugebiet "Schlosswegli", das freilich ganz neu aufgelegt wurde.
Die Nachfragesituation auf dem Lörracher Immobilienmarkt nahm der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Heuer zum Anlass, die Ausweisung neuer Baugebiete zu fordern. Ähnlich argumentierte Werner Lacher (Freie Wähler), der davor warnte, "eine Entwicklung zu verschlafen". Conrad Bauer (FDP) kritisierte , dass Lörrach zur Wohnstadt für gut Verdienende werde. Man locke Kreise an, die in Basel gut verdienen und in Lörrach wohnen. "Die andere Klientel wird vergessen", so Bauer. Bürgermeisterin Marion Dammann widersprach dieser These. Lörrach freue sich einerseits über die Nachfrage nach Bauflächen, man vergesse darüber jedoch andere Schichten nicht.
Autor: Willi Adam
