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17. Oktober 2009
Berichte aus erster Hand bringen Kindern fremde Länder habe
Bei einer Veranstaltungsreihe des CSIV geht es um Kulturvermittlung durch Erzählen / Bildung und Begegnung sind Ziele des Vereins
LÖRRACH-HAAGEN. Neun Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren hatten sich zur Auftaktveranstaltung der Reihe "Die Welt bei uns in Lörrach" der Lörracher Ortsgruppe der deutschen Gesellschaft für internationale Kinder- und Jugendbegegnungen (CSIV) in der Ergotherapiepraxis Maier und Östringer in Haagen versammelt. Zu Beginn der Reihe berichteten Sarah und ihre Tochter Thea Mostyn über ihre Heimat Großbritannien.
Schüchtern betritt Thea den Raum. Dort haben sich die Kinder bereits versammelt und ungeduldig auf die Ankunft der beiden in Haagen lebenden Engländerinnen gewartet. Doch Thea Mostyn will sich zuerst gar nicht zu den anderen Kindern gesellen. Sie trägt einen hellblau karierten Rock und einen blauen Pullover dazu und fühlt sich offenbar so gar nicht wohl dabei. Die sieben Jungs kichern bereits, die beiden Mädchen staunen. "Ihr verhaltet Euch gerade sehr unfair", sagt Birgit Charlotte Maier, die Vorsitzende des CISV (Children International Summer Villages). Die Jungs verstummen und Thea setzt sich still an ihren Platz neben ihrer Mutter. Kurz darauf beginnt Sarah Mostyn zu erzählen von den Unterschieden im englischen Schulsystem. "Hier haben die Kinder mehr Freizeit", sagt sie auf Deutsch mit englischem Akzent. Dieser veranlasst Thea immer wieder zum Schmunzeln und dazu, die Mutter zu korrigieren, denn die 10-Jährige spricht perfektes Hochdeutsch. Vor drei Jahren ist Sarah Mostyn mit ihren Töchtern Jenna und Thea von England nach Deutschland übergesiedelt, zuerst nach Neuenburg, wo ihr deutscher Ehemann Matthias lebte, den sie bei einem Aufenthalt in der Schweiz kennen gelernt hatte. Kurz darauf zog die Familie nach Haagen um.
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Gespannt folgen die Kinder den Erzählungen von Mutter und Tochter über die Weihnachtsbräuche in England und sind gefesselt von den Fotos, die Sarah und Thea Mostyn von ihrer Heimat in Norfolk zeigen. Nachdem Thea ihre Schuluniform gegen Jeans und T-Shirt eintauschen durfte, fühlt sie sich wohler und erzählt der Gruppe gern von England und dem Truthahnessen zur Weihnacht, das die Familie auch in Deutschland jedes Jahr zelebriert. "Mama kauft immer einen so großen, dass er kaum noch in den Ofen passt", sagt das Mädchen und die Kinder lachen.
Mit der Veranstaltungsreihe "Die Welt bei uns in Lörrach" will die Ortsgruppe des CSIV auch solchen Kindern das Kennenlernen fremder Kulturen ermöglichen, die noch zu jung zum Verreisen sind oder denen die finanziellen Mittel dazu fehlen. Seine Aufgabe sieht der Verein, den Psychologin Doris Allen 1961 in Amerika gründete, in der Völkerverständigung und Bildungserziehung. Hauptsächlich geschieht dies durch Organisation von englischsprachigen Camps, in denen jeweils vier Kinder aus zwölf Nationen gemeinsam ihre Ferien verbringen. So findet beispielsweise über Silvester ein Jugendtreffen in Lüneburg statt, im Sommer können Kinder nach Manchester reisen, außerdem plant der CSIV Lörrach ein Workcamp mit 19-Jährigen im Lörracher Kinderland. Im Oktober und November bringen Frauen, die inzwischen in Deutschland leben ihre Kultur den Lörracher Kindern näher. Zur nächsten Veranstaltung am 24. Oktober wird Linda Ruppert über Nigeria berichten.
Infos unter 07621/56290 oder unter www.cisv.de
Autor: Maja Tolsdorf
