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26. Mai 2014

Brache wird zum Modellstadtteil

Sporthalle und Wohnprojekte der Schöpflin-Stiftung geben Brombach eine neue Mitte / Stuttgarter Büro gewinnt Wettbewerb.

  1. Plätze und Grünflächen gliedern das künftige Schöpflin-Quartier. Der Plan zeigt die Sporthalle (oben), den Mehrzweckbau für Vereine und Stiftung (links daneben), das Büro- und Galeriegebäude an der Franz-Ehret-Straße sowie im unteren (südlichen) Teil die Wohnhäuser. Foto: Pläne: Wick und Partner

  2. Die Sporthalle: Flach, teilweise in die Erde eingelassen und funktional Foto: Willi Adam

  3. Das neue Quartier im Modell mit der Sporthalle am oberen Bildrand und den bestehenden Häusern an der Schopfheimer Straße unten. Bei der Präsentation der Ergebnisse freien sich: Bürgermeister Michael Wilke, Albert Schöpflin, OB Gudrun Heute-Bluhm, Wettbewerbssieger Karl Haag, Hans Schöpflin und Jurypräsidentin Sophie Wolfrum (von links). Foto: Willi Adam

  4. Foto: Willi Adam

LÖRRACH. Eine funktionale Sporthalle, die parallel zu den S-Bahngleisen steht, separate Gebäude für die Schöpflin-Stiftung sowie für die Vereinsnutzung und mehrere Häuser, die gemeinschaftliches Wohnen zwischen großzügigen Freiräumen ermöglichen – das sind die wesentlichen Bestandteile des künftigen Schöpflin-Quartiers beim Brombacher Bahnhof. Grundlage der Planungen bildet ein Entwurf des Stuttgarter Büros Wick und Partner, das sich in einem Wettbewerb durchgesetzt hat, dessen Ergebnis am Samstag präsentiert wurde.

Die Aufgabe
Beim künftigen Schöpflin-Quartier handelt es sich um eine jetzt noch brachliegende Fläche beim Brombacher Bahnhof. Die Familie Schöpflin hatte das Gelände von der Firma Vacuform (zurück-)gekauft, die unmittelbar angrenzend das einstige Areal des Versandhauses Schöpflin besitzt und vermietet. Anschließend stellte die Familie der Stadt Lörrach einen Teil des Areals kostenlos für den Standort der neuen Brombacher Sporthalle zur Verfügung. Maßgabe war, dass gemeinsam ein neues Quartier entwickelt wird. Deshalb gab es für den städtebaulichen Wettbewerb mehrere Vorgaben, die sowohl Aspekte der öffentlichen Nutzung als auch Ziele der Schöpflin-Stiftung beinhalteten. Der Schöpflin-Stiftung kam es auch auf die Verbindung zum Park auf der anderen Straßenseite an, wo bereits die Villa Schöpflin als Einrichtung der Suchtprävention, die Kindertagesstätte und der Werkraum als Kreativzentrum etabliert sind. Auf dem neuen Gelände will die Stiftung ihren Verwaltungssitz, eine Galerie und Mehrzweckräume, etwa für die Angebote des Werkraums schaffen. Im Kern geht es der Stiftung jedoch um neue, gemeinschaftliche und generationenübergreifende Wohnformen.

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Raumaufteilung im Siegerentwurf
Direkt bei der Bahn mit der Längsseite parallel zu den Gleisen wird von der Stadt die neue Brombacher Sporthalle gebaut. Daran schließt sich ein eigener Baukörper an, der sowohl Mehrzweckräume für die örtlichen Vereine als auch für die Schöpflin-Stiftung bietet. Eine Galerie und Büroräume der Schöpflin-Stiftung kommen in ein weiteres Gebäude, das unmittelbar an der Franz-Ehret-Straße und somit direkt gegenüber des Schöpflin-Parks steht. Dieses Gebäude wirkt wie ein Brückenkopf von den bestehenden Einrichtungen der Stiftung ins neue Viertel. Südlich der Sporthalle in Richtung Schopfheimer Straße sind die Wohnhäuser geplant. Sowohl bei der Halle als auch zwischen den öffentlichen Stiftungs- und Mehrzweckgebäuden und auch zwischen den künftigen Wohnhäusern sind Plätze und Grünzonen vorgesehen. Diese Freiflächen sollen Räume für Gemeinschaft und Begegnung sein.

Kommentare zum Entwurf
Leitmotiv sei der Begriff der Allmende, des mittelalterlichen Allgemeinguts gewesen, erläuterte Karl Haag, der Geschäftsführer von Wick und Partner, den Entwurf im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Insgesamt habe der Entwurf die vielfältigen Aufgaben gut erfüllt und "es passt alles gut zusammen", sagte Jury-Präsidentin Wolfrum. Hans Schöpflin meinte, "jeder hat bekommen, was er wollte."

Die Sporthalle
Aus städtischer Sicht und aus der Perspektive des Ortsteils spielt die Sporthalle eine besondere Rolle. Sie ist mit einem ebenerdigen, aus Richtung Bahnhof zugänglichen Foyer erschlossen. Die Spielfläche liegt unter dem Geländeniveau – eine derzeit weit verbreitete Form des Sporthallenbaus. OB Heute-Bluhm sagte bei der Präsentation des Wettbewerbsergebnisses, die Vertreter des Sports in der Jury würden alle Anforderungen als erfüllt ansehen. Bei den Parkplätzen entspreche die Planung schon jetzt den baugesetzlichen Vorgaben, man werde jedoch schauen, ob noch zusätzlich Stellplätze eingerichtet werden können, sagte die OB.

Wohnen im Modellstadtteil
Die Schöpflin-Stiftung wird das Konzept und die Gestaltung der Wohnhäuser weiter vertiefen und zur konkreten Ausformung einzelner Gebäude eventuell noch eigene Wettbewerbe ausschreiben. Die geplanten Wohnhäuser bleiben im Besitz der Stiftung. Sie will über die Vermietung die soziale, generationenübergreifende und gemeinschaftliche Nutzung sicherstellen, wie Stiftungsvorsitzender Hans Schöpflin betont. Alleinerziehende, Familien mit Kindern oder Senioren kämen als Bewohner in Betracht. "Wir wollen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebensphasen zusammenbringen."

Die nächsten Schritte
Weil die Fachleute des Gestaltungsbeirats bereits Mitglied der Jury waren, ist die Vorberatung in diesem Gremium nicht mehr erforderlich, wie Bürgermeister Michael Wilke sagt. Die Verwaltung wird nun bis nach den Sommerferien den Siegerentwurf für eine Beschlussvorlage aufarbeiten. Zeitgleich wird die Schöpflin-Stiftung sich mit ihren Themen befassen. Ziel sei, möglichst bald einen Spatenstich zu setzen, wie Hans Schöpflin sagte.

Die Wettbewerbsbeiträge sind in einer Halle des Schöpflin-Areals ausgestellt (Eingang Schopfheimer Straße, Weg ausgeschildert). Termine: Montag, 26., bis Mittwoch, 28., und Freitag, 30. Mai, jeweils 14 bis 17 Uhr, Donnerstag, 29. (Christi Himmelfahrt), Samstag, 31. Mai, und Sonntag, 1. Juni, jeweils 11 bis 15 Uhr.

Autor: Willi Adam