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13. März 2017 17:18 Uhr

Brombach

Brand bei der Lauffenmühle in Lörrach – Einsatz in der Nacht beendet

Der Chemiebrand im Lörracher Textilwerk Lauffenmühle beschäftigte die Einsatzkräfte bis in die Nacht. Die Bilanz: Mehrere Verletzte, geringer Sachschaden. Seit Montagnachmittag hatte der Vorfall mehr als 100 Helfer in Atem gehalten.

  1. Die Feuerwehr ist zu einem Brand bei der Lauffenmühle in Lörrach-Brombach ausgerückt. Foto: Peter Gerigk

  2. Großaufgebot bei der Lauffenmühle Foto: Peter Gerigk

  3. Ein Messtrupp ist vor Ort. Foto: Peter Gerigk

  4. Viele Einsatzkräfte sind vor Ort. Foto: Paul Schleer

  5. Am Rande des Geschehens Foto: Peter Gerigk

  6. Die Feuerwehr schickte eine Drohne in die Luft, um die Perspektive zu wechseln. Foto: Peter Gerigk

  7. Feuerwehrleute steuern die Drohne. Foto: Peter Gerigk

  8. Einsatzkräfte postierten sich neben dem Fabrikgebäude. Foto: Peter Gerigk

  9. Das Löschfahrzeug der Chemiewehr von DSM in Grenzach-Wyhlen kam zur Unterstützung. Foto: Peter Gerigk

  10. Ein Großaufgebot der Einsatzkräfte war unterwegs. Foto: Peter Gerigk

Der Vorfall hat sich am Montagabend gegen 16.20 Uhr ereignet. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort bei der Lauffenmühle im Lörracher Stadtteil Brombach. Am Montagabend hatten die Rettungskräfte die Situation unter Kontrolle gebracht. Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte, wurde der Einsatz in der Nacht um 2 Uhr beendet.

Übel riechendes Gemisch

Nach dem Einsatz stand fest, dass am Montagmittag gegen 16.30 Uhr ein Behälter mit 1000 Kilo Natiumhydrosulfit in Brand geraten war. Dadurch entstand ein übel riechendes Schwefeldioxidgemisch, das durch wechselnde Winde in angrenzende Wohngebiete geweht wurde. Auch in anderen Stadtteilen sei der Geruch bemerkbar gewesen, hieß es bei der Polizei. Die Anwohner wurden deshalb aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Bei ihrem Einsatz wurden 15 Feuerwehrleute und zwei DRK Mitarbeiter durch Reizungen von Atemwegen und Augen verletzt. Zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden vorsorglich, zwecks weiterer Untersuchungen, in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert. Am Dienstagmorgen befanden sie sich laut Polizei noch in stationärer Behandlung. Alle anderen konnten nach kurzer ärztlicher Versorgung vor Ort entlassen werden, schreibt die Polizei in ihrem Abschlussbericht.

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Laut Polizei 4000 Euro Schaden

Ein großer Sachschaden ist nach ersten Informationen des Betreibers nicht zu verzeichnen. Dieser dürfte sich laut Polizei auf 4000 Euro belaufen, was sich auf den Container und die darin befindliche Chemikalie beschränkt.

Am späten Montagnachmittag war das Werksgelände abgesperrt und evakuiert worden – die Mitarbeiter des Textilunternehmens hatten sich vor den Toren versammelt.

DSM aus Grenzach-Wyhlen kam zur Unterstützung

Außerhalb des Fabrikgebäudes war ein Behälter mit Chemikalien in Brand geraten. Nach Angaben der Feuerwehr konnte der Behälter nicht mit Wasser gelöscht werden. Ein Löschfahrzeug von der Werkfeuerwehr des Chemieunternehmens DSM in Grenzach-Wyhlen unterstützte deshalb die Löscharbeiten am Brandort mit Löschpulver.

Fenster und Türen geschlossen halten

Die Polizei hatte die Anwohner mit Lautsprecherdurchsagen und übers Radio aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und vorübergehend im Haus oder in der Wohnung zu bleiben. Die Feuerwehr hatte mit einem Messtrupp die Schadstoffwerte in der Luft gemessen, jedoch keine Belastungen festgestellt. Auch Nachmessungen haben keine auffälligen Werte ergeben. Die Aufforderung an die Nachbarn sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, so die Einsatzleitung. Zur Sicherheit hatte die Feuerwehr zwischenzeitlich einen weiteren Messtrupp aus Haltingen angefordert. "Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen", sagte Schepperle am Montagabend am Einsatzort.

Knapp 100 Mann im Einsatz

Die Feuerwehren Lörrach, Hauingen, Haagen, Weil am Rhein, Rheinfelden und Schopfheim waren mit insgesamt knapp 100 Mann im Einsatz. Der Rettungsdienst war mir drei Notärzten aus den Bereichen Lörrach, Schopfheim und Maulburg, sowie 35 Mitarbeitern des DRK vor Ort. Des Weiteren unterstütze die Werksfeuerwehr der Firma
DSM aus Grenzach-Wyhlen mit zwei Fahrzeugen und sieben Mann. Zur Einsatzleitung vor Ort begaben sich auch Herr Bürgermeister Wilke, sowie der Fachbereichsleiter für Straßen, Verkehr und Sicherheit, Klaus Dullisch. Die Polizei selbst war mit sechs Streifenbesatzungen an der Brandstelle.
Natriumhydrosulfit

Die Chemikalie ist das Natriumsalz der im freien Zustand instabilen Säure. Sie wird unter anderem als Bleichmittel in Fleckensalzen und in Färbereien verwendet. Laut der Universität Hamburg ist der Stoff bei Verschlucken gesundheitsschädlich.

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Autor: bz, ger, dso, dam; aktualisiert am 14. März 2017, 8.30 Uhr