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07. Januar 2013

Buch zur Fasnacht als nachträgliche Jubiläumsgabe

Neujahrsempfang der Narrengilde in Stetten / Lörracher Heft Nr. 16 / Gremlins als neue Clique / Protektor von Rohr im Amt.

  1. Traditionsfiguren mit Protektorinsignien: (von links) Güggel mit Zepter, Frosch mit Kette und Emblem, Schnägge mit Hut. Foto: Nikolaus Trenz

  2. Protektor Felix Rudolf von Rohr beim Einzug. Foto: Nikolaus trenz

LÖRRACH (ktz). Am Dreikönigstag wird das Narrenhäs abgestaubt, da lädt die Narrengilde Lörrach zum Neujahrsempfang, dem Start in die Fasnacht. Die ist diesmal mit knapp sechs Wochen recht kurz. Mit dem Empfang im Gemeindehaus St. Fridolin, wo sich gestern Abend Mitglieder und Freunde der Lörracher Fasnacht, darunter Justizminister Rainer Stickelberger, versammelten, beginnt auch die Amtszeit des neuen Protektors. Felix Rudolf von Rohr, der langjährige Obmann der Basler Fasnacht, übernahm die Amtsinsignien, die zuvor Stadtbrandmeister Jürgen Schernhammer abgelegt hatte. Er war tags zuvor noch bei den Bällen der Guggemusik 53 und der Schnitzelbankgruppe "Zündkerze" im Einsatz.

Neben den Ritualen (Auftritt der Stettener Sternsinger, Vorstellung des Siegers des Plakettenwettbewerbs – Frank Schmohl, Ehrungen, Gruß des Narrenvogts Klaus Klein vom Verband) gab’s diesmal Ungewöhnliches: eine Buchvorstellung. Zum Jubiläum 75 Jahre Lörracher Fasnacht hatte OB Gudrun Heute-Bluhm in der Reihe Lörracher Hefte einen Band über die Fasnacht versprochen. Zum 77. Geburtstag der Gilde liegt das Buch vor. Stadtarchivar Andreas Lauble, Kulturwissenschaftlerin Waltraud Hupfer (Dreiländermuseum), Gildechronist Klaus Breitenfeld und Grafiker Elmar Krause galt dafür der Dank des Obergildenmeisters Jörg Roßkopf. Das Buch mit dem Titel "Friss’n wäg, dr Schnägg" ist im Buchhandel und bei der Gilde für zehn Euro erhältlich. OB Heute-Bluhm freute sich darüber. So etwas habe gefehlt und werde der Institution Lörracher Fasnacht gerecht.

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Überrascht hat auch die Ankündigung, dass es Gildenmeister Klaus Breitenfeld gelungen ist, 13 ehemalige Zundel zu bewegen, die Lörracher Traditionsclique der wieder zu beleben. Beim Umzug soll man sie wieder sehen.

Der Neujahrsempfang ist für Obergildenmeister Jörg Roßkopf die Gelegenheit auf Neues hinzuweisen, Anmerkungen zur Fasnacht zu machen und auch kritische Töne anzuschlagen.Gestern galten sie den "selbsternannten Brauchtumswächtern in Zünften und Verbänden". Diese versuchten "eine Art fasnächtlichen Fundamentalismus auszuleben, den wir hier in Lörrach Gott sei Dank nicht kennen". Dank der Offenheit und Toleranz der Lörracher Fasnächtler und Cliquen sei hier vieles möglich, was es anderswo nicht gibt, so Roßkopf. Zwar sei auch den Lörracher Narren die Tradition wichtig, aber um die aktuelle Ausgestaltung werde intensiv gerungen. Diesmal versucht man es neu mit "Hemdglunggi z’Stette", um nach dem Obestraich in der Fridolinhalle und im Gemeindehaus mit einer Eintrittskarte ortsnah zu feiern. Roßkopf betonte die Offenheit für neue Mitglieder. In der zweijährigen Probezeit sind jetzt die Lörracher Gremlins.

Nach dem Amtswechsel bekam Landrätin Marion Dammann das blaue Ehrennarren-Kostüm, dieweil Bürgermeister Michael Wilke der Rathausfarbe entsprechend in Grün eingekleidet wurde.

Autor: ktz