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07. November 2008 09:59 Uhr
Lörrach
Burghof- Jubiläum: Fest mit Stimmen und Stimmung
Der Burghof weckt auch nach zehn Jahren noch die Neugier des Publikums. Dies zeigte sich am Donnerstagabend bei der Performance "Why do you sing", die zum 10-jährigen Bestehen an ganz ungewohnten Orten des Gebäudes ganz unterschiedliche Stimmen erklingen ließ.
"Der Burghof ist ein Bürgerhaus, ein Haus im Mittelpunkt der Stadt." Auf diese Formel brachte Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm am Donnerstagabend bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Burghofs die Bedeutung des Kultur- und Tagungszentrums für die Stadt Lörrach. Der Burghof sei einer der wichtigsten Bausteine für die Attraktivität der Stadt, betonte die Oberbürgermeisterin. Außerdem stärke der Burghof die Stellung von Lörrach in der Region um Basel.
Die Oberbürgermeisterin erinnerte in ihrer Rede an den Beschluss zum Bau eines Bürgerhauses im Jahr 1986. Schon damals sei festgehalten worden, dass der Nachfolge-Bau für die alte Stadthalle "die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt stärken soll". Diese Vorstellung habe sich im Laufe der heftig umstrittenen Vorbereitungsphase und in den zehn Jahren seit der Fertigstellung des Gebäudes eingelöst. Unausgesprochen spielte die Oberbürgermeisterin damit auf die latente Kritik einer Minderheit in der Stadt an, wonach der Burghof eine Einrichtung nur für eine elitäre Schicht sei. "Es steht außer Frage, dass der Burghof ein Haus für alle Bürger ist", betonte die OB. Bei den zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen könne "jeder im Laufe eines Jahres seinen Burghof entdecken", meinte die OB.
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Ausdrücklich lobte Gudrun Heute-Bluhm die Arbeit von Burghof-Chef Helmut Bürgel. Wenn manchmal gespottet werde, der Burghof sei der "Bürgelhof", dann sei dies in Wahrheit eine Auszeichnung. Denn: "Ohne diese Handschrift ist der Burghof nicht denkbar."
Zu Beginn ihrer Rede hatte die OB auch an ihre Amtsvorgänger erinnert. Besonders Ex-Oberbürgermeister Rainer Offergeld und die Stadträte aus jener Zeit hätten das Projekt trotz "kommunalpolitischer Erschütterungen" durchgesetzt. "Ich habe es sehr bewundert, dass zwei Bürgerentscheide durchgestanden wurden", lobte Heute-Bluhm die früheren Entscheidungsträger.
Zur Geburtstagsfeier hatte der Burghof noch einmal die Performance "Why do you sing?" der englischen Formation "The Shout" aufgegriffen. Die Uraufführung dieses Gesangspektakels mit mehreren Chören hatte im Sommer beim "Stimmen"-Festival stattgefunden, nun wurde das Konzept noch etwas verfeinert und ausschließlich auf das Burghof-Gebäude zugeschnitten. Die Idee von "Why do you sing?" ist es, an allen möglichen und unmöglichen Orten Stimmen erklingen zu lassen. So gab es Konzerte auf allen Bühnen des Hauses, aber auch im Foyer, im Keller, in der Küche oder unterm Schnürboden. "The Shout" brachte damit den ganzen Burghof förmlich zum Schwingen und der Begriff "Stimmen", das Markenzeichen des Burghofs, wurde auf besondere Weise sinnfällig. Und immer wieder löste sich das Stimmen-Gewirr in einem beziehungsreichen Text auf: "Ich singe, weil ich singe, weil ich singe…"
Autor: Willi Adam
