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08. April 2009

Christoper Street Day: Nicht nur schrill und bunt

Rainbowstars verbinden mit dem Tag auch politische Inhalte.

LÖRRACH (maj). Zum ersten Mal wird es demnächst in Lörrach einen Christopher Street Day (CSD) geben. 1969 nahm die Parade der Homosexuellen ihren Ursprung in New York. Weitere Großstädte auch in Deutschland folgten als Veranstaltungsorte. Unter dem Motto "40 Jahre Regenbogen – zeigt Euch" wollen die Homosexuellen am 18. April auf Initiative der veranstaltenden Lörracher Rainbowstars nun auch in einer Kleinstadt für ihre Rechte und ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.

Mit Spannung erwarten die Vorsitzende Sonja Summ und Jonny Schuler (zweiter Vorsitzender) diesen Tag, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und Marion Caspers-Merk konnte für die offizielle Eröffnung der Veranstaltung gewonnen werden. Darauf sind die Rainbowstars besonders stolz, dass ihnen auf Anfrage zahlreiche Bundes- und Landespolitiker Grußworte übermittelten. Die sollen am CSD, neben den Auftritten der Bands Injection Fish, Wir und Joshi und seine Crew, auf der Bühne vorgelesen werden.

"Es geht uns nicht nur um schrill, bunt und Party machen", sagt Sonja Summ. Wichtig sei vor allem das Einstehen für die Rechte von Schwulen und Lesben. Auch vier Jahrzehnte nach der Parade in New York werde Homosexualität längst nicht so toleriert, wie sich die Mitglieder dies wünschten. "Noch immer gibt es Übergriffe auf Homosexuelle, vielleicht nicht in Lörrach, doch es gibt sie", sagt Sonja Summ. Außerdem seien die Partnerschaften denen Heterosexueller längst nicht gleichgestellt. So würden Ehen im Landkreis nur auf dem Landratsamt und nicht auf dem Standesamt geschlossen.

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Bisher sei die Resonanz in der Bevölkerung auf den CSD positiv, resümieren Schuler und Summ nach der Verteilung von Flyern an der Regio-Messe. Aber zum Beispiel manche Gläubige hätten immer noch Vorbehalten. "Doch die Lörracher sehen es eher locker", glaubt Schuler. Nach der ersten Verwunderung auf die Anfrage nach der Genehmigung sei man auch bei der Stadt auf offene Ohren gestoßen. Wie bunt das Treiben beim Zug von Fußgruppen und Wagen von der Kirchstraße über die Basler- in die Tumringer Straße bis zum Nellie Nashorn wird, ist offen. "Wir überlassen es den Teilnehmern selbst, wie schillernd die Kleidung für diesen Tag ausfallen soll", sagt Schuler. Sicher werde die Veranstaltung kleiner und feiner ausfallen als in einer Großstadt. Es sei jedoch nicht ganz einfach gewesen, die Menschen für die Teilnahme in einer Kleinstadt zu begeistern. "Doch wir ziehen das jetzt durch", sagt Jonny Schuler auch im Blick auf möglichen Gegenwind. Die Rainbowstars, die Teilnehmer aus befreundeten Vereinen und alle Homosexuellen wollen zeigen, wie bunt die Welt tatsächlich ist. Neben der Parade (Aufstellung in der Kirchstraße um 14 Uhr) wird es von 11 bis 18 Uhr einen Markt mit 21 Ständen und rund 25 Teilnehmern auf dem Senser Platz geben. Dort gibt es Verpflegung und Infos rund um das Thema Sexualität, Aufklärung und HIV.

Autor: maj