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22. März 2011

Demo gegen Atomenergie

Großer Protestzug gestern Abend in der Innenstadt mit Schlusskundgebung auf dem Alten Markt.

  1. Gegen Atomkraft: Der Protest vereinte gestern Abend in Lörrach Menschen jeden Alters. Foto: Nikolaus Trenz

  2. Schulterschluss im Protest (von links): Josha Frey (Grüne) und Rainer Stickelberger (SPD) Foto: Nikolaus trenz

LÖRRACH. Gegen die Nutzung der Kernenergie im Allgemeinen und für die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke im Besonderen demonstrierten gestern Abend in Lörrach mehrere Hundert Menschen. Sie waren dem Aufruf von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Lörrach zu dieser Protestkundgebung gefolgt.

"Mehr als tausend Menschen sind gekommen, das ist Rekordbeteiligung", freute sich der Abgeordnete und Landtagskandidat Rainer Stickelberger (SPD). Der Kandidat der Grünen, Josha Frey, leitete die Veranstaltung auf dem Bahnhofplatz mit einer Gedenkminute für die "Nuklearopfer in Japan und die, die noch dazukommen können" ein. Dann setzte sich der Zug hinter dem Transparent "Atomkraftwerke abschalten" in Bewegung. Auf Fahnen und Plakaten wurde das Ende der Atomenergie und der Kernkraftwerke gefordert. Auch das Abschalten des Meilers in Fessenheim im Elsass gehörte zu den im Protetszug mitgetragenen Anliegen. "Jetzt ab-schalten" skandierten Demonstranten, die man in dieser großen Zahl bei einem Protestmarsch lange nicht in der Lörracher Innenstadt gesehen hat. Auch die alemannische Variante wurde hoch gehalten: "Nai hämmer gsait" stand auf einem Plakat neben den durchgestrichenen Umrissen eines Atommeilers.

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Auf dem Alten Markt kritisierten die beiden Landtagskandidaten die Atompolitik von Landes- und Bundesregierung. Rainer Stickelberger erinnerte an den Widerstand gegen das in Wyhl am Kaiserstuhl geplante AKW in den 70er- und 80er Jahren. Jener Widerstand war erfolgreich, so werde auch der Widerstand heute erfolgreich sein, rief der Sozialdemokrat der Menge zu. Josha Frey erinnerte die "Freundinnen und Freunde der Glaubwürdigkeit" auf dem Platz daran, dass die Grünen schon vor 30 Jahren gegen Atomenergie gewesen seien. Hingegen könne man der Landesregierung nicht glauben, dass hierzulande noch vor zwei Wochen "die sichersten Atomanlagen standen, die aber jetzt überprüft werden müssen". Das fand ebenso den Beifall der Demonstranten, wie der Wunsch der beiden Politiker, bei der Landtagswahl "die Laufzeit von Mappus und Gönner" zu beenden. Den Aufruf zu dieser Anti-Atom-Demo hatten der DGB Südbaden sowie einige Einzelgewerkschaften, Naturfreunde und BUND unterstützt.

Autor: Nikolaus Trenz