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07. September 2011
Der Karriere näher kommen
Bei der Summer University bekommen Jugendliche Einblicke in technische Berufe.
LÖRRACH. Am ersten Tag eine elektronische Uhr löten, am zweiten einen Roboter programmieren, danach etwas über die perfekte Bewerbung lernen. So sieht das Ferienprogramm von 32 Schülerinnen und Schülern aus, die zur Zeit die elfte "Summer University" an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach besuchen. Veranstaltet wird das viertägige Projekt vom Schülerforschungszentrum "phaenovum".
"Es geht darum, Schüler für technische Studiengänge und Berufe zu begeistern", fasst Tobias Hagen, Professor für Wirtschaftsinformatik an der DHBW Lörrach, die Zielsetzung der "Summer University" zusammen. "Viele der Jugendlichen wollen zwar etwas in diesem Bereich machen, wissen aber nicht, wie das Studium oder der spätere Berufsalltag aussieht." Dagegen soll das Projekt umfassende Abhilfe schaffen.
In den vier Tagen sammeln die 14- bis 17-Jährigen zum einen praktische Erfahrungen. So bauen und programmieren sie beispielsweise unter Anleitung einen Lego-Roboter, der eigenständig einer schwarzen Linie folgen kann. Zuerst wurde dazu die vom Hersteller mitgelieferte Software verwendet. "Die Schüler haben die Aufgabenstellung damit aber so schnell gelöst, dass wir jetzt schon mit der professionellen Programmiersprache Java eingestiegen sind", sagt Lars Möllendorf vom "phaenovum".
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Abgesehen von den praktischen Erfahrungen sollen die Schüler aber auch nützliches Wissen rund um Studium und Beruf erlangen. Frei nach dem diesjährigen Motto "Der richtige Start in die neue Karriere" lernen die Schüler beispielsweise, wie eine gute Bewerbung aussieht. Das bringt ihnen Jan Olaf bei, der als Ausbildungsleiter bei Endress und Hauser arbeitet. Sein wesentlichster Tipp: "So authentisch wie möglich sein – die Bewerbung ist kein Rollenspiel", sagt Olaf. "Es gibt keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen." Und das gehe nach wie vor sehr gut mit einer klassischen Bewerbung.
Am Ende der vier Tage gibt es dann auch noch ein paar Beispiele aus dem echten Leben. Dazu treffen die Schüler auf junge Ingenieure und Naturwissenschaftler, die ihnen etwas über ihren Arbeitsalltag erzählen. "Wir wollen den Jugendlichen einen guten Überblick über Studium und Beruf geben", sagt Professor Jörg Thietke, Dekan der Fakultät Technik an der DHBW Lörrach. "Und wir wollen zeigen, wie spannend diese Bereiche sind."
Insgesamt haben sich mehr als 60 Schülerinnen und Schüler zur 11. Summer University angemeldet. Rund ein Drittel der 32 Teilnehmer sind Mädchen. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", sagt Thietke. Auch das Einzugsgebiet sei erfreulich groß gewesen. So befindet sich unter den Jugendlichen auch Jochen Zürn, der aus der Nähe von Heilbronn kommt. "Ich bin übers Internet auf die Summer University gestoßen", erzählt der 16-jährige. Privat begeistert er sich für Technik, seine Lieblingsfächer in der Schule sind Physik und Mathematik, eventuell möchte er Elektrotechnik studieren. "Sicher bin ich mir aber nicht", sagt Zürn. "Deswegen sehe ich die vier Tage als eine gut Berufsorientierung."
Autor: Julian Kutzim
