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17. Oktober 2013

Die Liebe zu kurzen Texten

FES-Schüler Leonard Schwob zum Treffen junger Autoren.

LÖRRACH (BZ). "Ich hätte das gar nicht mitbekommen, dass es solche Wettbewerbe gibt", sagt Leonard Schwob, Schüler der 9. Klasse des Gymnasiums der Freien Evangelischen Schule (FES) Lörrach. Er ist Preisträger des 28. Treffens junger Autoren in Berlin und kann es irgendwie noch immer nicht fassen. "Wenn mein Deutschlehrer Sebastian Engelhardt mich damals nicht aufmerksam gemacht und ermutigt hätte, mich zu bewerben, wäre mir vieles entgangen." Aus 980 Bewerbungen wurden 20 Autorinnen und Autoren ausgewählt und nach Berlin eingeladen.

Das Ganze begann in den Sommerferien vor einem Jahr: Weil er seinem Deutschlehrer aufgefallen war, schlug dieser Leonard Schob (15) für ein zweiwöchiges Literaturstipendium einer Bildungsstiftung vor. Zwanzig Jugendliche, darunter auch Leonard, wurden ausgewählt, mit Autoren, Lektoren, Journalisten und Schauspielern zu arbeiten. Es folgten zwei intensive Wochen in Marbach. "Wir bekamen sogar Einblicke in das Deutsche Literaturarchiv Marbach, zu dem nur wenige Zutritt haben", freut sich Schwob.

Ein dort gewonnener Freund machte ihn auf das Treffen junger Autoren aufmerksam. Ausgeschrieben von den Berliner Festspielen werden dort jedes Jahr von einer Jury bis zu zwanzig Bewerber von 14 bis 21 Jahren ausgewählt und für eine Woche nach Berlin eingeladen, um andere Preisträger kennenzulernen und ihre Texte für eine gemeinsame Jahresanthologie zu lektorieren. Leonard ist mit drei seiner eingesandten Texte ausgewählt und fährt nun im November nach Berlin. Die Texte haben die Titel "Was sag ich", "Unter der Brücke" und "heute endet jeder Gedanke auf Dich".

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Nicht so gerne am Computer

Dass er einer von wenigen Jungs unter vielen Mädchen ist, stört ihn nicht. "Die Jungs, die ich dort antreffe, sind dafür umso begeisterter," sagt der 15-Jährige, der seit vielen Jahren gerne schreibt. "Am liebsten kurze Texte." Nicht so gerne schreibt er am Computer. "Die Möglichkeit, immer alles ändern zu können, erdrückt die Idee vom Text," meint er. Die enge Abgrenzung von Lyrik, Prosa oder anderen literarischen Gattungen mag er nicht. Auch wenn er Gedichte liebt und sogar selbst verfasst, ist Literatur "viel mehr" und "lebt von fließenden Übergängen", so Leonard.

"Schreiben ist ein Sport, der alleine ausgeübt wird," sagt er. Da helfe sehr, wenn man andere trifft, sich Feedback geben und austauschen kann. Junge Autoren kennenzulernen und einem Netzwerk anzugehören, das ist ein riesiger Gewinn für einen wie ihn und er freut sich sehr darauf. Während der Tage in Berlin findet im Haus der Berliner Festspiele am 22. November auch eine öffentliche Lesung der jungen Autoren statt.

Autor: bz