Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

01. April 2011

Die Plakette für eine Stadt ohne Hürden

Behindertenbeirat der Stadt Lörrach zertifiziert behindertengerechte Geschäfte und Gaststätten und setzt zusätzlich auf Aufklärungsarbeit.

  1. Voriges Jahr wurde die Plakette erstmals an Geschäfte und Gaststätten in Lörrach vergeben. Foto: ktz

LÖRRACH (tm). Der Behindertenbeirat der Stadt wird in den nächsten Wochen seine Zertifizierung behindertengerecht ausgestatteter Geschäfte und Gaststätten fortsetzen. Der Film, der über die Situation behinderter Menschen in Lörrach gedreht wurde, wird am 30. Mai öffentlich vorgestellt.

Wie Vorstandsmitglied Heinz Bernhard in der jüngsten Sitzung des Behindertenbeirats berichtete, geht die Zertifizierung in die nächste Runde. Schon in der Vergangenheit hatte der Beirat behindertengerechte Gaststätten, Hotels und Geschäfte mit einem entsprechenden Siegel ausgezeichnet. Wie Dirk Furtwängler, Vorsitzender des Behindertenbeirats, berichtete, habe auch Horst Krämer, Vorsitzender von Pro Lörrach, versprochen, die Mitgliedsbetriebe darauf anzusprechen, auf die Belange Behinderter Menschen einzugehen. Stadträtin Ursula Vollmer wies darauf hin, dass es möglichst keine Treppen ohne Geländer geben sollte, auch für ältere Leute, die nicht mehr so sicher auf den Beinen seien.

Der Film, den Steffi Havlitschek im Auftrag des Behindertenbeirats gedreht hat, wird am Montag, dem 30. Mai, um 17.30 Uhr im Hebelsaal des Museums am Burghof offizielle Premiere haben, berichtete Furtwängler. Zurzeit sei man noch damit beschäftigt, den Film begleitende Bildbeschreibungen für Blinde zu erstellen, was ein großer Aufwand sei. Nach der Premiere soll der Film grundsätzlich allen Interessierten zugänglich sein, speziell wolle man sich aber an Schulen wenden, wo er Schülern ab Klasse 5 vorgeführt werden könnte. Ein Trailer des Films wird auch ins Internet gestellt.

Werbung


Dirk Furtwängler berichtete auch, kürzlich in der Erich-Kästner-Schule für Kinder mit psychischen Problemen gewesen zu sein, um den Schülerinnen und Schülern nahezubringen, wie es ist, blind zu sein. "Die Schüler waren sehr offen, wissbegierig und experimentierfreudig", erzählte er. Sie hätten nicht nur mit großem Interesse das Farberkennungsgerät ausprobiert, sondern auch sehr viel Vertrauen dabei bewiesen, mit dem Blindenstock durch das Klassenzimmer zu gehen. "Sie sahen das als Spiel, aber ich denke, dass sie es hinterher für sich im Kopf schon noch vertieften", zeigte sich Furtwängler überzeugt.

Irena Rietz vom Vorstand berichtete, kürzlich eine Schulung für Fahrer des Rollstuhlstaxis gehalten zu haben, und auch dort sei es, als die Fahrer selbst im Rollstuhl saßen, zu Aha-Erlebnissen gekommen. Sie hatte auch festgestellt, dass es zum Hauptfriedhof in Lörrach keine Zugänge ohne Stufen oder Bordstein gebe, doch Heinz Bernhard berichtete, in dieser Sache bereits initiativ geworden zu sein. Am 3. September wird der Behindertenbeirat einen Ausflug nach Freiburg unternehmen, wo er den Mundenhof besucht und den Behindertenbeirat der Stadt Freiburg trifft. Danach ist noch eine Stadtführung in Stauffen geplant. "Der Sinn dieser Fahrt ist es auch, Ausflugsziele zu erkunden und sie auf Barrierefreiheit zu testen", erklärte Irena Rietz.

Autor: tm