"Die Wohnbau ist bereit"

Willi Adam

Von Willi Adam

Fr, 13. Oktober 2017

Lörrach

Bei der Vorlage des Jahresberichts verweist Geschäftsführer Nostadt auf Millionen-Investitionen.

LÖRRACH. Das Thema Wohnungsbau ist allgegenwärtig – einmal im Jahr auch in Zahlen. Als städtische GmbH legt die Wohnbau Lörrach jeweils im zweiten Halbjahr ihren Geschäftsbericht dem Gemeinderat vor. Diese wirtschaftliche Momentaufnahme fällt wieder recht gut aus. Das Unternehmen hat einen Überschuss erwirtschaftet, der das vergleichsweise niedrige Eigenkapital stärkt. Für die Millioneninvestitionen der nächsten Jahre ist die Wohnbau bereit, allerdings wird sich das Unternehmen dafür stark verschulden müssen.

Lörrach ist Wachstumsregion, eine "Schwarmstadt", wie OB Jörg Lutz bei der Vorberatung des Wohnbaugeschäftsberichts am Donnerstagabend im Hauptausschuss sagte. Das führt zu einer riesigen Wohnungsnachfrage, die auf der einen Seite eine gewaltige Interessentenliste mit derzeit 4000 Bewerbern produziert und die es auf der anderen Seite den Wohnungsunternehmen leicht macht, ihren Bestand voll auszulasten. So gibt es im Angebot der Wohnbau Lörrach – es sind etwa 3000 eigene und 1000 verwaltete Wohnungen, so gut wie keinen Leerstand. Die Mieterträge stiegen von 17,9 Millionen Euro in 2015 auf 18,7 Millionen Euro in 2016. Günstig hat sich wiederum die Zinssituation ausgewirkt. Bei etwa den 200 Darlehen mit sehr unterschiedlichen Laufzeiten schlagen die niedrigen Zinsen zeitversetzt durch, so dass die Wohnbau 2016 etwa 400 000 Euro weniger Kapitalkosten hatte als in den Jahren zuvor. Der Schuldenstand beträgt 163 Millionen Euro, die gesamte Bilanzsumme liegt bei 192 Millionen Euro. Setzt man diese beiden Werte ins Verhältnis, so ergibt sich eine Eigenkapitalquote, die fast unverändert bei 15,1 Prozent liegt. Ein Häuslebauer könnte mit so einem Wert keine großen Sprünge machen, doch die Wohnbau steht vor einem Investitionsprogramm in dreistelliger Millionenhöhe. "Aber wir sind bereit", sagte Nostadt. Das Unternehmen sei wirtschaftlich und personell gerüstet.

Auf die Frage des Freie-Wähler-Stadtrats Matthias Lindemer, was die Wohnbau denn brauche, um ihren Beitrag zur Linderung der Lörracher Wohnungsnot zu leisten, sagte Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Nostadt kurz und bündig: "Möglichst viel bezahlbares Bauland." OB Jörg Lutz fügte rasch hinzu, dass beim Begriff "bezahlbar" und bei der Vermarktung von erschlossenem Bauland immer auch der Blick auf die Stadtkasse nötig sei. Und zur Menge des verfügbaren Baulands sagte Lutz: "Die Flächen in Lörrach sind endlich und mit wenig Fläche muss man verdichtet bauen."

Die Fraktionen, die sich bis zur abschließenden Beratung im Gemeinderat auch noch intern abstimmen wollen, waren in einer ersten Bewertung rundum mit dem Geschäftsbericht zufrieden. Aus allen Fraktionen kam der Hinweis auf den hohen Schuldenstand beziehungsweise auf die schwache Eigenkapitalquote. Ebenso einhellig wurde der Wohnbau jedoch auch Unterstützung beim ehrgeizigen Investitionsprogramm zugesichert.