Innenstadt

Ein vergessener Poller hält die Narren beim Lörracher Umzug nicht auf

Heidemarie Wussler

Von Heidemarie Wussler

Mo, 12. Februar 2018 um 00:10 Uhr

Lörrach

Schlag auf Schlag ging es beim Lörracher Fasnachtsumzug. Nachdem sich der Poller gesenkt hatte konnten auch die 16 Wagen auf die Strecke gebracht werden.

Wo bleibt denn der Zug? Es ist schon zwanzig vor zwei und noch ist kein Gildenbanner zu sehen. Ratlosigkeit. Ein Poller war schuld, der irgendwo am Aufstellungsweg stand und verhinderte, dass die Wagen losfahren konnten. Dann ging es aber Schlag auf Schlag. Über 150 Cliquen mit 34 Musiken, 16 Wagen und drei Wagensujets formierten sich zum Umzug durch die Stadt. Neben den Lörracher Cliquen waren Gäste aus Hauingen, Weil am Rhein, Inzlingen, aus dem Wiesental, vom Hochrhein und Markgräfler Land, aber auch von fern mit dabei, so aus Freiburg, Bruchsal oder Siebnen aus dem Kanton Schwyz.

Viele Jubiläums-Cliquen waren darunter, die den 10., 22., 30, 35., 44. oder gar 55. Geburtstag feierten. Hiesige Guggenmusiken wechselten sich mit den Schweizern ab, Basler Pfyffer brachten einen Hauch Basler Fasnacht nach Lörrach. Die Soundwagen – sie fuhren erstmals hintereinander im Umzug – boten eine ganz andere Musik und machten einen Höllenlärm – da vergaß Petrus vor Schreck eine Zeit lang zu regnen. Beeindruckend waren die Kuckuck-Masken der Guggemusik Seegusler aus Alpnach oder der Guggemusik Arvi-Hyler Kerns, die Tartaros Perchten Donaueschingen hatten Larven mit imposanten Hörnern, die des Ober Tartaros waren fast drei Meter lang.



Motto: Es kommt wie es kommt

Traditionell spielten die Stettemer Frösch, Zigüner, Schrobbe und Dülliger Schnägge Sujets aus. Die Frösch machten aus dem Motto "’s chuntt wie’s chunnt" eine Persiflage auf die Smartfonnutzer und meinten "so au die Smartfon-Zombies". Die Schnägge meinten "Kreisklinikum Lörrach – ’s chunnt wie’s chuntt – egal wie’s chunnt" und brachten Ärzte, ein OP-Team und viele Patienten auf die Straße. Der Politik nahmen sich die Schrobbechöpf vo Stette an. Sie hatten die Idee, bei der Suche nach einem geeigneten Koalitionspartner Parship oder Elitepartner zu Hilfe zu nehmen. Im Paar Schiff saßen Angela Merkel und Martin Schulz – eine witzige Idee. Die Zigüner persiflierten die GroKo mit Angela Merkel und Martin Schulz im Bauch des Groko-Krokodils. Das Fußvolk kam als gescheitere Jamaikaner daher und ein Bayer verteilte Extrawürste.

Neben Würstchen, Speckbrot und Popcorn wurde allerlei ins Volk geworfen: Bonbons und Süßigkeiten aller Art, Orangen, Zwiebeln, Stofftiere und natürlich Konfetti, Konfetti, Konfetti in allen Farben. Die Zuschauer hielten tapfer aus, obwohl "die Sonne in Strömen schien", wie Kommentator Roland Hauber meinte.