Erhöhter Bedarf – erhöhte Förderung

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Mi, 20. Juni 2018

Lörrach

Stadt und Dieter-Kaltenbach-Stiftung unterzeichnen Leistungsvereinbarung für weitere drei Jahre / Zuschuss steigt.

LÖRRACH. Die Dieter-Kaltenbach-Stiftung erhält von der Stadt mehr Geld für die Jugendarbeit und das Ferienprogramm. Am Dienstag unterzeichneten die Partner im Außenbereich des Stiftungsgeländes eine neue Leistungsvereinbarung. Der Gemeinderat hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, die Mittel für 2018 um rund 72 000 Euro auf 275 000 Euro zu erhöhen. 2019 steigt die Summe auf rund 284 000 Euro, 2019 auf 292 000 Euro. Die Vertragslaufzeit beträgt drei Jahre statt der bisherigen fünf.

Die Stiftung übernimmt im Auftrag der Stadt Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit. Hierzu zählen unter anderem das Ferienprogramm und die Offene Jugendarbeit. Bei letzterer gebe es nun 1,8 Stellen, die sich nun auf zwei Mitarbeiter verteilen, erklärte Jan Funke, Leiter der Jugendarbeit. Jugendliche seien stärker in der Schule eingespannt als früher. Die Arbeit mit den Kindern müsse flexibler und an deren Bedürfnissen ausgerichtet werden. Zudem wolle man mehr Zeit in die Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Kooperationspartnern stecken.

Ehrenamtliche finden sich nicht mehr so leicht

Stefan Dieterle vom Fachbereich Jugend/Schulen/Sport nennt das Beispiel Soziale Medien. Wie Kinder mit ihnen umgehen sollten, sei vor einigen Jahren noch gar kein Thema gewesen. Hinzu komme, dass sich die Familienstrukturen verändert hätten, das klassische Familienbild werde seltener. Ein weiterer Aspekt sei die Betreuung von Flüchtlingen: "Die Bedarfe sind höher geworden", sagte Dieterle. Das gelte auch für das Ferienprogramm – und: "Ehrenamtliche waren früher einfacher zu bekommen", erklärte er.

Stiftungsgeschäftsführerin Iris Teulière berichtete, dass am offenen Programm durchschnittlich 80 Kinder teilnehmen. Nochmal so viele kämen durch die VHS-Kurse hinzu. Ziel der Stiftung sei es, qualifiziertes Personal für die Kurse zu bekommen. "Wir wollen hier etwas bieten, das die Kinder erfüllt", sagt die Geschäftsführerin und fügt hinzu: "Die Eltern erwarten eine gewisse Verlässlichkeit." Beatrice Kaltenbach-Holzmann vom Stiftungsvorstand sieht die Ferien als wichtige Zeit für Kinder, in denen sie nicht in ihrem getakteten Rhythmus seien. Qualifiziertes Personal kostet mehr Geld, die Zinseinnahmen der Stiftung sinken zugleich: "Für uns war es notwendig, finanziell aufzustocken", sagte Bernd Schandera. Dem Geschäftsführer zufolge hatte die Stadt dieselbe Ansicht: "Wir mussten keine große Überzeugungsarbeit leisten".

"Wir möchten, dass sie ihre qualitative Arbeit fortsetzen und ausbauen können," erläuterte Oberbürgermeister Jörg Lutz die Haltung der Stadt. Er sprach von einer "Win-win-Situation". Mit der Verkürzung der Vertragslaufzeit hofft Lutz auch die Angebote der verschiedenen Träger der Kinder- und Jugendarbeit, zum Beispiel SAK, vergleichen zu können. Eine Prognose, wie sich die Kosten nach drei Jahren weiterentwickeln werden, wollte Lutz nicht wagen. Das liege zu weit in der Zukunft für eine konkrete Angabe. Nach eineinhalb Jahren werde man sich zusammensetzen und Bilanz ziehen.

Die Stiftung überprüfe intern die Qualität der Arbeit. "Es ist wichtig, das bestehende Angebot zu reflektieren", sagt Jan Funke. Schandera erklärt, dass es einen regelmäßigen Austausch mit der Stadt gebe. "Immer wieder drauf gucken", so formuliert es der Geschäftsführer – das sei nun auch im neuen Vertrag drin.