Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. November 2017

Fit machen für die Zukunft

Kreiskliniken, zweiter Standort und berufliche Schulen sind die Investitionsschwerpunkte 2018 des Landkreises Lörrach .

  1. Das Landratsamt bekommt einen zweiten Standort neben der Arbeitsagentur. Foto: Daniel Gramespacher

LÖRRACH. In den meisten Teilhaushalten des Landkreises Lörrach liegen die Ausgaben teilweise deutlich über den Einnahmen. Die große Ausnahme ist der Teilhaushalt I Finanzen & Zentrales Management, über den rund 60 Prozent der Gesamterträge verbucht werden. Zusammen mit den im Volumen ungleich kleineren Teilhaushalten Ordnung & Gesundheit sowie Bildung & Kultur ist dafür politisch der Verwaltungsausschuss zuständig. Dieser berät heute, Mittwoch, 15. November, den Kreishaushalt 2018.

Zentrales Management
Um die Kreisverwaltung fit zu machen für die fortschreitende Digitalisierung, hat der Kreistag drei zusätzliche Stellen bewilligt. Zum einen geht es um die schrittweise Einführung der digitalen Akte. Den Anfang macht das Sozialdezernat. Dieses wird in den Neubau des zweiten Standorts des Landratsamtes neben der Arbeitsagentur umziehen und soll dort ein Raumkonzept vorfinden, das ein modernes Arbeiten ermöglicht. Zum anderen soll ein Gesamtkonzept zum sogenannten E-Government auf Kreisebene entwickelt werden. Ziel sei es, möglichst viele oder irgendwann alle Dienstleistungen der Kreisverwaltung elektronisch beantragen und bearbeiten zu können, erläutert Dezernent Alexander Willi.

Werbung


Bildung
Die Modernisierung der beruflichen Schulen in Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim hat 2017 Fahrt aufgenommen; sie soll sich 2018 weiter beschleunigen. Voraussichtlich rund 22 Millionen Euro werden bis 2021 investiert sein, um so alle drei Standorte attraktiv zu halten. Hinzu kommen weitere neun Millionen Euro für allgemeine Baumaßnahmen des Landkreises als Schulträger. Für 2018 ist die Verlegung des Fachbereichs SHK/Metallbau von Rheinfelden nach Schopfheim geplant. Auch die Kursstätte des Schweißerverbandes wird dort neue Räume beziehen. Die Gewerbeschule Rheinfelden darf 2018 Umbau und die Sanierung sowie die Neuausstattung der Chemie und der naturwissenschaftlichen Räume erwarten. Außerdem wird dort mit dem Neubau des Bereichs Fahrzeugtechnik eine millionenschwere Investition getätigt.

Gesundheit & Ordnung
Schwerpunkte der Gesundheitskonferenz sind die Gesundheitswoche im Juni und die Teilnahme am landesweiten Projekt Diabetesprävention. Dabei wird es schon diese Woche zum Weltdiabetestag weitere Aktionen geben. Von besonderer Bedeutung ist eine Studie zur Entwicklung der hausärztlichen Versorgung im Landkreis. Sie habe gezeigt, dass die Nachwuchsgewinnung und Nachfolgeregelung im Hausarztbereich eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, sagte die Landrätin. Insofern wurden Empfehlungen insbesondere für die Bereiche Ausbildung, regionale Bindung und Attraktivität der Niederlassungen ausgesprochen und eigene Maßnahmen beschlossen. Alle Akteure des Gesundheitswesens und kommunale Verantwortungsträger sollten sich dieser Aufgabe stellen. Im Weiteren werden Aufträge des Kreistages für die fachärztliche und die ambulante psychiatrische Versorgung weiterverfolgt. Größte Investition im Fachbereich Ordnung ist die Modernisierung des digitalen Alarmsystems, weiß Dezernent Michael Laßmann.

Kliniken des Landkreises
Neben dem Betrieb von vier Standorten – zum 1. Januar übernehmen die Kreiskliniken jenen des St. Elisabethen-Krankenhauses – wird der Bau des Zentralklinikums Lörrach vorangetrieben. Der Ideenwettbewerb ohne Realisierungsabsicht soll zur Festlegung des Vergabeverfahrens und der Planersuche führen. Parallel wird mit der Stadt Lörrach über Bebauungsplan und Grundstückserwerb verhandelt. Mit Chefärzten und Pflege sollen intensiv über die internen Prozesse gesprochen und Optimierungsmöglichkeiten bis zur Eröffnung des Zentralklinikums gesucht werden. Die Ausrichtung einzelner medizinischer Bereiche und Abteilungen sei anzupassen. Nach dem Zusammenschluss mit dem "Eli" wird es 2019 gemeinsame Betriebsratswahlen geben.

Die Einrichtung des Gemeinschaftsbetriebs wird zu neuen Arbeitsverträgen für die Mitarbeiter von Datamed führen und zur Änderung der Struktur dieser Servicegesellschaft. Im Übrigen wollen die Kliniken ihr Leistungsspektrum erweitern. Insbesondere wird die Schlaganfalleinheit von vier auf acht Betten vergrößert und die Zertifizierung einer regionalen Stroke Unit angestrebt. Große Herausforderungen sind angesichts schwieriger Rahmenbedingungen zu meistern: Die Kosten steigen; die Erlöse entwickeln sich aber unzureichend. Mit Blick auf die Fördermittel und die Festlegung der Kriterien für Basisfallwerte setzen die Kliniken auf politische Unterstützung.

Autor: Daniel Gramespacher