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10. November 2011

Neue Anlage bei der Friedensgemeinde: Freie Bahn für Biker

Bei der Friedensgemeinde entsteht in Privatinitiative eine Anlage für Spaß-Sportler.

  1. Bike-Experte René Schmidt auf der Baustelle des ersten Lörracher Pump Tracks bei der Friedensgemeinde. Foto: Willi Adam

LÖRRACH. Die Fahrradstadt Lörrach ist um eine Attraktion reicher: Auf der Basis einer privaten Initiative des Lörracher Bike-Experten René Schmidt entsteht derzeit bei der Friedensgemeinde ein Fahrradparcours, ein sogenannter Pump Track, der vor allem Kindern und Jugendlichen sportliches und spaßbetontes Fahren ermöglicht. Eine weitere Anlage dieser Art, die seit längerer Zeit in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Jugendparlament in Planung ist, soll nach den Vorstellungen von René Schmidt ebenfalls noch verwirklicht werden.

Ein Pump Track ist eine aus lehmiger Erde gebaute Bahn mit kleinen Hügeln, Rampen und Steilwandkurven, die mit mit allen Rädern befahren werden kann, die über etwas breitere Reifen verfügen und deren Sattel sich versenken lässt. Ideal sind Mountainbikes oder BMX-Räder, doch eine Spezialausrüstung oder eine besonders ausgefeilte Fahrtechnik ist nicht erforderlich. Genau das findet René Schmidt an einem Pump Track so reizvoll: Das Angebot setzt nicht viel voraus, Jugendliche können sich zwanglos beim Sport treffen. "Da können Kinder mit dem Laufrad drüber, jugendliche Biker sowieso, aber auch Erwachsene", schätzt Schmidt die Vorzüge eines Pump Tracks.

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Einsteiger fahren einfach über die Erdhügel, Fortgeschrittene können die Wellen des Geländes so mit Körperbewegungen nachvollziehen, dass gar kein Pedalieren nötig ist. Und Mutige werden auf der Bahn auch zu kleinen Sprüngen ansetzen.

Schmidt kennt sich mit der Materie aus. Er ist bei "follow me", der Betreiberfirma der neuen Fahrradstation "Velö" beschäftigt und nebenbei als Downhill-Biker einer der besten deutschen Sportler dieser Disziplin. Für die 28 auf 18 Meter große Anlage zwischen dem Gemeindehaus der Friedensgemeinde und der Brombacher Straße hat er eine vielseitige Linienführung geplant.

Die neue Anlage entstand völlig in Eigeninitiative. Ein altes Basketballfeld auf dem Gelände der Friedensgemeinde war sanierungsbedürftig und über Martin Dörflinger, dem Besitzer der Schreinerei Faktor 3, kam die Frage, was mit dem Gelände geschehen könnte, an René Schmidt. Bei der Friedensgemeinde war man schnell vom Vorschlag angetan, Martin Dörflinger besorgte einen Bagger und Aushubmaterial von der Baustelle der Behindertenschule an der Wallbrunnstraße und Rene Schmidt zeichnete den Plan. Am Freitag kommen noch ein paar Enthusiasten vom Dirt-Jump-Club Liestal, die jüngst als Veranstalter des Slopstile-Contest auf dem Bike-Festival Basel auf sich aufmerksam gemacht hatten, dann bekommt die Bahn den Feinschliff. Am Wochenende, so hofft Schmidt, ist die Anlage dann fahrbereit. "Das ging sagenhaft schnell", staunt Schmidt selbst über das Projekt, das sich erst seit Oktober allein auf der Basis von privater Initiative entwickelt hat. Zu einer offiziellen Einweihung will Schmidt seinen Sportfreund und zig-fachen Deutschen Downhill-Meister, Markus Klausmann, nach Lörrach lotsen. Und wenn Szene-Star Klausmann seinen dreijährigen Sohn mitbringt, dann wird gleich der Beweis erbracht, dass auch die Kleinsten schon über den Pump Track flitzen können.

Etwas länger zieht sich nun schon die ursprüngliche Idee hin, im Grütt eine vergleichbare Bike-Bahn zu bauen. Zwischenzeitlich ist auch für dieses zweite Projekt ein Platz unter der Autobahn gefunden – das Gelände gehört dem Land – und auch die wasserrechtlichen Fragen sind laut Schmidt geklärt. Demnächst will er bei der Verwaltung Detailpläne anliefern. Die Stadt wünscht außerdem eine Begrünung der ähnlich großen Fläche. Schmidt hält beide Anlagen für sinnvoll, zumal die Strecke bei der Friedensgemeinde bei Nässe nicht benutzt werden kann, während das geplante Areal unter der Autobahn (dank der Graffiti-Walls auch im passenden Ambiente) das ganze Jahr über befahrbar wäre. "Die Nachfrage ist riesig", sagt Schmidt.

In der Region gibt es eine etwas größere Anlage im Horburg-Park in Basel, eine so genannte Free-Ride-Strecke mit gebauten Hindernissen im Wald bei St. Chrischona und ein Parcours beim Gemeindezentrum G 5 in Eimeldingen – dort auch mit einer so genannten Dirt-Line für größere Sprünge. Die Gruppe in Eimeldingen hat einen Verein gegründet und laut Schmidt auch schon Interesse bekundet, mit einer eventuell entstehenden Lörracher Szene zu kooperieren.

Arbeitseinsatz: Wer beim Bau der Strecke mithelfen möchte, kommt am kommenden Freitag am besten mit Schaufel zum Freigelände der Friedensgemeinde.

Autor: Willi Adam