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20. November 2010
Gemischte Gefühle beim Wettbewerb
Zwei Lörracher Vertreter bei einem Wettbewerb in Indien / Oliver Unke gewinnt bei "mental ability".
LÖRRACH. 49 Teams aus Asien, Europa und dem Nahen Osten nahmen in der vergangenen Woche am naturwissenschaftlichen Wettbewerb "Quanta 2010" der City Montessori School im indischen Lucknow teil. Baden-Württemberg war in Kooperation des "phaenovum" mit dem Schülerforschungszentrum Bad Saulgau und dem Kepler-Seminar Stuttgart mit von der Partie. Aus Lörrach nahmen Katja Schmidt und Oliver Unke teil.
Für beide war diese Teilnahme die erste an einem internationalen Wettbewerb, und beide kehrten mit gemischten Gefühlen nach Hause zurück. Der "Quanta" ist im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen dieser Art offener und vielfältiger und nicht so sehr auf die Physik spezialisiert. Wie Katja Schmidt vor Ort auch schnell bemerkte, standen Wettbewerb und harter Kampf nicht so sehr im Vordergrund. "Dabei sein ist alles" umschreibt die 13-Klässlerin das Erlebte. Das Ziel des Schulgründers Jagdish Ghandi lautet "Unite the world", wie Oliver Unke berichtet. Erschrocken war nicht bloß das deutsche Team über die starke Propaganda für eine neue Ideologie oder Religion, der sie überall in den Schulen begegneten. So wurden sie unter Androhung von Disqualifikation gezwungen, weltanschaulichen Reden zuzuhören. Für Oliver Unke ging das so weit, dass er die Reise gar nicht angetreten hätte, wenn er das vorher gewusst hätte. Dabei hat er in Indien im Bereich "mental ability" den ersten Preis errungen – eine stolze Einzelleistung, insbesondere weil dieser Wettbewerb sehr anspruchsvoll war und Ähnlichkeit mit einem Intelligenztest aufwies, und er mit großem Vorsprung gewann. In einer so genannten "written round" qualifizierte er sich für ein Quiz, in dem es bei der Antwort auf Fragen um Schnelligkeit ging und bei der man Plus- und Minuspunkte bekam. "Ich fand, da war auch ein bisschen Glück dabei", sagt er und erläutert: "Die anderen waren viel schneller, da hatte ich keine Chance. Die Zwischenrunde hatte Unke auch in "Science & Astronomy" erreicht. Katja Schmidt konnte im Wettbewerb "Debate" keine Platzierung erringen. Im Oktober hatte sie das Thema "Stammzellenforschung ist der einzige Weg, wie Wissenschaft gegen Krankheit gewinnen kann" erhalten. Sie musste in ihrem dreiminütigen Vortrag dagegen argumentieren. "Auf englisch respektive der indischen Aussprache war das ein harter Brocken", erzählt sie, "besonders bei der Fragerunde hinterher." Schade fand sie, dass die Teilnehmer über die Bewertung nichts erfahren haben.Werbung
Weil der Moderator "hart an der Grenze zur Gürtellinie" redete und auch die "richtige" Meinung zu dieser Thematik vertrat, bezeichnet Oliver Unke als wertvollste Erfahrung, die er in Indien gemacht hat, dass er sich angesichts der Zustände die dort außerhalb der Schule herrschen, in Deutschland wohler fühlt. "Das war nicht ständig die Grundstimmung dort", relativiert Katja Schmidt. "Es hat Spaß gemacht, die anderen Teams kennenzulernen". Der Austausch untereinander sei durch die Ideologie-Geschichte eher noch verstärkt worden. Natürlich kehrten die beiden Schüler nicht nach Lörrach zurück, ohne das Taj Mahal gesehen zu haben. Diese Belohnung bekam das Baden-Württembergische Team auf dem Rückweg vom Veranstaltungsort nach New Dheli. Dort hatte es unmittelbar nach der Ankunft schon einen Tag mit Stadtrundfahrt verbracht.
Autor: Barbara Ruda
