Gleiche Chancen für alle

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Fr, 13. Oktober 2017

Lörrach

Planung für zweiten Standort des Landratsamtes wird konkreter / Debatte um Restaurant.

LÖRRACH. Die Planung für den zweiten Standort des Lörracher Landratsamtes geht in die nächste Phase: Bis Anfang 2018 sollen die vier Preisträger des Architektenwettbewerbs ihre Lösungskonzepte vorlegen. Ob und wie ein Personalrestaurant errichtet werden kann, soll nach dem Willen des Verwaltungsausschusses Teil der Aufgabe sein. Nach einer Juryempfehlung entscheidet der Kreistag dann noch im Januar über die Vergabe.

Im Prinzip hat das Landratsamt seit der Eingliederung von Sonderbehörden des Landes anno 2005 Erweiterungsbedarf. Inzwischen platzen die Gebäude an der Palmstraße aus allen Nähten. Teile der Behörde sind auf weitere Standorte verteilt. So ziehen in diesen Tagen die Fachbereiche Baurecht, Landwirtschaft und Naturschutz ins Lörracher Entenbad um. Pläne, das Landratsamt im benachbarten Postareal zu erweitern, zerschlugen sich Mitte 2015. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände wurde man direkt neben der Agentur für Arbeit auf dem Areal "Weberei Conrad", das derzeit als Parkplatz genutzt wird, fündig. Im Mai wurden die Ergebnisse eines Wettbewerbs vorgestellt für einen Neubau, der Platz für 250 Büros bietet. Die vier Preisträger sollen nun Lösungskonzepte erarbeiten mit Grundrissen und Fassadengestaltung. Dabei hat der erste Preisträger der ersten Phase keinen Vorsprung, sondern alle vier die gleichen Chancen, wurde im Verwaltungsausschuss betont. Basis ist, was in den vergangenen Monaten unter anderem in Workshops vor allem mit Mitarbeitern des Sozialdezernats, das den Neubau primär nutzen wird, erarbeitet wurde.

Knifflige, aber reizvolle Aufgabe

Eine längere Diskussion entfachte im Ausschuss der Antrag der SPD, der ein Personalrestaurant am zweiten Standort forderte. Schließlich entfalle mit dem Bau des Zentralklinikums mittelfristig die Kantine im Kreiskrankenhaus, die auch Mitarbeiter des Landratsamtes nutzen, begründete Klaus Eberhardt. Finanzdezernent Alexander Willi sprach von einer kniffligen, aber reizvollen Aufgabe. Zusätzlich zu den 250 Arbeitsplätzen ein Mitarbeiterrestaurant auf 6500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche unterzubringen, sei nämlich schwierig. Und mehr als sieben Stockwerke kommen nicht in Frage, weil das Gebäude dann die Hochhausgrenze überschreitet und wegen höherer Anforderungen deutlich teurer würde. Die Grünen unterstützten den SPD-Antrag; eine Verpflegungsmöglichkeit gehöre zur Fürsorgepflicht eines attraktiven Arbeitgebers. CDU, Freie Wähler und FDP hingegen kritisierten, der Antrag komme arg spät. Zudem sei es nicht Aufgabe des Kreises für die Mitarbeiter von Behörden und Einrichtungen in der Umgebung – genannt wurden Stadtverwaltung, Finanzamt, Sparkasse und Arbeitsagentur – ein Restaurant mit Großküche zu bauen. Schließlich entstünden die 250 Arbeitsplätze nicht neu, sondern würden lediglich um ein paar hundert Meter verschoben.

Anstelle von Restaurant oder Kantine sprach Landrätin Marion Dammann lieber von einer Cafeteria mit zeitgemäßem Verpflegungskonzept für das Büro der Zukunft. Am Ende stimmte mit 15 Kreisräten bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen eine klare Mehrheit für den Verwaltungsvorschlag, die Aufgabe an die Architekten so zu ergänzen, dass sich auch prüfen, ob und wie ein Personalrestaurant eingerichtet werden kann.