Helfende Hände packen zu

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Do, 26. April 2018

Lörrach

Am Novartistag schwärmen Mitarbeitende an viele Orte aus, auch in den Waldorfkindergarten.

LÖRRACH. Bänke bauen, Unkraut jäten oder Gräben ausheben: Rund 40 Mitarbeitende des Basler Chemieriesen Novartis haben am Partnerschaftstag die Waldorfschule unterstützt. In Lörrach waren Novartis-Mitarbeitende außerdem bei der Kaltenbach-Stiftung, im Wichernhaus, in diversen Kinderbetreuungseinrichtungen wie der Kindertagesstätte Guter Hirte und dem Montessori-Kinderhaus im Einsatz.

Sie stehen vor der Tür der Waldorfschule wie weiland als Ranzenträger, dabei haben die Menschen in der Traube vor der Waldorfschule schon lange die Schule verlassen. Als ihnen Angelika Langner dann das Tor öffnet, folgen sie ihr, wie einst der Klassenlehrerin beim Ausflug. Am Partnerschaftstag der Firma Novartis arbeiten 3000 der 12 000 Angestellten des Basler Chemiekonzerns bei sozialen Einrichtungen. Manche haben Arbeitshandschuhe dabei, wie es von der Waldorfschule erbeten wurde. Das vierte Jahr ist diese Schule Partner der Novartis. Die Idee kam aus der Elternschaft. Jetzt nutzt man die Hilfe, um Dinge zu erledigen, die schon seit längerem anstehen.

Der Freisitz der Mensa braucht neue Tische und Bänke, damit im Sommer auch draußen gegessen werden kann, Kraft braucht es, um Gräben auszuheben, die Reparatur eines Zauns steht an sowie allgemeine Gartenarbeiten. Und dann soll man den Kindern im ersten Obergeschoss zu mehr Aussicht verhelfen. Die Fenster dort haben eine Reinigung nötig. Wozu sich fünf Frauen bereit erklärt haben. Schreinermeister Karlheinz Biesinger aus Grenzach-Whylen ist Leiter des Baukreises. Der Baukreis aus Eltern übernimmt die Instandhaltung des Gebäudes. Heute leitet er die Möbelbautruppe an. "Ich habe noch nie Möbel gebaut", sagt eine junge Frau zu ihrer Kollegin. "Vielleicht mache ich das jetzt auch bei mir daheim."

Angelika Langner steht seit 20 Jahren dem Gartenbau in der Waldorfschule vor. Sie organisiert alles an diesem Tag. Das reichhaltige Vesper, die Essensschichten. 40 Personen mehr sind für die Mensa ein Platz- und Organisationsproblem. Wo kommt der Grünschnitt hin? Die Schubkarre ist voll, auch das regelt die engagierte Waldorflehrerin.

Die Novartis-Leute schaffen einiges weg am Partnerschaftstag, doch der Tag muss auch vorbereitet werden. Angelika Langner wird abends, wenn alle weg sind, als Letzte den Schulgarten verlassen.