Hickhack um digitale Plattform "Ella"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Juni 2018

Kreis Lörrach

MdL aus dem Kreis äußern sich.

LÖRRACH (BZ). Die beiden Landtagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Lörrach reagieren unterschiedlich auf die Probleme bei der Einführung der der Bildungsplattform "Ella" für Schulen. Für Josha Frey (Grüne) tragen Versäumnisse ehemaliger SPD-geführter Ministerien aus 2015 Mitschuld an weiteren Verzögerungen; für den SPD-Abgeordneten Rainer Stickelberger dagegen ist das "Prestigeprojekt der grün-schwarzen Regierung vorläufig gescheitert".

"Lehrer aller Schulen in Baden-Württemberg brauchen eine funktionierende digitale Kommunikationsplattform", schreibt Frey in einer Pressemitteilung. Er fordert eine schnelle und gründliche Aufklärung. Die schwarz-grüne Koalition müsse gut abwägen, ob Weiterführung oder Rückabwicklung und Neuausschreibung besser sind, und das Kultusministerium einen klar definierten Anforderungskatalog vorlegen und belastbare Kosten- und Zeitpläne ausarbeiten. Dies hätte bereits in der Startphase 2015 getan werden müssen.

Verwundert ist Frey daher über die kritischen Äußerungen Stickelbergers. Schließlich sei die Bildungsplattform "ella" ein ursprünglich grün-rotes Projekt. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen." Stickelberger seinerseits erklärte in einer Mitteilung "Ella" für vorläufig gescheitert. Dies werfe ein schlechtes Bild auf die Digitalisierungsstrategie des Landes, sondern treffe auch die Schulen im Kreis, besonders das Lise-Meitner-Gymnasium in Grenzach-Wyhlen als eine der Pilotschulen. Bereits im Februar musste Kultusministerin Eisenmann (CDU) einräumen, dass "Ella" nicht als Testphase für 100 von etwa 5000 Schulen, darunter auch das Gymnasium in Grenzach-Wyhlen, freigeschaltet werden konnte.

Jetzt bestätige das Gutachten eines externen Sachverständigen, was die SPD-Fraktion bereits vermutet hatte: "Das Prestige-Projekt der schwarz-grünen Landesregierung ist vorläufig gescheitert." Fortführung oder Rückabwicklung mit Neuausschreibung gingen mit erheblichen finanziellen Unsicherheiten, ungewisser Verzögerung sowie unklaren Erfolgschancen einher. Stickelberger fordert daher, "dass die Verantwortlichen den Schulen ehrliche Antworten dazu liefern, wie es weiter geht."