Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
10. Dezember 2009
Hilfe für Tiere im Ausland
Verein Fellnasen will Tiere aus Tötungsstationen retten und sucht dafür Unterstützer
LÖRRACH. Die Fellnasen Südbaden sind ein neuer Verein, der sich im Sommer 2009 gegründet hat und sich um den Schutz von Tieren kümmert. Dabei geht es den Mitgliedern natürlich auch um Tiere in der Region, vor allem aber um Tiere in anderen Ländern Europas, die dort unter schlechten Bedingungen auf der Straße leben oder in Tötungsstationen auf ihr Ende warten.
Schon seit über zwei Jahren nimmt Britta Markutzyk immer wieder Tiere auf, vor allem aus Griechenland, und sucht Pflegestellen für sie in der Region. "In Griechenland werden Katzen häufig als lästige Plage angesehen, wie Ratten, und auch so behandelt", erzählt sie. Wie ein lästiger Gegenstand werden Tiere einfach in den Müll geschmissen. "Wenn man das mitbekommt, ist man gleich motiviert, etwas zu unternehmen", sagt Britta Markutzyk. So entstand die Idee, einen Verein zu gründen, der sich um solche Tiere kümmert und sie aufnimmt, der Pflegestellen sucht und sie an Leute vermittelt, die sie aufnehmen wollen. Seit wenigen Monaten existiert nun der Verein Fellnasen Südbaden, er ist ins Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt und hat inzwischen 15 Mitglieder.Werbung
Der Verein sieht sich nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Tierschutzvereinen, zu denen teils auch Kontakte bestehen. "Wir kümmern uns auch um Tiere hier, aber unser Schwerpunkt ist im Ausland", stellt Beisitzerin Sonja Summ fest. Der zweite Vorsitzende der Fellnasen, Franko Schlemmer, und seine Frau sind auch im Tierschutzverein Weil am Rhein aktiv. Karin Zuckschwert kommt von den Kanderner Tierschützern, die ein Haus im Elsass haben. "Wir fahren einmal im Jahr nach Spanien und holen Tiere aus Tötungsstationen", erzählt sie. In diesen Stationen werden ungeliebte Haustiere und eingefangene Straßentiere abgegeben, um getötet zu werden. Tiere werden in Spanien nicht kastriert, und so wandert der zahlreiche Nachwuchs oft sofort in die Tötungsstation. Karin Zuckschwert macht auch eine andere Mentalität für den Umgang mit den Tieren verantwortlich. "Es gibt in Spanien kaum ein Fest, wo es nicht dazugehört, dass Tiere getötet werden", erzählt sie.
Auch in vielen osteuropäischen Ländern sei das Leben von Tieren nicht viel wert, fügt Britta Markutzyk an. "Deshalb brauchen wir dringend Pflegestellen, die Hunde oder Katzen aufnehmen", stellt sie fest. "Man braucht nur ein Räumchen und ein bisschen Zeit." Der Verein hilft mit Futter. Außerdem werden Flugpaten gesucht, die bei einer Auslandsreise Tiere hierher transportieren. Alle Impfungen und Formalitäten werden dabei vom Verein und dem jeweiligen Partnerverein im Ausland übernommen. Mit Flugblättern und Informationsständen wollen die Fellnasen in die Öffentlichkeit gehen.
Termine: Jeden ersten Montag im Monat um 20 Uhr im Restaurant Vanilla.
Weitere Infos unterwww.fellnasen-suedbaden.de
Autor: Thomas Loisl Mink
