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10. Februar 2012

Immer am Puls der Pharma-Region

Der Lörracher BioValley-Treffpunkt startet mit einem gut besuchten Vortrag in das neue Jahr.

  1. Susanne Daniel (links) und Diana Stöcker. Foto: Claudia Gabler 

LÖRRACH. Seit zwölf Jahren veranstaltet das hiesige Innocel Innovations-Center den Lörracher BioValley-Treffpunkt. Die Veranstaltungsreihe will Unternehmen, Institutionen und Menschen im Bereich Life Science miteinander vernetzen und lädt seit dem Jahr 2000 Firmengründer und leitende Mitarbeiter aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen nach Lörrach ein. Am Mittwochabend startete die diesjährige Reihe sehr gut besucht mit einem Vortrag zum Thema "Quo vadis Pharma?"

Themenschwerpunkt in diesem Jahr ist die Medikamentenentwicklung als Herausforderung und aktueller Engpass. Nachdem im vergangenen Jahr individuelle Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten bei Tumorerkrankungen behandelt wurden, stellt sich das Innocel heuer einem besonders heißen Thema. Die einst so rosige Lage der Pharmaindustrie wird derzeit – nicht nur in den Pharmahochburgen wie dem Dreiländereck – kritisch diskutiert. Wie eh und je fließen dort Milliarden. Doch gleichzeitig sind auch die Pharmafirmen nicht von der Wirtschaftskrise verschont geblieben. Hinzu kommt ein geballtes Ablaufen von Patenten für Präparate, die ab jetzt von anderen Firmen kopiert werden dürfen und für die ehemaligen Inhaber der Patente herbe Verluste bedeuten. Wie gut also sind die Pipelines noch gefüllt? Und wie viele Pharma-Mitarbeiter wird die Krise noch arbeitslos machen?

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Das sind die kritischen Fragen, mit denen sich die Reihe in diesem Jahr auseinandersetzen will. Da aber nicht nur die Pharma-Branche mit Roche und Novartis im Dreiländereck besonders stark vertreten ist, sondern mit Actelion in Allschwil auch die größte europäische Biotech-Firma hier ihren Sitz hat, soll auch der Vereinigung von Biotechfirmen am Oberrhein "BioValley" besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, so die Organisatorin der Reihe und Geschäftsführerin der Lörracher Scivent GmbH, Susanne Daniel.

Der Vortrag "Quo vadis Pharma?" am Mittwoch nun gab eine Übersicht über die Situation der Pharma- und Biotech-Industrie. Die beiden Referenten (Detlef Niese von der Basler Novartis Pharma und der Ernst&Young-Wirtschaftsprüfer aus Basel, Jürg Zürcher) folgten damit der Tradition der Reihe: In einem ersten Referat wird ins Thema eingeführt, dann wird es in weiteren Vorträgen von unterschiedlicher Seite beleuchtet. Am 25. April dieses Jahres fragen Klaus Hilleke von Simon-Kucher & Partner in Bonn und der Geschäftsführer der Lörracher Beratungsagentur Assessment in Medicine, Stefan Walzer, "Sind wir auf dem Weg zur Zweiklassenmedizin … oder schon dort angekommen?" Sie diskutieren den Spagat der Gesundheitsökonomie zwischen medizinischen Möglichkeiten, Finanzierbarkeit und Gerechtigkeit. Am 4. Juli dann wird Thomas Singer von der Basler Roche über präklinische und klinische Studien und die Rolle der Zulassungsbehörden referieren. Wer den letzten Vortrag der Reihe in diesem Jahr halten wird, steht noch nicht fest. Auch diese Offenheit ist Tradition beim BioValley-Treffpunkt.

Die Entwicklung des Treffpunkts innerhalb einer Reihe soll ein dynamischer Prozess sein, so Innocel-Geschäftsführerin Diana Stöcker. Dass der letzte Vortrag in der diesjährigen Reihe zum Thema "Neue Entwicklungen und Technologien – Auf dem Weg zur personalisierten Medizin?" am 24. Oktober stattfinden soll, steht bereits fast, nicht aber der Referent. "Hier können nach den ersten Treffen neue Ideen und Impulse entstehen, denen wir unbedingt Raum geben wollen", so Stöcker. Und das Konzept scheint aufzugehen: Pro Veranstaltung kamen in den letzten Jahren zwischen 25 und 40 Interessierte. Das waren bisher insgesamt rund 1900 Besucher. Der Einführungsvortrag von Niese und Zürcher am Mittwoch war ein besonders guter Start in die diesjährige Reihe – er zog rund 70 Besucher ins Innocel-Center in der Marie-Curie-Straße.

Autor: Claudia Gabler