One Billion Rising

In Lörrach tanzten knapp 50 Leute gegen Gewalt an Frauen

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Mi, 14. Februar 2018 um 15:38 Uhr

Lörrach

"One Billion Rising" heißt eine jährliche Tanzaktion gegen Gewalt an Frauen, die in mehr als 190 deutschen Städten stattfand. Eine davon ist Lörrach.

"Strike – Dance – Rise": Über den ganzen Globus verteilt auf allen Kontinenten und auch in mehr als 190 deutschen Städten haben sich unter diesem Motto – zu Deutsch "fall auf – tanze – erhebe dich" gestern Menschen im Tanz miteinander verbunden, um am weltweiten Aktionstag "One billion rising for justice" die Gewalt an Frauen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihr Ende zu fordern.

Um 13 Uhr reihten sich auch auf dem Chesterplatz in einer Art Flashmob mit Ankündigung zahlreiche Frauen und ein paar Männer in das Zeichen weltweiter Solidarität ein und reckten am Ende des Songs "Break the chains" energisch den Zeigefinger in die Luft.



"Gemeinsam sprengen wir die Ketten", heißt es in der deutschen Version, auf die in Lörrach nach der originalen in Englisch direkt noch ein zweites Mal getanzt wurde, und zwar nach der Berliner Choreographie, die manche schon vor der Aktion eingeübt hatten. Justina Störk von der Frauenberatungsstelle, die die Lörracher Aktion zum zweiten Mal nach 2014 gemeinsam mit dem Autonomen Frauenhaus und dem Kreisjugendreferat initiiert hatte, rief dazu auf, im Tanz die Stärke und die Kreativität zu leben, die die Gewalt überwindet.

Es geht um Solidarität

Weltweit seien ein Drittel aller Frauen, das sind mehr als eine Milliarde (englisch: one billion) vergewaltigt, geschlagen oder gequält worden, erklärte sie den Schaulustigen. Der Tanzstreik solle zeigen, wie viele sich gegen die Gewalt an Mädchen und Frauen erheben und sie nicht als unabänderliche Tatsache hinnehmen wollen.

"Es geht um Solidarität, nicht um das perfekte Tanzen", lud Gisela Schleidt die ein, die erst einmal nur stehen blieben, um zu schauen. Aus Zeitgründen, so erklärten die Organisatorinnen, habe Lörrach nach 2014 nicht mehr an "One Billion Rising" teilgenommen. Jetzt sei es aber dringend gewesen. "Wir wollen unbedingt dranbleiben."

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